Freitag, 1. August 2014

CLIII. Sonett

Cupido warf die Fackel hin, und schlief;
Ein Mädchen der Diana stahl den Fang,
Und taucht der Liebe Feuerzunder tief
In einen kalten Quell, der dort entsprang.
Alsbald durchdrang vom heil’gen Brand die Wellen
Für alle Zeit lebendig rege Glut,
Und ward ein siedend Bad, in schlimmen Fällen
Der Menschen letzte Hülf’ und höchstes Gut.
Doch – die an Liebchens Blick frisch angefachte Kerze
Hielt mir aufs Herz der Knabe zum Versuch;
Daß ich, erkrankend von dem heißen Schmerze,
Ein trüber Gast, mich nach dem Bade trug.
Doch half mir’s nicht: Die Bäder, die mir taugen,
sind Amors Feuerquellen, Liebchens Augen.



William Shakespeare



Auf ein wunderbares Sommerwochenende und viel Feuerzunder.

1 Kommentar:

  1. warf die Fackel hin, ist hier wahrscheinlich gemeint, oder?
    Ja! Viel Feuerzunder heute! Bei euch drüben!! und wir freuen uns dran!!
    Feiert schön!

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