Mittwoch, 1. August 2018

Was ich eintausche

Für meine Arbeit bekomm ich zwei Fenster
auf die Straße, zehn Meter Raum,
einen Teller Mond jeden Abend
und ein Gähnen von leeren Karaffen.


Alle Tage sind für mich Montag:
immer von vorne beginnen, im Kreis gehn
um mich selbst, innerhalb der zehn Meter
des Grabs mit Fenstern, das ich gemietet habe.


Die Welt hab ich aufgegeben für einen ewigen Stuhl,
auf dem ich meine Bienen-
und Geister-Arbeit verrichte,
die Seufzer zu Münze macht,


um jeden Sonntag mir Sonne zu kaufen
und mein Vaterland in einem Schrank aufzuheben,
um der Liebe auf der Treppe zu begegnen
und einen Regenschirm gegen Blitze zu haben.


Für meine Arbeit bekomm ich eine Straße,
die mir reihenweise Gesichter verkauft,
zwischen Häusern, die die Farbe der Wäsche
und der Wolken auswendig kennen.


Ich suche die Fenster ab
und verlier mich in der Straße voll Zeichen:
jeder Tag ist ein Hin und Zurück,
eine Reise nach Nirgends, in die Nacht.



Jorge Carrera Andrade