Dienstag, 31. Januar 2017

Windbruch

windbruch ein abgerissenes leben mitten im feld zerbrochen im wind und hoffnungslos lagern die grauen schatten als kalte hüter an den schneerippen die die felder begrenzen wenn du dich umdrehst im schwer gewordenen atem wenn du dich umdrehst bleiben die fragen was geschieht mit dem nest aus abgebrochenen ästen aus gedanken die sich unsortiert gesammelt hatten wohin fließt die wärme die aus eines langen lebens tiefe aufgerissen wurde windbruch zerschnittene träume keine umarmungen mehr an der rauhen haut morgen kommen die maschinen und übermorgen bleiben vorübergehend risse bis zum frühling wenn alles überwächst und die zauderer des zeitgeistes in den sälen der welt aufbrechen und sich wieder daran machen die langeweile zu vertreiben dabei wäre es an der zeit unvollendeter zu werden nachgiebiger und sich verführen zu lassen von all den menschen die sich gelöst haben von den grauen schatten von den blinden mauern und von den uneingelösten versprechen windbruch ein baum vergeht wie ein mensch und ein traum vergeht wie ein versprechen und im schwer gewordenen atem spüre ich die erregung nach dem windbruch auf das was kommt ungewiss unsicher und vertrauend auf mich selbst auf meine sehnsucht in meine zärtlichkeit und in der gewissheit geliebt zu sein und angenommen von dir und dem leben


Hermann Josef Schmitz

Montag, 30. Januar 2017

Sehnsucht

„Es bleibt immer die Sehnsucht, am Leben teilzunehmen, leben zu wollen und dieses Leben auch immer wieder anders zu begreifen, weil ja auch immer wieder Neues dazukommt.“


Iris Berben im Interview der Süddeutschen Zeitung vom 28./29.01.2017




In Sinne dieser Berben-Worte gehen heute Geburtstagsgrüße vor allem nach Hargarten in den Westerwald zu meinem lieben Freund R., aber auch zu dem lieben U. nach Hermrigen in der Schweiz und der lieben M. nach Singapur. Genießt den Tag und habt ein behütetes glückliches neues Lebensjahr.

Sonntag, 29. Januar 2017

Winterlesung

eine entleerte stille landschaft
gibt sich hin der unerkannten stimme
die ihre worte nimmt aus schneepapier
dem gedränge grauer schatten entkommend
wird alles auch in dir ganz still
schweigt staunend ohne widerklang
dann wächst etwas in dir was dich erregt
das du nicht fassen kannst und doch berührt
dann weben tränen sich in deine augen
und schneepapier vergeht im licht



Hermann Josef Schmitz


Der Flyer für unsere Osterausstellung ist da, die Seiten mit den Ausstellern folgen in einem der nächsten Posts. In diesem Jahr werden es nochmal mehr Aussteller und damit das Angebot auch vielfältiger.
Danke für die professionelle Gestaltung an Isa Hofer.

Wir freuen uns schon :-).



Samstag, 28. Januar 2017

Liebe, bist du!

Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!
Lieber durch Leiden
Möcht ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!
Wie soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe, bist du!
-


Johann Wolfgang von Goethe



Unverändert einer meiner Lieblingsschriftsteller – Bodo Kirchhoff. Das zweite Buch von ihm in diesem Monat ist sehr berührend und nachdrücklich.



























Eine kleine Morgenstimmung, das Licht öffnet sich endlich wieder so schön.

Freitag, 27. Januar 2017

Erinnern

im samt des frühen schneemorgens
das ohr an die erde legen
den gräsern beim flüstern zuhören
wenn die lippen wieder in bewegung kommen
deinen namen leise erinnern



Hermann Josef Schmitz



Wieder ins Licht kommen, weniger frieren und den Liebsten begegnen - so möge das Wochenende werden.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Die Winterwolke spricht von Schnee

Kein Vogel fliegt im leeren Strauch.
Das Gras, das gelb beim Erdreich liegt,
Ist tags noch weiß vom nächt'gen Hauch.


O, armes Gras, du tust mir weh,
Bist müde gleich dem Vogelvolk;
Die Winterwolke spricht von Schnee.
Den Weg des Todes zieht die Welt,
So wie das Blut das Herz einst flieht
Und der Gedank' in nichts zerfällt.



Max Dauthendey

Mittwoch, 25. Januar 2017

Eigener Plan

dein atem webt sich
in die stillgelegte winterstunde
die aufgehäuften träume
werden ungenau und fließen ab
der tag auf dem wir heute gehen werden
hat seine eigene fährte gelegt
doch ungestört von diesem weg
fasst sich dein weites herz den eigenen plan



Hermann Josef Schmitz


Heute feiert mein lieber Sohn Christian seinen 27. Geburtstag.  Möge Dir auch das kommende Lebensjahr den Weg bereiten, der gut zu begehen ist, möge Gesundheit ein guter Begleiter bleiben und die Menschen an Deiner Seite Dir freundschaftlich und liebevoll zugewandt. Möge das neue Jahr Dich behüten.

Von Herzen alles Liebe und Gute, immer den richtigen Sound und immer das Ziel vor den Augen. Lass Dich feiern.