die wälder atmen auf
in ihren adern fließt das silberlicht
während sich der fluß streckt
seine trägheit wie von selbst vergeht
stehen gräser blütenhalme zweige auf
und sind bereit sich hinzugeben
für einen tag in dessem grauen herz
ein maienfeuer lodert wie von einem stern
Hermann Josef Schmitz
Wortgarage
Mittwoch, 13. Mai 2026
Regentag
Montag, 11. Mai 2026
In diesem Garten
als du mit mir durch deinen garten gingst
an einem stillen regennachmittag
und mich auf eine reise
durch alles wachsen alles blühen nahmst
verstand ich noch viel mehr
welch großes herz von dir in diesem garten wohnte
welch liebevolle freude all diesen pflanzen
durch dein spüren und berühren widerfuhr
als du mit mir durch deinen garten gingst
an einem stillen regennachmittag
da wuchs in mir ein leiser stolz auf dich
auf deine hoffnung die in diesem garten lag
für Annemarie
Hermann Josef Schmitz
Ein paar Impressionen aus diesem kleinen Paradies:

Samstag, 9. Mai 2026
Mai I
auf garteninseln blühen fliederbäume die rauen
wolken sind jetzt abgetaucht am ufer üppiger flüsse wachsen grüne städte halme
blätter weitverzweigte spuren öffnen sich für einen neuen traum kurz vor deinen
augen wird jetzt alles still und aus dieser stille öffnen wiesen lichtungen
horizonte sich legen einen neuen raum zum leben an und in dieser stille
entsteht ein schweben wird ein fließen stillt sich sehnsucht braucht kein
reisen keine ferne nur den blick ins nahe grün paradiese tage wie ein großes
fest ohne aufsehen ohne schlagzeilen jahrelang gesenkte blicke auf dem weg von
einem ort zum anderen heben sich und schauen über alle sorgen weg was verhangen
war wird zur blassen spur jetzt ins vergangene legt sich eine neue helle spur
aus blau und grün und gesichter die verloren schienen und geschichten die
verloren schienen wachen auf garteninseln blühen linden fliederbäume und
kastanien während in den beeten noch in kapseln schlafend mohn von seinem
festtag träumt
Hermann Josef Schmitz
Donnerstag, 7. Mai 2026
Verborgen
heute würden in deiner welt die tage
für außenstehende ereignislos scheinen
aber wenn ein tier zur welt kam
die wintergerste gedieh
und die blaue blume am wegrand
deine seele heimlich umarmte
teiltest du manche geschehnisse
zur abendstunde mit denen
die das dorf am leben hielten
in einem verrauchten gastraum
mit einer zigarette im mundwinkel
kannte niemand aber deine wahre sehnsucht
deinen hunger nach leben
wusste um die leise freude
über die blaue blume am wegrand
teiltest du manche geschehnisse nie
für
P.
Hermann Josef Schmitz
Dienstag, 5. Mai 2026
Bleiben
wir schwiegen glückselig
an diesen orten der erfüllung
wo alle sehnsucht sich löste
und von neuem begann
schwiegen wir glückselig
wandernde im geschehen der zeit
und doch fasziniert von allem
was uns abhielt weiterzugehen
schwiegen wir glückselig
und dankbar zugleich
Hermann Josef Schmitz
Sonntag, 3. Mai 2026
Abgrund
sie untergraben ihre worte mit lügen
bekleben deine wände mit unrecht
und wenn die tage der kränkungen
zur duldung werden wissen sie es
wissen es immer wenn du die herde suchst
allen lügen zum trotz
die sie sich längst zur wahrheit gemacht haben
sie untergraben ihre worte mit lügen
schänden die wahrheit die schwachen
die sprachlosen opfer ohne widerspruch
sie sprechen als seien sie klug
aber ihr verrat ist ein einziger abgrund
Hermann Josef Schmitz
Freitag, 1. Mai 2026
Vertrauen
du kannst den worten sagen
dass sie bei mir aufgehoben werden
und im vertrauen wohnen jederzeit
du kannst den worten sagen
dass dort wo sie geheimnis bleiben wollen
zeitlos im verborgenen wohnen dürfen
du kannst den worten sagen
dass sie in ihren ängsten ihren sorgen
behütet bleiben und umarmt
Hermann Josef Schmitz
Ich wünsche Euch ein schönes, sonniges und herzliches Mai-Wochenende mit viel Gutem.



