Donnerstag, 5. August 2021

Für einmal mehr

die wellen der sehnsucht
wenn sich mein auge verliert
in der vollkommenheit
der dunklen lamellen
dann leuchtet die haut
für einmal mehr als sonst
verbinden wir die geheimnisse
wie seiten zu einem buch



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 3. August 2021

Deine Brücke zur Nacht

vielleicht hättest du
keine worte mehr gefunden
für die unordnung jener fugenlosen welt
aber deine eigene ordnung
wäre dir geblieben
vielleicht wären anderen
deine gedanken zu einfach erschienen
inmitten des zerstörens jener wundgewordenen welt
aber an den abenden des sommers
hättest du die reife der felder geschmeckt
beinahe zärtlich die harten halme gestreift
hättest dem licht des kommenden tages getraut
ohne gedanken in die ungenaue weite kommender jahre
wärest du in deiner zeit geblieben
vielleicht hättest du
keine worte mehr gefunden
an den müden abenden des sommers
so kurz vor der ernte
aber deine achtung vor dem dir anvertrauten leben
wäre wieder und wieder deine brücke zur nacht geworden



                                                                           für P. (* 03.08.1932)


Hermann Josef Schmitz

Montag, 2. August 2021

01082021 // S 01 M // 54:40

ganz bei mir beginnen schrittfolgen anlegen den dunklen gewässern ausweichen und die leisen bemerkungen des gelösten herzens hören über kipppunkte nachdenken während die augen den steinen und den beschnittenen rändern folgen mich freuen am wuchern und ungestümen blühen dich nahe zu mir denken glücklich sein oszillierend in der abfolge bleiben eine kurve berühren wie eine umarmung jene berichtende worte erinnern die mich auch tage später erschüttern sprachlos antworten einen umschlag versiegeln mit traurigkeit und bleiben in der dankbarkeit über den eingeschlagenen weg dich streifen mit meinen händen später wenn die schritte verlangsamen der atem mich einholt die blauen läden winken wie eine flagge wie ein bekenntnis wie eine heimat voller behütung


Hermann Josef Schmitz



Urlaubszeit ist für mich immer auch intensive Lesezeit. Hier kommen die ersten 5 Bücher, weitere folgen. Ich wollte es nicht überfrachten 😉

«Monschau» von Steffen Kopetzky
Unabhängig vom Inhalt hat mich zunächst der Titel angesprochen. Meine verstorbene Mutter kam aus der Nähe von Monschau. Inhaltlich hat’s mich trotz der aktuellen Pandemie angesprochen, denn es handelt von einer tatsächlichen Pocken-Pandemie von 1962 in Monschau. Kopetzky verknüpft die wahren Begebenheiten dieser Zeit mit einer fiktiven Beziehungsgeschichte. Und er macht das sehr gut und verführt zum Recherchieren über das, was tatsächlich seinerzeit geschah. Vieles ist vergleichbar mit heute, allerdings begrenzt auf einen kleinen regionalen Raum. Kommt auf jeden Fall in meine Jahresliste.

«Müller und die Schützenmatte» von Raphael Zehnder
Durchaus eigenwilliger Krimi in Basel, der mehr den Alltag der Polizeiarbeit schildert als das er einen starken Spannungsbogen aufzeigt. Und das Buch – in dem es um einen verschwundenen Fußballtrainer eines überschaubar erfolgreichen Fußballvereins geht – hat auch für einen Krimi ein eigenwilliges Ende.

«Chienbäse» von Ina Haller
Ich wusste zunächst nicht, wofür Chienbäse steht, aber Wikipedia hilft zuverlässig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Chienbäse
Spannender Krimi, der mit einem Mord inmitten des Chienbäse beginnt. Weitere werden folgen und zu offensichtlich rückt jemand in Verdacht, dessen Unschuld sich aber spät im Buch bestätigt. Sehr schöner Spannungsbogen, interessante Blicke auf Fasnachtsbräuche und eine unerwartete Wende zum Schluss. So darf ein guter Krimi sein.

«Der große Sommer» von Ewald Arenz
Ewald Arenz darf weiter solch tolle Bücher schreiben. Ich werde sie kaufen und lesen.
«Alte Sorten» war bereits sehr gut. Das hier besticht noch mehr.
Es gibt für Menschen immer wieder den Sommer, der prägt. Von Frieder, der Hauptfigur in diesem Roman einer Jugend, eines Aufbruchs, einer ersten Liebe, den Stolpersteinen des Erwachsenwerdens handelt dieses Buch. Und während «Der große Sommer» zunächst mit anderen Romanen vergleichbar scheint, wird er dann einzigartig, großartig und berührend. Ich mochte das Buch kaum noch aus der Hand legen, es ist sehr lesenswert.

«Pappnasen» von Peter Meisenberg

Guter Krimi im Kölner Milieu, der mich mit seiner heimatlichen Sprache immer ein bisschen mehr anspricht. Und neben der Handlung, in der es um den Überfall auf eine Animierdame geht, handelt der Krimi parallel auch immer um die familiären typisch rheinischen Beziehungen des Kommissars Löhr.