Mittwoch, 20. November 2019

Wie wir sind

»Wir sehen die Dinge nicht,
wie sie sind,
wir sehen sie so,
wie wir sind.
«



Anaïs Nin

Dienstag, 19. November 2019

17112019 // S 02 // 39:44

keine bahnhöfe finden schwer trifft mich novemberregen aus den himmeln fällt die stille sie ist wund und unwägbar dunkle bäume weinen in den wäldern und ich spüre zwischen dem zerfall der blätter eines optimisten stimme die zwischen allen blendern und spaltern die stunde zur hand nimmt und die undeutliche richtung wieder neu schreibt aber in der dauer dieses einen lebens braucht es lange bis die einsamkeit ihre narben glättet und in den zitternden händen ein kleines wunder wird aus einer herzkammer wächst dort wo gestern und heute und morgen die liebe ihre zärtlichkeit sät


Hermann Josef Schmitz


Seit Längerem mal wieder neue Musik - zum ersten Mal von Seeed.
Ich mochte bereits die Musik von Peter Fox, der ja bei Seeed spielt und der Artikel in der Süddeutschen Zeitung hing mir wegen der Tragik um den überraschend verstorbenen Demba Nabé schon länger nach. What A Day ist der Song, mit dem man das Hören anfangen sollte.



Montag, 18. November 2019

Auf sich selbst

Ich habe nicht stets Lust zu lesen.
Ich habe nicht stets Lust zu schreiben.
Ich habe nicht stets Lust zu denken;
Kurzum, nicht immer zu studieren.


Doch hab ich allzeit Lust zu scherzen.
Doch hab ich allzeit Lust zu lieben.
Doch hab ich allzeit Lust zu trinken;
Kurz, allezeit vergnügt zu leben.


Verdenkt ihr mirs, ihr sauern Alten?
Ihr habt ja allzeit Lust zu geizen;
Ihr habt ja allzeit Lust zu lehren;
Ihr habt ja allzeit Lust zu tadeln.


Was ihr tut, ist des Alters Folge.
Was ich tu, will die Jugend haben.
Ich gönn euch eure Lust von Herzen.
Wollt ihr mir nicht die meine gönnen?



Gotthold Ephraim Lessing

Sonntag, 17. November 2019

Wäre ich eine Zärtlichkeit

wäre ich eine zärtlichkeit
nur eine zärtlichkeit für sich und ohne eine fügung
dann wäre ich ein leichter sommerwind
ein lufthauch voll von warmem licht
und würde unbemerkt in deinen beugen nisten
würd streifen über deine wangen
in deinem hautgeflecht versteckte worte lösen
wäre ich eine zärtlichkeit
dann käme ich von einem hellen meer als leichter sommerwind
und würde an den ufern lustvoll aufbegehren



Hermann Josef Schmitz



Es lohnt, die Lebenserinnerungen der Hannelore Hoger zu lesen - vielfältig, voll kluger Sätze und immer auch alltäglichen Geschehnissen einer vergangenen Zeit.