Sonntag, 22. April 2018

21042018 // S 01 L // 58:53

aus den atemspulen steigen die dunklen gedanken in die kühle luft glättet die rauhen nachtziegel und du steigst in die auflösende dämmerung den stolz über sie in der brust und ein klares ziel für die füsse und dennoch im kopf der solosänger lässt dich nicht los mit seiner haltung und wahrheit er schert sich um keine konvention der morgen öffnet die wunde des tages sie schmerzt nicht mehr auf feldern liegt nebelmoos wie ein weiches flirren und die schritte zählen sich schon lange nicht mehr am ufer entlang alles ist laut wie ein orchester das übt blütengewitter und ein stadt die aus gras wächst und deine schritte sind weich aus einem inneren klang singst du mit deinen bewegungen lieder zu ihr in die ferne lobgesänge auf ihren schlafaltären liegen die kleinen wunder der liebe eine zuneigung eine zugewandheit ein einziger satz und viel länger das umarmen die offenen hände und die brücke aus zwei lippen durch die eine stunde schlüpft der morgen öffnet den tag und nichts ist wie gestern aber wieder und wieder werden wir werden aus einem fluss

Hermann Josef Schmitz

Samstag, 21. April 2018

Die schöne Stadt

Alte Plätze sonnig schweigen.
Tief in Blau und Gold versponnen
Traumhaft hasten sanfte Nonnen
Unter schwüler Buchen Schweigen.


Aus den braun erhellten Kirchen
Schaun des Todes reine Bilder,
Großer Fürsten schöne Schilder.
Kronen schimmern in den Kirchen.


Rösser tauchen aus dem Brunnen.
Blütenkrallen drohn aus Bäumen.
Knaben spielen wirr von Träumen
Abends leise dort am Brunnen.


Mädchen stehen an den Toren,
Schauen scheu ins farbige Leben.
Ihre feuchten Lippen beben
Und sie warten an den Toren.


Zitternd flattern Glockenklänge,
Marschtakt hallt und Wacherufen.
Fremde lauschen auf den Stufen.
Hoch im Blau sind Orgelklänge.


Helle Instrumente singen.
Durch der Gärten Blätterrahmen
Schwirrt das Lachen schöner Damen.
Leise junge Mütter singen.


Heimlich haucht an blumigen Fenstern
Duft von Weihrauch, Teer und Flieder.
Silbern flimmern müde Lider
Durch die Blumen an den Fenstern.



Georg Trakl



Neues gelesen und gehört (immer noch):










Freitag, 20. April 2018

Lichtschutzgebiete

die schönheit der schutzlosen berge erst beim zweiten hinschauen spüren all die stillen farben die unerkannten bewegungen aus luft und die erkenntnis die in einer anderen zeit wohnt deren gedanken nichts an wert verloren gehen jetzt die flüchtig aneinander gereihten sätze schnell unter vergessen der stolpernde gedanke eine minute später aber die schönheit der schutzlosen berge in der tiefe ihre stillen feuer ein bleiben und vergehen zugleich nachts sternengehöfte ansiedlungen lichtstrassen so klar und weit und bedeutender als ein satz eine beschreibung nur die schönheit der schutzlosen berge und nachts kein falsches signal in sicht wenn sie erwachen sternengehöfte stille wälder aus licht


Hermann Josef Schmitz



Mehr zum Lichtschutzgebiet Fuerteventura hier.







Auf ein schönes Wochenende mit vielen Sternstunden und leuchtenden Himmeln.

Donnerstag, 19. April 2018

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blühn.


Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.


Und der Mond, die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht's der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen's:
Sie ist deine, sie ist dein!



Joseph von Eichendorff

Mittwoch, 18. April 2018

April

zitterndes grün
in den bäumen
sammelt sich
ein warmer streifen luft
im tulpengehäuse
verweht die stunde
alle vorahnungen
fließen wahrheit
und schatten
zueinander im licht



Hermann Josef Schmitz