Mittwoch, 31. Mai 2017

Stockholm I

milles gården in der ferne bauen sie häuser schiffen gleich hier stehen grün patiniert die stillen zeugen anderer zeit ragen in die wolkenbaken und hinter aller stille näher am himmel und halsbrecherisch geborgen in einer großen hand und der fisch trägt die menschen mit ihren wenigen habseligkeiten die zeit holt sie und sich ein einziger satz der gültiger ist denn je und haften bleibt auf der langen treppe mit dem blick auf das wasser zerschneiden die boote die fasern später fügt sich glättet sich die große bewegung und wir schauen in der geborgenheit des momentes an arkaden entlang zwischen den blühenden kiefern bleiben die tänzerinnen beständig in ihrem schwung und der tag eine blühende ankunft ohne worte


Hermann Josef Schmitz



Und der dritte und letzte Teil der Bilderserie von Stockholm - welch leuchtende Tage.


















Dienstag, 30. Mai 2017

Liebesgedicht für die Freiheit und Freiheitsgedicht für die Liebe

Mit der Freiheit ist das so ähnlich wie mit der Liebe

Wenn dann das sogenannte Glück mich nach Jahren wieder herausholt aus dem verschlossenen Schrank

und sagt: Nun darfst du wieder! Nun zeig was du kannst!

Werde ich dann einatmen und meine Arme ausbreiten und wieder jung sein und voller Lebensmut

oder werde ich dann nach Mottenkugeln riechen und mit den Knochen klappern im Takt eines fremden Herzschlags?

Mit der Freiheit ist das so ähnlich wie mit der Liebe

und mit der Liebe ist das so ähnlich wie mit der Freiheit



Erich Fried


Die nächste Serie kommt aus Gamla stan, der Altstadt von Stockholm. Die hat uns sehr gefallen und ist einfach ein Erlebnis im Herzen der Stadt.


















Montag, 29. Mai 2017

Stockholm IV

dann verwischen die buchstaben worte sätze alles wird unkenntlich und dazwischen schritte wellen ein übergang und plötzlich stille ein baumstumpf für später und weite hallen wo sich der ausdruck würde verleiht stehen und hinschauen und nochmal schauen hinter die farben die gemalten buchstaben worte sätze schwarze blumen auf lila feldern ein fenster und fotos die anstößig und heilig zugleich sind wir wandern durch die räume schritte greifen in die luft ein offener ausgang und später eine nähe vor dem gang auf das schiff übersetzungen viel gebliebenes und darinnen eine heimat und niemand mehr der darin wirklich wohnt hier kann ich gehen  und mich freuen auf absehbare tage im sommer eine bordüre aus blüten die nicht vergehen eine heimat die wir uns zueigen gemacht über die jahreszeiten hinaus und für alle endlichkeit weit im herzen aus liebe und klang


Hermann Josef Schmitz



Beeindruckend war für uns das Moderna Museet auf der Insel Skeppsholmem. Kaum angekommen verstummte der Lärm der Stadt, die großen Räume luden zum Schauen ein. Neben der aktuellen Ausstellung von Josef Frank, den wir bislang gar nicht kannten, luden Warhol, Schwitters, Picasso, Matisse und viele andere einmal mehr zum Schauen ein.