lichtprozessionen durchschritten die nacht
wir waren angeregt und erfüllt von den dialogen
fragen umrahmten die vielfalt der stimmungen
und in allen räumen lebte eine stille freude
lichtprozessionen durchschritten die nacht
im tieferen sinn der antworten lagen berührungen
später wanderten wir durch die schlucht der träume
und die verlorenen tage verloren an bedeutung
lichtprozessionen durchschritten die nacht
und in den abschieden hielten die worte ein versprechen
Hermann Josef Schmitz
Wortgarage
Montag, 2. März 2026
Versprechen
Samstag, 28. Februar 2026
Als dir dein Loslassen fremd blieb
diese seltenen augenblicke
wenn sich deine gedanken verloren
beim berühren einer blüte
dieses fassungslose glück
ohne sich schuldig zu fühlen
in der gefangenschaft von worten
daran denke ich im grau der tage
unerschütterlich dein glaube
und dennoch voller sorge
die unbekannte zukunft hinter dem licht
nie andauernd diese augenblicke
wenn sich die gedanken verloren
wenn das glück fassungslos wurde
daran denke ich im grau der tage
und finde blinde flecken
in einem ungeborgenen leben
zwischen der erinnerung
an den frühen verlust der heimat
den frühen verlust der eltern
daran denke ich im grau der tage
als deine hoffnung versiegte
den frühling zu spüren
als dir dein loslassen fremd blieb
und du nicht heil werden konntest
bis zum letzten atemzug
für M. († 29.02.2020)
Hermann Josef Schmitz
Donnerstag, 26. Februar 2026
Februar III
du sollst preisschilder hinhängen als wäre alles
nur noch durch geld etwas wert sagen sie dir wer du zu sein hast was du zu tun
hast und welche regeln unabänderlich sind vermessen sie alles vermessen sie den
flow und den druck und das blut nur den gradmesser der seele bekommen sie nicht
in ihre maschinen die displays stehen auf error während die bäume die türen zu
deinen dunkelräumen öffnen die verbotenen gedanken auslauf erhalten vermisse ich
dein augengrün das edle der berührungen und den zärtlichen atemzug du sollst
preisschilder hinhängen als wäre alles nur noch in einheiten zu berechnen
prozesse zu verschlanken während der widerspruch krachend aus den
hinhaltetaktiken scheppert es sind saubere spiele die keine spontanietät mehr
dulden freie worte sind nicht gefragt die gekauften meinungen die mit den hohen
preisschildern zählen um nicht zu verschwinden unter dem glatteis der lüge dort
wo die verbotenen gedanken eingefroren sind vermisse ich dein augengrün das
edle der zärtlichkeit und die berührungen des vorbeiziehenden atemzugs
Hermann Josef Schmitz