Dienstag, 19. April 2016

Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muss es,
Ewig wechselnd.


Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen


Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen,
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.


Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.


Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.


Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.


Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!



Johann Wolfgang von Goethe



Egal an welchem Platz dieser Erde finde ich das Meer immer wieder faszinierend ... hier die Eindrücke von der Playa de Maspalomas:




















Kommentare:

  1. Sie wecken sie SehnSUCHT - Deine wunderbaren Bilder!

    LG Luitgard

    AntwortenLöschen
  2. danke für die wundervollen photos!
    und auch ein danke für die besonderen zeilen, die immer wieder aus deiner feder fließen!

    liebe grüße
    gabriele

    AntwortenLöschen