Samstag, 31. Dezember 2016

Letzte und erste Dinge I

ich hörte das echo der zurückliegenden
zeit zwischen allen erfahrungen
blieben die begegnungen mit den menschen
die ich liebte und die mich liebten
am stärksten und nährten die zuversicht
auf die kommende reise durch ein ungezähmtes land
voller unberührter tage und nächte
ich hörte das echo der geschriebenen bücher
eines ganzen jahres wort und zahlenwerk
ich kannte die tage voll zorn und ungewissheit
aber die sicherheit und schönheit gaben mir
die begegnungen mit den menschen
die ich liebte und die mich liebten
und wir machten uns auf mit einem letzten blick zurück
wer könnte denn sagen das es schwer werde
wer könnte denn sagen das es leicht werde

wir wollten dem kommenden leben nichts schuldig bleiben
wir wollten uns stellen verschenken und bleiben in den tagen
wir wollten unverändert lieben und geliebt werden



Hermann Josef Schmitz


366 Tage voller Eindrücke und Erinnerungen schliessen  sich heute. Manchmal muss ich mich zwingen, dass ich zwischen allen Anstrengungen den Blick für alles Schöne schärfe und nicht nachlasse, dankbar zu bleiben. Und das bin ich auch für das zurückliegende Jahr, für alle Erfahrungen und vor allem um alle liebevollen und bereichernden Begegnungen. Davon gab es jede Menge und ich hatte das Glück, einige Menschen neu kennenzulernen, die meinen Horizont weiteten. Und am Schönsten ist immer - auch wenn die Abschiede uns immer wieder schmerzen -  das Zusammensein mit meiner grossen Liebe. Im Herbst 2017 wird endlich endlich das Blaue Haus unser Lebensmittelpunkt.

Allen, die hier lesen danke ich erneut sehr herzlich. Allen wünsche ich einen erfüllten und beschwingten Jahresabschluss, eine hoffentlich positive Bilanz des zurückliegenden Jahres und viel Mut, Zuversicht und Hoffnung für 2017.

Kommt gesund in und durch dieses neue Jahr, schaut immer wieder gut zu Euch und bleibt behütet und liebend auf den Wegen durch die Zeit.

Und last but not least - beste Wünsche zum Geburtstag an mein liebes Patenkind, die liebe U. aus Heppenheim und den lieben R. aus Würzburg.  Geniesst den Tag besonders.

Und nach dem "Last but not least" noch der Blick auf die neuste Musik auf den langen Strassen.

Musik satt gibt es heute auf 3sat den ganzen Tag, am meisten freuen mich heute die Konzerte von Wolfgang Niedeckens BAP um 10:15 Uhr und Mumford and Sons um 15:15 Uhr.











Freitag, 30. Dezember 2016

Der Weg

«Letzten Endes… geht es immer um die Frage, wie man zu einer inneren Ruhe findet. Es gibt so viele verschiedene Wege, dorthin zu gelangen, und es ist ein langer Weg. Man erlebt diese Klarheit nur für einzelne Momente, doch dann entgleitet sie dir wieder. All die Arbeit muß gemacht werden, um diesen Zustand zu stabilisieren, und um das zu erreichen, braucht es länger als ein Leben.»


Marina Abramović


Auf ein schönes, leises und leichtes letztes Wochenende im alten Jahr, dass eine Brücke der Zufriedenheit ins neue Jahr sein möge.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Andenken

die nebelschwämme
zwischen den kleinen baumschluchten im tal
lösen sich am späten vormittag
wie ein ungedeutetes zeichen von dir
am ende der gelebten zeit
über den himmel hinaus
wachsen die bäume weiter
drängen sich aneinander
und es bleibt die gelegte spur
aus der vergangenen kraft deiner hände
die am abend leicht zitternd
die frische zigarette hielten
deren geruch nach dem aufgehen der ersten glut
über die jahre unverändert geblieben ist
wie so etwas bleibt in all den erinnerungen
aus worten einer blühenden frucht einer reise
wie so etwas bleibt in seiner unerschütterlichkeit
ohne ein greifbares andenken bleibt



                                                                       für P. (+ 29.12.2008)


Hermann Josef Schmitz

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Malend

"Das Höchste und Schönste waren die kleinen Geschenke: der Farbenkasten, den mir das Fest einst brachte, mag ein größtes Glück mir im Leben gewesen sein. Die ganzen Weihnachtstage saß ich bei meinen Farben, malend und malend."


Emil Nolde

Dienstag, 27. Dezember 2016

Unbegrenzt

in dir und deinem ungestümen leben
wohnt so viel mehr als du schon sicher weißt
längst kennst du noch nicht alle deine lebensräume
schlägt deines herzens takt noch nicht an jedem platz


in dir und deinem ungestümen leben
wächst unaufhörlich vieles dessen du nicht sicher bist
längst hast du noch nicht alle worte sterne landschaften entdeckt
bleibt mancher horizont noch hinter dem was du dir vorzustellen magst


in dir und deinem ungestümen leben
hast du hingegen alles was dich wohnen lassen kann
ein weites herz das sich nach allem neuen streckt
und einer händepaar das sich dem schönen immer wieder zugewandt


in dir und deinem ungestümen leben
hast du hingegen alles was dich wachsen lassen kann
dein unbegrenztes recht das neue zu entdecken und zu trennen
um unbegrenzt zu werden und zu lieben über eines lebens weite welt



                                                                                                             für J. (*27.12.2000)


Hermann Josef Schmitz


Ein bemerkenswert leuchtender 2. Weihnachtstag.









Montag, 26. Dezember 2016

Verführung

auf den stillen wassern
spiegelt sich das licht wie gebrochenes pergament
auf den altären der verführung
flüstert die zitternde haut vom vergänglichen glück
während du den blick verlierst
atmet sich die stunde über vergessene plätze
tief im inneren der gedanken
vergeht wiederkehrend alles bedachte und bewährte
auf den altären der verführung
bricht sich wieder und wieder des flusses vergangenheit
auf deiner stillen haut
flackert der rhythmus der wiedergekehrten zeit



Hermann Josef Schmitz


Ein paar lichtvolle Impressionen aus dem Blauen Haus. Leider ist der Weihnachtsbaum heute Nacht ohnmächtig geworden und musste aus einem Scherbenmeer nach draußen befördert werden. Wer's wohl war ...






Sonntag, 25. Dezember 2016

Um Mitternacht

Gelassen stieg die Nacht ans Land,
Lehnt träumend an der Berge Wand,
Ihr Auge sieht die goldne Waage nun
Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;
Und kecker rauschen die Quellen hervor,
Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
Vom Tage,
Vom heute gewesenen Tage.


Das uralt alte Schlummerlied,
Sie achtet’s nicht, sie ist es müd;
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
Der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer behalten die Quellen das Wort,
Es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage,
Vom heute gewesenen Tage.



Eduard Mörike

Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachten feiern

weihnachten könnten wir  jeden tag in uns haben
indem wir uns freuten an den momenten aus stillem glanz
der erkenntnis den platz zugeständen den sie wahrlich verdient
würden wir für uns und für andere eine neue tür aufschliessen
und uns gleichzeitig trennen von den wünschen der anderen


weihnachten könnten wir jeden tag aufs neue feiern
indem wir etwas von unserer zeit verschenkten
die müde hand eines anderen hielten
den platz an der eigenen schulter frei machten
und das herz endlich für das wartende licht öffneten


weihnachten hätte jeden tag einen augenblick verdient
in diesen zeiten voller angst und unsicherheit
könnten wir selbst hoffnung schaffen im kleinen
einen platz anbieten für das verlorene wort
und etwas verschenken was nicht verschenkt werden müsste



Hermann Josef Schmitz



Von ganzem Herzen wünschen wir Euch erfüllte und segensreiche Weihnachtstage, Zeit zum Innehalten und Genießen, Zeit für liebevolle Begegnungen und gute Gespräche. Wir wünschen Euch Geschenke, die berühren und den Platz, an dem Euer Herz zu Hause sein darf.

Von ganzem Herzen alles Liebe und Gute zu Weihnachten .


Mehr als nur den Kartentext (am 24. November 2016) findet Ihr hier: 366 Zeilen