Samstag, 10. Juni 2017

Sehnsucht

ich sehne mich
nach verschlungenen sommern
mit dir
nach den enden der leisen nächte
wenn das silberne taunetz
die wiesen berührt
wenn die himmel voller unschuld
eine lichtbahn anführen


ich sehne mich
nach verschlungenen sommern
mit dir
nach den häfen am leisen ufersaum
wenn die wellen wie atemzüge
zwischen sand und wind vergehen
wenn die segel voller aufbruch
die weite ersehnen


ich sehne mich
nach verschlungenen sommern
mit dir
nach übermütigen wortspielen
wenn sich unsere sätze
unausgesprochen zueinander fügen
wenn der blick deiner augen genügt
um den tag besonders zu machen


ich sehne mich
nach verschlungenen sommern
mit dir
nach schattenplätzen unter alten bäumen
wenn der geruch üppiger blüten
über unsere haut streift
wenn die geheimnisvollen gedanken
sich auf verführung einstimmen


sehne ich mich
nach verschlungenen sommern
mit dir



Hermann Josef Schmitz


Eines der sehr berührenden Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe und das nach einem eher verhaltenen Beginn sehr an Fahrt gewinnt und einen optimistisch-nachdenklich zurücklässt.



1 Kommentar:

  1. ...und meine Sehnsucht wächst mit jeder Zeile dieses schönen Gedichts!

    Sonnengrüße aus Österreich
    Gabriele

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