Mittwoch, 9. Juli 2014

Wolken

In wogenden Räumen spuken Wolken.
Mit weichen Händen weichen Armen und übertrieben weichen Gebärden
führen sie süß duftende Monde an ihren Mund.
Schmachtend verzehren sie die Monde.
Ein Mensch zeichnet Wolken auf ein Blatt Papier
und füllt die Wolken mit kleinen Kreuzen aus.
Ein Vogel lässt sich stumm vor ihm nieder
und schaut ihn aus bodenlosen Augen an.
Stumme Vögel sind Boten von Verstorbenen.
Sie lassen sich furchtlos vor den Menschen nieder
und überbringen ihnen in ihren bodenlosen Augen
hell leuchtende Funken Grüße aus dem Totenreich.
Eine Wolke liegt nackt im Dunkel.
Sie schläft und träumt.
Eine Wolke liegt nackt im Dunkel.
Sie ist schön wie meine Geliebte.



Hans Arp
Nächstes Leseexemplar ... be-treffend, lang-atmig, sprach-intensiv:




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