Donnerstag, 31. Dezember 2015

Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.



Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.



Rainer Maria Rilke


365 Tage voller Eindrücke und Erinnerungen schliessen  sich heute. Ich bin dankbar um das Jahr 2015, um alle Erfahrungen und vor allem um alle Begegnungen. Viel Gutes habe ich erfahren und auch wenn die Abschiede uns immer wieder schmerzen, ist das Zusammensein mit meiner grossen Liebe das Allerbeste. Und es wird absehbar, wenn das Blaue Haus unser Lebensmittelpunkt wird.

Auf 2016 freue ich mich und freuen wir uns, spinnen schon wieder Ideen für neue Ideen und Projekte.

Allen, die hier lesen danke ich sehr herzlich. Allen wünsche ich von Herzen einen erfüllten und beschwingten Jahresabschluss, eine hoffentlich positive Bilanz des zurückliegenden Jahres und viel Mut und Hoffnung für 2016.

Kommt gesund in und durch dieses neue Jahr, schaut immer wieder gut zu Euch und bleibt behütet auf den Wegen durch die Zeit.

Und last but not least - beste Wünsche zum Geburtstag an mein liebes Patenkind, die liebe U. aus Heppenheim und den lieben R. aus Würzburg.  Geniesst den Tag besonders.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Vögel mit Wurzeln

Meine Worte sind Vögel
mit Wurzeln


immer tiefer
immer höher
Nabelschnur.


Der Tag blaut aus
die Worte sind schlafen gegangen.



Hilde Domin

Dienstag, 29. Dezember 2015

Nur Dir

viele jahre nach der zeit deines lebens
hätte ich dir mehr geheimnisse gewünscht
eine zeit die nur dir hätte gehören dürfen
für wimpern die deinen tränen ein ufer gewesen wären
den zuspruch klarer nächte ohne erklärungsversuche
ohne sorge für die anderen und ohne suche nach licht
einmal die narben grosser und kleiner kriege vernachlässigend
nein vergessend und die zeit nur für dich
wie ein geheimnis haltbar bleibt hättest du wissen wollen
eines nur für dich ohne ein wort des verzagens und des verzeihens
und wenn nur des verzeihens gegenüber dir selbst
ohne ein hadern ohne ein liebloses antworten
ein herz das durch die stunde dringen und bleiben würde
bis zum blühen des reifenden sommers
der wie ein grosses geheimnis wie ein grosses glück
in einer nacht in der du den blühenden traum angetrieben hättest




                                                                                              für P. († 29.12.2008)


Hermann Josef Schmitz

Montag, 28. Dezember 2015

Hingabe I

die stimmen blieben geborgen
in dieser unsicheren zeit
wagte mein auge einen halt
an deiner stillen schulter lag ich
müdigkeit in der brust
und eine luftrose blühte
im blattleeren baum



Hermann Josef Schmitz



Aus einer Fülle von adventsgeschenkten Büchern habe ich das nächste gelesen. "Über den Winter" kommt leider nicht an "Nach Hause schwimmen" dran, dennoch fand ich es sehr lesenswert.



























Und entdeckt habe ich wieder die Möglichkeit, aus vorgegebenen Magnetworten Poesie zu machen:














Sonntag, 27. Dezember 2015

Manchmal spricht ein Baum

Manchmal spricht ein Baum
durch das Fenster mir Mut zu
Manchmal leuchtet ein Buch
als Stern auf meinem Himmel
manchmal ein Mensch,
den ich nicht kenne,
der meine Worte erkennt.



Rose Ausländer

Samstag, 26. Dezember 2015

Wie eine Schliere im Blick

wir vertäuten die angst an land
und schlichen auf ein schiff ohne namen
die nacht trug den schnee wie ein vergangenes kleid
unter den wolken blieb ein unbeschwerter schatten
wir schrieben die koordinaten nie auf
die nacht schluckte alle abdrücke und verriet nichts
und die stille dunkelheit hob das flattern des wassers auf
während der ankommende tag im warmen schoss schwieg
wir waren verbündete ohne zeit
und reisten in ein land ohne wiederkehr
die nacht besänftigte scheinbar die zukunft
blieb eine grosse ungewissheit wie eine schliere im blick


Hermann Josef Schmitz



Und zum Jahresende gibt es nochmal neue Musik.
Ich wünsche Euch einen schönen 2. Weihnachtstag.







Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachten

Markt und Strassen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.


An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.


Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!


Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!



Joseph von Eichendorff

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Aufs Neue wagen


Von ganzem Herzen wünschen wir Euch schöne und segensreiche Weihnachtstage, Zeit zum Innehalten und Sein, aber auch Zeit zum Bewegen und Begegnen mit den Lieben, die Euch wichtig sind. Auf sternenreiche und wagende Tage …