Mittwoch, 8. Oktober 2014

Wer Schmetterlinge lachen hört

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein, ungestört
von Furcht, die Nacht entdecken.


Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Stier, zum Narr, zum Weisen.
Und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.


Der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen.
Nur weiß er, was die andern
und auch er selbst noch lernen müssen.


Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört,
von Furcht sich selbst entdecken.


Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt,
nimmt er gelassen auf.


Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein, ungestört
von Furcht, die Nacht entdecken.


Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.



Carlo Karges (Novalis)





Kommentare:

  1. für euch und uns,
    im werden, begriffen,,
    furchtlös allerdings,
    in leichtigkeit und tiefe,
    lebendigkeit und schmerz,
    aber furchlos unbedingt
    die weite und grösse des
    lebens wollend, ersehnend,
    furchtlos nicht immer,
    zunehmend immer mehr....

    herzwarme grüsse zum
    wochenende,
    bea
    tre

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