Dienstag, 25. November 2014

Sonnett XVII

Ich liebe dich nicht, wie ich eine Rose aus Salz lieben würde,
einen Topas, einen Nelkenpfeil, der das Feuer entfacht:
ich liebe dich, wie man die dunklen Dinge liebt,
heimlich, zwischen Seele und Schatten.


Ich liebe dich wie die Pflanze die nicht blüht und die

in ihrem Innern andrer Blumen Licht versteckt,
und dank deiner Liebe lebt in meinem Leibe dunkel
das dichte Arom, das aufstieg aus der Erde.


Ich liebe dich und weiß nicht wie noch wann noch wo,
ich liebe dich geradezu ohne Fragen noch Übermut,
so lieb ich dich, weil anders ich nicht lieben kann,


vielmehr auf diese Weise, in der ich und du nicht sind,
so nah, dass deine Hand auf meiner Brust ganz mir gehört,
so nah, dass ich in meinem Schlaf deine Augen schließe.


Pablo Neruda

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