Freitag, 20. Januar 2017

Aus Herzen und Hirnen

Aus Herzen und Hirnen
sprießen die Halme der Nacht,
und ein Wort, von Sensen gesprochen,
neigt sie ins Leben.


Stumm wie sie

wehn wir der Welt entgegen:
unsere Blicke,
getauscht, um getröstet zu sein,
tasten sich vor,
winken uns dunkel heran.


Blicklos

schweigt nun dein Aug in mein Aug sich,
wandernd
heb ich dein Herz an die Lippen,
hebst du mein Herz an die deinen:
was wir jetzt trinken,
stillt den Durst der Stunden;
was wir jetzt sind,
schenken die Stunden der Zeit ein.


Munden wir ihr?

Kein Laut und kein Licht
schlüpft zwischen uns, es zu sagen.


O Halme, ihr Halme.

Ihr Halme der Nacht.


Paul Celan


Und weitere Musik von der wunderbaren Inga Rumpf, die mich im Morgendunkel auf dem Weg in die Schweiz begleitet hat. Vielen Dank an den lieben R.

Ich wünsche Euch ein ins Ausruhen geneigtes Wochenende und warme Stuben zum Sein.







Donnerstag, 19. Januar 2017

Etwas mehr

der farblose aufriss des himmels
ein klarer tag wie schneeleichtes pergament
ein gedanke der nicht mehr zum wort wird
ein herzschlag der in einer kurve aufhellt
eine lichthungrige seele voller zuversicht
ein unverschlossenes kuvert aus trost
immer liest du die erinnerung
in deinem leben als bewährungsprobe
immer ist der tag der neuanfang
einer gelähmten landschaft
immer bleibt etwas mehr
als sich in worte fassen lässt
unsichtbar und unverändert klar




                                                           für M.


Hermann Josef Schmitz

Mittwoch, 18. Januar 2017

Solange

„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“


Albert Einstein

Dienstag, 17. Januar 2017

Weiterreise

dir gegenüber sitzen
und in deinen augen bleiben wie von anbeginn
die landschaften streifen
die sich wiederholen und dennoch wunder bleiben
uns neu hinein begeben
in die augen die worte die landschaften
ein neues buch aufschlagen
für tausende von tagen für tausende von nächten
und dir gegenüber sitzen
und an manchen tagen nicht sicher sein
um das wunder der zeit das du mir geworden bist
und an manchen tagen nicht sicher sein wollen
weil das wunder zu kostbar geblieben ist
und an allen tagen sicher sein im wissen
um das unbedingte deiner liebe
und die verführung zum leben
dir gegenüber sitzen
und viele momente streifen im blick deiner augen
uns in eine unbekannte landschaft von tagen und nächten begeben
all das was uns befreit hat nie selbstverständlich werden lassen
und wieder beginnen an jedem tag
uns freuen in allem was uns geschenkt ist
und in uns bleiben wie ein namenloses schiff im hafen
die um seine weiterreise weiß



                                                                                  für Annemarie


Hermann Josef Schmitz


10 gemeinsame Jahre – wie wunderbar. Ich danke meiner geliebten Frau für diese erfüllte und lebensdichte Zeit, für alles, was ich durch Dich lernen durfte und darf und für das innige Sein. Und am Schönsten ist die unbedingte Liebe von Dir. Ich freue mich auf alles, was kommt und auf jeden neuen Tag.

Du bist die, die ich meine und Du bleibst mir immer wieder Verführung zum Leben ...