Samstag, 5. März 2016

Entblösst

noch liegt die landschaft müde da
die haut voll narben und voll schrunden
aus schweren augen wiegt der blick mühsam
das haar ist grau und wie verbraucht geworden
noch liegt die landschaft wie ein schatten ihrer selbst
kommt keinen schritt voran in ihrer lethargie
bis dann von einem augenblick zum anderen
das licht sich aufmacht und nach vorne kippt
dann steht die landschaft die geschunden schien
mit einem schnellen schritt und klarem blick
und richtet sich und streckt sich lang
dann wird sie aufgänger und kletterer ins warme licht
dann steht sie da entblösst und ganz bereit
für tage die auf einmal wieder wie ein wunder scheinen



Hermann Josef Schmitz

Kommentare:

  1. Gar nicht dein üblicher Stil. Ich musste an Richard Wagner denken: Winterstürme wichen dem Wonnemond ...
    Viele Grüsse.
    Gerhard

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