Freitag, 23. Oktober 2020

Sprachlos vor Glück jenseits der Zeit

dann fand ich deine verschwiegenste stelle
unter des tages schwere
meine hände lösten die schwellen
jeder anspruch war überflüssig
aber das verzeihen war ein großes geschenk
später öffnete sich deine verschwiegenste stelle ins weite
eine reise aus der dämmerung trug uns
in eine schwebende nacht
am fenster wogte wind und blieb spurlos
später ordnete ich deine atemzüge
zu einem liebevollen versprechen
später trieb ich sprachlos vor glück jenseits der zeit



Hermann Josef Schmitz



Ich wünsche Euch ein inniges, berührendes und verschwiegen-glückliches Wochenende.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Dieses helle Gefühl

der ankommende morgen
trägt die vergangene stunde in sich
ich schließe die schnellen bewegungen
und öffne die türen zur kammer
in einem anderen raum schläfst du
weich ist dein geschlossener blick
warm dein leiser atem
und wunschvoll die liebe
wie es mich einnimmt
dieses helle gefühl
mitten in diesem morgen voll regengrau



Hermann Josef Schmitz

Montag, 19. Oktober 2020

Immer gehen wir in die Weite

immer gehen wir in die weite
treffen entscheidungen über hier und jetzt
und können uns glücklich schätzen
wenn uns einer die hand hält
dessen augenflügel bis zum horizont reichen
immer sind wir im leben unterwegs
sind manchmal ratlos und unentschieden
aber wenn wir glauben alleine zu sein
trägt uns ein unbekanntes versprechen
wiegt uns in stiller sicherheit
immer gehen wir mit uns mit
nie sind wir wirklich alleine
jedes bekenntnis hat seinen platz
ein tag voller schwere hat auch immer eine lichtfuge
alles in uns wird ohne zutun geliebt
immer gehen wir in die weite



Hermann Josef Schmitz

Samstag, 17. Oktober 2020

17102020 // S 01 // 43:27

das letzte echo des mondes verhallt auf dem stillen kanal die einsamkeit des ankommenden morgens bereichert meine stunde augen wandern hinaus in den grauen himmeln wohnen die unbemerkten sterne die schritte vermessen denselben weg wieder neu zwischendrin verliere ich mich in gedanken verliere ich die gedanken verliere ich meinen blick und laufe ganz unbemerkt in meine verlorenen gedanken bis dann die schütteren bäume wieder in meinen blick geraten sie die den sommer so lange bewahrten dem gesang der zugvögel heimat bis zur abreise waren die diesen verlust und die leer gewordenen nester hinnahmen mit stoischem gleichmut und um ihre rückkehr wussten wie liebende auf bahnhöfen die sich auf die geliebten freuen einen herbstwinter lang


Hermann Josef Schmitz



Die Freude an Platten auf einem wunderbaren Plattenspieler wächst mir wieder ins Herz. Nie habe ich die Platten aus den 70er und 80er Jahren weggegeben und bin mehr als froh drum. Und ich finde neue und alte Platten.

»Wir bauten uns Amerika« von Provinz aus Ravensburg ist ganz neu und eine der besonderen Platten, weil sie farbig ist.
Hingegen ist
»Shades« von J.J. Cale, die großartigen Musiker, der leider 2013 zu früh verstorben ist, bereits von 1981. Diese Platte habe ich in einem wunderbaren Brockenhaus mit Vinylshop (!!!) erworben.

 









Donnerstag, 15. Oktober 2020

In eine andere Zeit

ich schlüpfe
in eine andere zeit
dort wo die wahrheit
wieder zu etwas verlässlichem wird
ich schlüpfe
meiner sicheren intuition folgend
in eine andere zeit
voll scheinbarer leere
ich schlüpfe
wieder vertrauten wegen folgend
zwischen blüten stille musik
in eine andere zeit



Hermann Josef Schmitz



Unverändert gibt es neue Musik, die es lohnt zu hören. In diesen Zeiten sowieso; tolles Album von der Allman Betts Band, den Söhnen von Gregg Allman und Dicky Betts sowie ihrer Band - starker Southern Rock!



Dienstag, 13. Oktober 2020

Scheinbar

alles wächst scheinbar ins leere
aber hinter den grau verwobenen regenlüften
enthoben der gelassenheit eines sommers
aber jenseits der ausverkauften landschaften
mitten im garten des einfachen lebens
wächst die fülle eines vergangenen sommers
wie ein ungezügeltes nachttier
in einer unsichtbaren kammer der wiederkehr
füllt ihre speicher aus licht und einem blütenfeld
und nichts wächst scheinbar ins leere
sondern kehrt wieder und wieder
im geduldigen verlauf einer kommenden zeit



Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 11. Oktober 2020

Herbsterfüllungen

häuten

die sommerwächter verließen die tage gräser wurden hart und blüten verloren anmut und leuchten die luft löste ihr blau auf den wasser schwammen die blätter zur reuse weit hinter den wäldern ein sturm kam dann und wann auf trug die sehnsucht mit sich die nachsager hatten schon lange ihre identität aufgegeben und ihren freien willen an sprechfiguren verkauft in den nächten schwiegen die sterne wie immer ein baum wurde flüchtig und das meer wirkte ferner die durchwebten luftstoffe waren zerschlissen und nichts blieb von bestand


entblößen

die abnehmende zeit bringt die wahrheit schon lange ins licht pathogene müssen neu beschrieben werden die wahrheit ist variabel geworden mängellisten und prüfsteine sind die einzig verlässlichen bloßstellungen aber ich liebe die nackten ufer wenn die geheimnisse ans licht kommen und der sommer sich zurechtrücken muss in seiner vergangenheit die abwesenden stehen im kreuzfeuer längst haben die wahren komplimente ausgedient und sie glauben immer noch sie seien nicht durchschaut ich liebe die nackten felder und ich rieche an manchen tagen die kalte entblößte luft die eine schneeherde vorantreiben wird ich liebe den tag an dem sich der horizont unter die haut der erde begibt bedingungslos ohne schmerz und mit allen wunden und wundern der zeit



sammeln


ich schreibe die guten worte auf wer weiß wohin sich die zeit verändert zu viele stehen mit ihren einsamen entscheidungen hinter sich enthoben dem eigenen gefühl ich sammle umarmungen augenlächeln eine handreichung und freue mich am gefundenen wort ich lege wärmestellen an in meinem sprachgebrauch mitten im tag verschenkt sich die stunde unter dem lichtschirm gräser wachsen nochmal eine späte blüte wird zu einem unscheinbaren wunder am rand einer rastlosigkeit ich kündige misskredite überziehungen unterstellungen und die pläne einer unvollendeten reise ich sammle die freude auf wiedersehen auf zumutungen auf majestätische sommer auf lichtklänge und eine reise ins ungewisse mit dir


wärmen

hinter der herzkammer wohnen die guten erinnerungen manchmal sperrt sich ein weg auf den wir nicht kannten und es kehrt etwas zurück das in einer anderen zeit heimisch war wir geben der herkunft mehr als nur ein datum sie bleibt beständig und die kommemoration an die uns so bedeutenden menschen ein grab in der ferne dort wo die insel vom meer umspült sich eine prägung erneuert hier eine zeile und dort ein stundengebet hier meine unbedingte liebe und dort ein schatten deiner erhobenen wimper wenn mich mein schweigen erfüllt tauche ich unter im moos deiner armbeuge und deiner ungezügelten haut


Hermann Josef Schmitz

Freitag, 9. Oktober 2020

Aus Glas

nächte aus glas
in den städten aus mondlicht
wenden sich silberwege
ein fluss aus blauem schweigen
verbeugt sich an seinen ufern
träume aus glas
im spiegelnden auge der sterne
bleibt die sehnsucht
nach einer ungewissheit des glücks
und den nie vollbrachten wegen


Hermann Josef Schmitz



Meine geliebte Herzdame sitzt wieder voller Leidenschaft am Brenner und macht wunderbare Glaskunstwerke.
Es freut mich ungemein 😍


Bleibt dem Schönen gewogen an diesem Wochenende und findet die Träume im Herbst.











Mittwoch, 7. Oktober 2020

Im Herbst lieben

wir übersahen die graue stunde
und lagen im dämmernden fluss eines herbstes
liebevoll öffneten wir ein geheimnis
aus einer vergangenen und einer kommenden zeit
wir waren wächter unseres eigenen glücks
und hüteten die sorgen des anderen
in unseren versprechen lag die zärtlichkeit
ausgewanderter wolken und umarmender ufer



Hermann Josef Schmitz

Montag, 5. Oktober 2020

Wer glaubt noch

wer glaubt noch dem geschriebenen wort
der übertreibenden schreiber
sie setzen sich selbst so gerne ins rampenlicht
ihr übergestreiftes selbstbewusstsein
der schwebende stolz im gleichklang der tage
wer glaubt noch den antworten der lügner
im aufgedunsenen schriftverkehr
sie wollen nur gutes von sich verkünden
nie schleicht unsicherheit um ihr haus
und sie haben nichts übrig für unrecht und kümmernis



Hermann Josef Schmitz