Dienstag, 13. September 2016

11092016// S 01 L //58:29

die blätter im taugras erzählen ihre eigenen geschichten während du durch die stille deine schritte anziehst durchzogene wolkenlandschaften und die luft schmeckt nach reifen früchten spätsommerseptembertage ein einziger genuss entlang der verwachsenen wege kaum noch eine sicht auf den verlauf der dinge und die bäume still wie eh und je und all die gräser die niemand beschnitten hat und die zurückgekehrt sind in die wildnis werden tage kommen in denen sie die blätter vor dem aufprall schützen den letzten atemzug bewahren wie ein keusches bild wie eine verletzliche seele und sie werden den bäumen rahmen bleiben all die gräser und halme und du ziehst die schritte an bis zur kurve und der fischer schaut in sich und schweigt an der schleuse vorbei an den maisstädten geordnet und stark geworden und nach der kurve wechselst du das tempo und spürst wie die luft deine blutbahnen flutet und die dunklen gedanken aus der haut strömen und das glück wird zum begleiter steigt die sonne und lässt sich nicht von den kalenderdaten beirren und das leben wird für eine stunde einfach nur schritt um schritt und leerräume schaffen wo sich die gedanken gestapelt haben jetzt ziehen sie aus und du schließt die tür hinter ihnen und die freude überwuchert das herz als du ankommst und sie die tür öffnet sie die du liebst für heute und immer


Hermann Josef Schmitz

Kommentare:

  1. Interessante Art zu schreiben. Halb Lyrik, halb Prosa. Gefällt mir gut ... :-)

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  2. dieser text ist eine perle!

    liebe grüße
    gabriele

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