Sonntag, 29. Juni 2014

Das Gedicht ist einsam

„Das Gedicht heute behauptet sich am Rande seiner selbst; es ruft und holt sich, um bestehen zu können, unausgesetzt aus seinem Schon-nicht-mehr in sein Immer-noch zurück.
Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs. Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Es sucht es auf, es spricht sich ihm zu.“



Paul Celan
(Aus: Der Meridian. Rede anläßlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises. 22. Oktober 1960)

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