Dienstag, 29. Juni 2021

Das angelehnte Satzzeichen

dem alltag des sommers worte geben
das gewoge der luft
über der reifenden gerste
das blühen deiner lippen
in schöner dunkelheit
der offene schoß
eines unvollendeten himmels
das angelehnte satzzeichen
deiner unbedingten liebe


Hermann Josef Schmitz




Sonntag, 27. Juni 2021

Reife

die junge gerste entledigt sich
des letzten grüns
ein weiter sonnenstrich
weht kraftvoll über‘s große feld
der mohn verblasst
und wird zu einem kargen rot
jetzt öffnet sich des himmels blau
die großen messer sind geschärft
hinaus ins nächste leben
wächst die junge gerste
gibt sich der bestimmung hin
und wird im letzten wachsen neu



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 25. Juni 2021

24062021 // S 01 L // 1:03:33

mäandernder regen fließt die sonnenstunden entlang mitten im sommer haben sich die grenzen längst verschoben nichts scheint mehr dauerhaft verlässlich berechenbar zu sein menschen mit zwei gesichtern tragen die geschichte hinter der geschichte als geschickte lüge sie nennen es die unterschiedliche betrachtung der wahrheit aber sie verkaufen die leihsache zu einem überhöhten preis und niemand bekommt mehr das was es mit sorgfalt zu nutzen gilt mitten im sommer verschieben sich die zeiten das verlorene gewissen fremder dringt in meine gedanken lähmt die schönheit der zeit und der schmerz hinter dem schmerz der schritte hat seine würde verloren alles zählt was zählt nichts geschieht mehr ohne berechnung alles muss etwas wert sein alles muss sich lohnen aber worauf kommt es denn an inmitten der aufgebrochenen wahrheit was zählt denn wirklich jenseits der laufstege der quoten der falschen gesichter mäaandernde wolken tragen den regen unter dem grauen stoff nur dein herzhaus bleibt mein sicherer ort


Hermann Josef Schmitz



Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende mit vielen sicheren Orten in diesem verregneten Sommerbeginn.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Wir brauchen uns Menschen

wir brauchen uns menschen
unsere zuwendung und unsere tränen
wir brauchen die tage
jenseits der einsamkeit mehr denn je
brauchen wir zärtlichkeit
wir brauchen die stillen tage zu zweit
in denen wir gehen können
schritt an schritt
den blick nach vorne
den blick zugleich zugewandt
brauchen wir uns menschen mehr denn je
über alle verbindungen hinaus
brauchen wir dieses sorgen und umsorgen
dieses halten ohne festzuhalten
brauchen wir uns menschen



Hermann Josef Schmitz

Montag, 21. Juni 2021

20062021 // S 01 // 43:44

menschenhohe blüten stehen an der strecke luft drückt schwer wie eines tiefen schmerzes unverschlossene wunde nah vom fluss tönt eine rauhe melodie unter tiefen ästen verdunkeln sich die wege hie und da ein lichtfleck eines sonntagsgrauen himmels regen wartet zwischen blassen stunden spüre ich dann meinen atem wieder folge seiner reihenfolge wie von selbst spüre ich mich wachse wieder zu mir um aus mir zu kommen lange tage schwieg mein ich zu mir wie von unsichtbarer hand gelöst fallen jetzt erinnerungen in sich zusammen wird die gewissheit einer liebevollen gegenwart zu einem festen boden reife felder stehen an der strecke diese schwere luft verliert für mich bedeutung in der ferne webt dein atem stille worte einen traum und eine zuversicht dieser liebe diesem werden diesem liebevollen sein übergebe ich die zügel für den weg der uns vertraut


Hermann Josef Schmitz