Dienstag, 18. Oktober 2016

Die Kunst des Bogenschießens

Ich hatte nichts mit diesem Blick verbunden,
schoß meinen Pfeil auf meine Art
nach irgendwärts –
Doch unversehens traf mein Dart ein Herz,
da steckt er nun und macht mir wehe Stunden.


Im kleinen Kreis, ich weiß, zählt man mich zu den Schwankern.
Ich bin ein Lichtblick,
der vorüberschweift –
Ich wollte mich, begreift,
auf keinen Fall verankern
und spüre jetzt schon, wie die Kette schleift.


Es ist bekannt, was sie am Anfang schwören:
Nur einen Tag, nur eine Nacht,
noch ein paar Seufzer in der Frühstücksfrüh –
Die Sache ist seit Anfang ausgemacht,
du willst begreifen, sie dir angehören,
und plötzlich stehst du da,
enfant perdu.


Ich leck mir noch das Maul nach deinen Küssen:
Du tust mir leid – du machst mir weh –
Und wie viel lieber würde ich entschweben,
doch hab ich mich an einer Rose festgerissen;
vielleicht, es wird mal andre Tage geben,
irgendwo hinterm Berge,
über See.



Peter Rühmkorf

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