Mittwoch, 23. März 2016

Verlust

auf den altären der wälder
opfern sie große bäume wie willenlose geschöpfe
im vorbeigehen flüstern mir die offenen wunden
ihre geschichten mitten ins herz
und meine stimme verstummt vor lauter weh
wenn ich an den verlust denke
der noch kommen wird
den verloren gehenden schatten
das zärtliche geflecht grüner arme
die wispernden lippen nah an den himmeln
wenn ich an den verlust denke
muss ich weinen um diese großen bäume



Hermann Josef Schmitz



... das muss vielleicht so sein, aber als ich am Montag durch "meinen" Wald lief, war das schon ein großes Abschlachten gewesen.

Kommentare:

  1. Gerade, wenn ich die großen Baumriesen zerschnitten am Boden liegen sehe - trifft es mich sehr.
    Wenn ich in ihr Inneres sehe - gibt es kein morsches Teil.

    Sie liegen aufgereiht und zerschnitten am Wegesrand.
    Das gibt gutes Geld - und nur noch das zählt. Ich weine mit Dir!

    Gegenüber liegen aufgereiht die abgelegten Weihnachtsbäume und Gartenabfälle der Dorfbewohner, obwohl es Deponien gibt und jedes Jahr die Weihnachtsbäume direkt vor der Haustüre abgeholt werden. Aber anscheinend empfinden sie es schöner, einige Menschen, den Wald zuzumüllen! Schade! Ihre EnkelInnen werden sich bedanken können, für die Umwelt, die sie ihnen hinterlassen!

    LG Luitgard

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  2. dein gedicht trifft mich sehr.
    wenn man bedenkt, wie lange ein baum braucht, bis er zur vollendung gelangt. auf meinem feld stehen alte eichen. nicht ein ast darf ihnen gekrümmt werden.

    mit lieben grüßen
    gabriele
    sie sind kathedralen.

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  3. oh, was für ein berührendes gedicht und für mich zu hundertprozent nachfühlbar.
    liebe grüße aus dem wald,
    diana

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