mich aufhalten
dich mich aufhalten
mich halten
dich mich halten
mich innen halten
während du innehältst
mich aushalten
während du es aushältst
mich aushalten
dich mich aushalten
mich in allem lieben
dich mich lieben lassen
und das halten
über alles halten
Hermann Josef Schmitz
Wortgarage
Mittwoch, 4. Februar 2026
Halten
Montag, 2. Februar 2026
Bis in den tiefsten Grund
unter dem dach des schlafenden traumes
wohntest du in einer stillgelegten zeit
sterne lagerten im königsblauen vlies
alles leuchtende in grün und blau verschwand
raues weißes gewässer durchkreuzte gestein
während ich deinen müden atem hütete
verschwanden deine augen im abseits
formten die worte zuneigung ohne grund
sterne lagerten im königsblauen vlies
wolken wuchsen aus des winters riss
zitterte herzenshaut bis in den tiefsten grund
Hermann Josef Schmitz
Samstag, 31. Januar 2026
Januar III
ich stand unbeobachtet unter kastanienbäumen im
ergrauten winter in den wartezimmern der meinungsforscher zwischen lieferketten
und den totengräbern der welt wollte ich keinen platz mehr nehmen unter den
stillen kastanienbäumen deren grüne dächer des sommers mir eine vorfreude in
den briefkasten meiner sehnsüchte legten lauschte ich dem atmen des kanals
regentropfen zeichneten fortwährend winzige ringe auf die oberfläche selten
sprachen die bäume aber später am weiher vernahm ich die morsezeichen der wiederkehrenden
seerosen auf dem rückweg blieb ich erneut unter den kastanienbäumen stehen die
landschaft schien in einem seltsam sepiafarbenem licht wie aus einer
vergangenen zeit ich traute den schritten in dieser regenstille fern der
wartezimmer in denen sich die selbstgefälligen despoten und
schlagzeilendarbieter präsentierten die unberechenbarkeit des lebens war
überall aber sie war in dieser einen stunde anders eingehüllt in das atmen des
wassers die zeichnungen der regentropfen und die gewissheit einer umarmung
Hermann Josef Schmitz