Dienstag, 30. September 2014

Ew'ger Lauf

Wie wenn das Leben wär nichts andres
als das Verbrennen eines Lichts!
Verloren geht kein einzig Teilchen,
jedoch wir selber geh’n ins Nichts!


Denn was wir Leib und Seele nennen,
so fest in eins gestaltet kaum
es löst sich auf in tausend Teilchen
und wimmelt durch den öden Raum.


Es waltet stets dasselbe Leben.
Natur geht ihren ew’gen Lauf;
in tausend neu erschaffnen Wesen
steh’n diese tausend Teilchen auf.



Theodor Storm

Montag, 29. September 2014

7

ein tag wie kein anderer mehr
am rande des weinbergs
die abgedunkelte stille
am ende des ausgesprochenen bekenntnisses
als wir den saum des tages trennen mussten
wussten wir um die tage und nächte
in denen wir lautlos geborgen sein würden
beschützt von den händen aus licht und aus zeit
wussten wir um die tage und nächte
in denen eine rose aufblühte und blieb
wusste ich um das wunder
welches mir anvertraut war



                                               für Annemarie


Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 28. September 2014

Gedicht

Aus dem einen oder andern
mach einen Menschen.
Doch davon kein Wort.
Kein Wort über Vergangenes,
womit auch der gestrige Tag gemeint ist.
Nicke noch eine Weile ihm zu
bei Gewohnheiten, die dich stören.
Er wird sie aufgeben. Darüber,
siehst du, lacht er schon jetzt.
Zum ersten Mal in seinem Leben
wird er etwas erfinden, das er
dir zeigt. Laß ihm Zeit, noch einmal
hinauszulaufen ins Leben.
Erspare ihm alle Lügen der Liebe.
Komplimente, bitte, nützen nichts.
Auch die Kugel, die ins Herz trifft,
sucht Wärme.



Wolf Wondratschek



Morgenstimmungen - hier und dort - beim Gehen und Ankommen:






Samstag, 27. September 2014

September in Wertheim

flüsterndes blau
legt sich
auf den leisen fluss
unaufhörlich reift luft
in den bäumen
bereiten zugvögel
ihre reise
hinter den horizont
am goldenen riss
im abendlicht
ihr flug
im flüsternden blau
abschied ohne wehmut
auf zeit



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 26. September 2014

Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.


Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.


Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht -
Das geht in Ruh und Schweigen unter.



Georg Trakl



Auf ein golden leuchtendes Wochenende mit milder Zeit.

Donnerstag, 25. September 2014

Glückliche Versuchung

in den nächten
wenn die umarmung den abschied säumt
legst du die freude
auf die nächste begegnung
wie eine glückliche versuchung
zwischen die rauen sterne



Hermann Josef Schmitz

Mittwoch, 24. September 2014

Dienstag, 23. September 2014

Bleiben

es wird zeit
zu bleiben
unberechenbar
wie ein zwischenfall
in den händen
das wagnis der stille
wird es zeit
zu bleiben


Hermann Josef Schmitz



Mit einer kleinen Verspätung ... Leonhard Cohen ist 80 geworden ... hoffentlich erst im Herbst seines Lebens und besser denn je.




Montag, 22. September 2014

Fantastisch

„Alles ist erlaubt, solange es fantastisch ist.“


Carlo Mollino


Es waren zwei wunderbare Tage in Wertheim und es war mir eine Ehre, die fantastisch-schönen Glasperlen meiner Frau präsentieren und verkaufen zu dürfen.
Ihre Präsentation „Von der Inspiration zur Perle“ machte deutlich, wie Glaskunst entstehen kann … durch ein Wort, ein Bild, einen Gedanken, ein fallendes Blatt …