Samstag, 31. Januar 2015

Verloren

sie reichen sich selbst weiter
schreiben meinungen wie abziehbilder
sind ihre reden in den talkshows
haben sie zu allem eine öffentlichkeit
hinter ihren allegorien steckt keine absicht
sie haben sich eine fremdheit angeeignet
die ein teil ihrer person geworden ist
ein teil den sie kennengelernt haben
während sie den anderen stück für stück
verloren



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 30. Januar 2015

Glück II

Der Traum vom Glück
wehrt sich gegen mich
seit ich ihn träumen will



Ich habe viel geträumt
von dunklen Dingen



Manchmal stand ein Stern
am Himmel meines Traums
nur einen Augenblick
dann stürzte er
und fiel
weiß auf mein Haar



Rose Ausländer


An den lieben Freund im Rheinland gehen allerbeste Geburtstagsgrüße und an alle beste Wünsche für ein Wochenende voll heller Träume.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Hinwachsen

tag um tag
wuchs die ferne zur nähe hin
das herz legte einen leisen ton
auf seinen rhythmus
und wurde unmerklich
aufgeregt wie viele tage zuvor
tag um tag
wuchs die ferne zur nähe hin
wie eine aufgehende sommerblume



Hermann Josef Schmitz

Mittwoch, 28. Januar 2015

Prolog

In Gemäldegalerien
Siehst du oft das Bild des Manns,
Der zum Kampfe wollte ziehen,
Wohlbewehrt mit Schild und Lanz.
 

Doch ihn necken Amoretten,
Rauben Lanze ihm und Schwert,
Binden ihn mit Blumenketten,
Wie er auch sich mürrisch wehrt.


So, in holden Hindernissen,
Wind ich mich in Lust und Leid,
Während Andre kämpfen müssen
In dem großen Kampf der Zeit



Heinrich Heine


Und mal wieder waren wir in unserem Lieblingsschlosspark beim Schloss Landshut.

















Dienstag, 27. Januar 2015

Was wären wir ohne Angst

was wären wir ohne angst im gepäck
gingen wir arglos durch die stunden
wäre der tag eine leichtigkeit
blieb uns keine herausforderung
wüchse aus mut auf keiner parzelle ein wort
so gehen wir mit der angst im gepäck
ein wildes tier im dickicht der verwachsenen unsicherheit
lauert das ungebändigte auge hinter dem lid
manchmal wächst es über den schlaf
der nicht kommen will



Hermann Josef Schmitz



Ich habe in den letzten Tagen die Erzählungen von Candy Bukowski gelesen, die man auch in meiner Linkliste findet. Scheinbar dahergeflogen kommen sie, aber sie bleiben haften, fliegen weiter und bleiben tagelang in meinen Gedanken. Das ging mir mit Geschichten schon lange nicht mehr so:



Montag, 26. Januar 2015

Kritik des Herzens

Er stellt sich vor sein Spiegelglas
Und arrangiert noch dies und das.
Er dreht hinaus des Bartes Spitzen,
Sieht zu, wie seine Ringe blitzen,
Probiert auch mal, wie sich das macht,
Wenn er so herzgewinnend lacht,
Übt seines Auges Zauberkraft,
Legt die Krawatte musterhaft,
Wirft einen süßen Scheideblick
Auf sein geliebtes Bild zurück,
Geht dann hinaus zur Promenade,
Umschwebt vom Dufte der Pomade,
Und ärgert sich als wie ein Stint,
Daß andre Leute eitel sind.



Wilhelm Busch

Sonntag, 25. Januar 2015

Beginn

nachtregen fällt
als vermächtnis in den tag
der in der ferne beginnt hinterrücks
kentert der sternenhimmel
am offenen fenster



Hermann Josef Schmitz


Heute wird mein lieber Sohn Christian 25. Ein ereignisreiches und engagiertes Jahr liegt hinter Dir und jetzt auf der Zielgeraden zu Deinem Betriebswirt soll auch alles gelingen. Ich wünsche Dir ein gutes Gelingen beim Umsetzen all Deiner Pläne, viel Erfolg und in gleichem Maße aber auch Gesundheit, Freude bei allem, was Deine Freizeit füllt,liebe Menschen, die Dich begleiten, immer gute Laufstrecken, Musik, die Dich begeistert und Wegstrecken, auf denen Du beschützt bleibst.
Schön, dass es Dich gibt - von Herzen alles Liebe und Gute.