Freitag, 20. Januar 2017

Aus Herzen und Hirnen

Aus Herzen und Hirnen
sprießen die Halme der Nacht,
und ein Wort, von Sensen gesprochen,
neigt sie ins Leben.


Stumm wie sie

wehn wir der Welt entgegen:
unsere Blicke,
getauscht, um getröstet zu sein,
tasten sich vor,
winken uns dunkel heran.


Blicklos

schweigt nun dein Aug in mein Aug sich,
wandernd
heb ich dein Herz an die Lippen,
hebst du mein Herz an die deinen:
was wir jetzt trinken,
stillt den Durst der Stunden;
was wir jetzt sind,
schenken die Stunden der Zeit ein.


Munden wir ihr?

Kein Laut und kein Licht
schlüpft zwischen uns, es zu sagen.


O Halme, ihr Halme.

Ihr Halme der Nacht.


Paul Celan


Und weitere Musik von der wunderbaren Inga Rumpf, die mich im Morgendunkel auf dem Weg in die Schweiz begleitet hat. Vielen Dank an den lieben R.

Ich wünsche Euch ein ins Ausruhen geneigtes Wochenende und warme Stuben zum Sein.







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