Montag, 30. September 2013

Septembernebel

des hungrigen morgens graues gesicht
unverrückbar über den feldern nebelhaarhaut
kürzer die tage gebeugt und verhüllt
sammelt sich sehnsucht ungeahnt schnell
das wartende augenpaar umarmung zugleich
zwischen zeilen aus wind bleibt die unvergängliche rose
leuchtend trauen wir mit leisem mund fallendem licht




Hermann Josef Schmitz













Samstag, 28. September 2013

Wunder

es bleibt dieses wunder
dem die erinnerung
in der gegenwart
aufs neue die liebe hinhält



Hermann Josef Schmitz

Diese Woche mal wieder auf einem der schönsten Hügel im Emmental gewesen: Die Lueg








Donnerstag, 26. September 2013

Modern times

moderne galeeren
stehen in den häfen der städte
die gläsernen segel vertäut
hinter den aufbruchparolen
den fadenscheinigen wahrheiten
treiben die kapitäne
ihre trainierten mannschaften
in den neuen tag
die galeeren stehen bereit
ihre zugänge schreien verlockend
und die verführung hat längst
die passagiere erreicht
und die kapitäne
treiben ihre trainierten mannschaften
immer die zahlen als botschaft
wenn sie sie ziehen lassen
in die leere der nacht



Hermann Josef Schmitz



Gerade gelesen:




Dienstag, 24. September 2013

Septemberherbstsonntag

die lichtwurzeln
treiben noch einmal aus
am himmel
wachsen die früchte blau
wie ein spätes versprechen



Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 22. September 2013

Mutiges Licht

zu lange wohntest du
schon in der regenhütte
du hattest dir die taktik
fürs leben ausgewählt
und dich an der wegkreuzung vergessen
jetzt steht ein anderes ich
ein kleingewordenes vor einer tür
hinter der du hoffnung suchst
aber es ist der eigene schlüssel
nur der eigene schlüssel
der in die öffnung passen wird
und du wirst nichts anderes finden
als dich selbst
vergessen an der wegkreuzung
kannst du beginnen
dich wieder zu finden
und du wirst dich freuen
wenn du wieder
bei dir angekommen sein wirst
wenn du die regenhütte
hinter dir gelassen hast
und hinter der tür
die du öffnest
ein mutiges licht
durch die verstaubten fenster fällt


Hermann Josef Schmitz

Der Herbst beginnt mit vollem Leuchten J



Freitag, 20. September 2013

Unerschütterlich

du lagst
in schattennestern
genährt von der ungewissheit
aber du glaubtest
unerschütterlich an das
was dich verändern sollte
und es kam der tag
an dem du gegen die
richtung aufbrachst
die unerschütterliche liebe
im gepäck
immer noch blieb die ungewissheit
aber sie war nicht mehr der nährboden
auf dem du gingst
es war die liebe
die unerschütterliche liebe



Hermann Josef Schmitz


Ich wünsche Euch ein gutes nährendes Wochenende voller Liebe.

Mittwoch, 18. September 2013

Nicht mehr gewachsen sein wollen

wo wohnt das leben
wenn sie den sommer
am strassenrand abstellen
sperrmüll gleich
verblüht verschattet
gefährliche langeweile
die sich ausbreitet
wenn die abende ihr licht
wie ein müdes kleid abstreifen
wo wohnt dann das leben
wenn du den dingen
nicht mehr gewachsen sein willst
wenn sich das innere fühlt
wie eine ausgebrannte taschenlampe
und einer den du nicht kennst
mit schnellem schnitt kommt



Hermann Josef Schmitz

Montag, 16. September 2013

Ohne Titel

du hast vom
gift der einsamkeit
getrunken
ganz unbedacht
an einem abend
voll septemberregen
die lippen fiebrig
und sie versperrt
den worten
die um hilfe baten
du hast den
ausgebrannten sternen
nachgeschaut
ganz zwecklos
hast du unter
leeren himmeln
ausgeharrt
dem abgrund
näher
als du wolltest
du hast vom
gift der einsamkeit
getrunken
und aus den bäumen
fielen erste blätter
schwerelos



Hermann Josef Schmitz

Samstag, 14. September 2013

Das Ende vom Sommerlied

es ist der schöne
schwindel neuer etiketten
die auf ungestellte fragen
keine antworten geben
es ist das kalte
flattern einer ungeraden tür
im luftzug einer
stummen zeit
es ist der frühe
schatten auf den abendwiesen
der etwas dunkles
in mir aufrührt



Hermann Josef Schmitz


Noch mal etwas Sonnengelb für die Seele und das Auge …








Donnerstag, 12. September 2013

Bleiben

im gehäuse
der ungehörigen worte
verschnellt sich der atem
und ich bleibe
in deiner verzweigung



Hermann Josef Schmitz


Das Lied unseres Sommers ...





Dienstag, 10. September 2013

Alles im Blick?

tausend augen
an allen übergängen
eine festgehaltene welt
die nichts ungespeichert lässt
nur wenn es darauf ankommt
bleibt das einsame herz unerkannt


Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 8. September 2013

Sommerhalde

scheinbar verloren
die verblühten erinnerungen
ausgefranste bänder
zusammengefasster tage
dort wo das sonnenleben wohnte
bleibt noch ein rest von wärme
und das verlorene kind
mit dem überlaufenden blütenherz
ein gewitter aus licht
und der regen von gestern
frischt das harte gras auf
tuscht die augen
legt sich in der nachmittagsstunde
ein schattenlaken
auf die nackt gewordenen kümmernisse
in der näher kommenden ferne



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 6. September 2013

Aufbäumen

in schattenwälder drängt
noch mal mit allen kräften
der späte sommer
ist noch nicht bereit
die warmen häuser zu verlassen
sie zerren ihn
betören ihn mit falschen hoffnungen
und ihre späher lauern schon
an frühen abenden
vermessen abschiede
verbannen blütenlichter
und wenn die kühlen nächte klagen
dann füllen sie die truhen
mit schwermut und mit abschiedsweh
und hinter fenstern leuchtet
wieder falsches licht
doch morgen
doch morgen abermals
mit allen kräften die sich bäumen
drängt später sommer
in die schattenwälder
und gibt nicht auf



Hermann Josef Schmitz


Noch einmal raus ... ich wünsche Euch ein schönes Draußenseinsommerwochenende.



Mittwoch, 4. September 2013

Gerücht

zwei sätze
von links nach rechts
weitergetragen
hastige schauprozesse
entgegen der wahrheit



Hermann Josef Schmitz


Seit langem mal wieder neue Musik ... es wurde höchste Zeit, diese CD zu haben.




Montag, 2. September 2013

September

nicht mehr oder weniger
eine frage der sehnsucht
tage verblühen
alternden helden gleich
deren erfahrene gedanken
zwischen den zeilen ein grundriss
der die zukunft ins ungefähre zeichnet
rosen blühen ohne
widerspruch neidet ihnen niemand
weilt hinter dem haus
wenn eine frage der sehnsucht
verschlossen bleibt
in der hinteren herzkammer



Hermann Josef Schmitz

Samstag, 31. August 2013

Das Schönste am Heimkommen

aus glatten fäden
schwingt noch mal
die warme luft empor
verleiht den uferblättern
einen letzten schwung
und eine katze räkelt
launisch lüftend ihren bauch
die sterne knüpfen sich
ein netz im aufgeritzten blau
bereitet sich die nacht
und webt aus dunkler seide
ihr unkündbares angebot



Hermann Josef Schmitz

Donnerstag, 29. August 2013

Aus tiefem Grund und ohne Pflicht

woher bist du gekommen
bevor du dem tag die kleider ausgezogen hast
wie unbefangen wolltest du sein
wo ein neues werden begann
du schutzlos deine hände zur nacht gegeben
wie sommerreif blieb dann die forderung
zu eines neuen lebenstages bleibe
wie sehr der anspruch
dann aufs neue zu beginnen
mit einem ziel
so viel wie möglich zu genießen
aus tiefem grund und ohne pflicht


Hermann Josef Schmitz

Montag, 26. August 2013

Leise

diese gute stille
die sich wie ein gemachtes nest
für den unruhigen herzschlag verschenkt
diese deine nähe
in der ich aufgehobener bin denn je
diese ungebändigte zärtlichkeit
einer einzigen nachmittagsstunde
in der der regen weit draußen fällt



Hermann Josef Schmitz

Samstag, 24. August 2013

Gen Süden

die ersten zugvögel
suchen ihre flugbahnen aus
legen die sehnsucht nach süden
auf stromlinien
schattieren wolken
die vergänglichkeit des lichtes
haut verwandelt sich
und kehrt bei sich selbst
in kleinen schüben ein
und tauscht den himmel
gegen einen anderen
die ersten zugvögel
legen eine federkette in die luft



Hermann Josef Schmitz

Donnerstag, 22. August 2013

Bedingungslos

ich bin so gern bei dir
in deinen räumen
und lad dich immer wieder
zu mir ein
wir schauen
wägen worte
wagen weite blicke
und schweigen
wenn der hände
leises aufbegehren
der sehnsucht
ohne unterlass
die türen öffnet



Hermann Josef Schmitz