Sonntag, 21. Februar 2021

Schlief dein Traum

während ich dich suchte
schlief dein traum unter einer letzten schneedecke
vom wasser kamen
die vertrauten kanone aufgelöster stunden
hinter den aufrechten bäumen
suchte sich die umarmung den weg
alles blieb beständig
an seinem vorgegebenen platz
alles änderte sich
im wechselgesang deiner währenden liebe
während ich dich suchte
schlief dein traum an einem fernen ufer



Hermann Josef Schmitz


Neues Vinyl von Joy Denalane mit «Let yourself be loved» und Frühlingsstimmungen ums Blaue Haus.







Freitag, 19. Februar 2021

Wege

im winter fanden wir
die ausgewilderten wege
im verborgenen schnee
denen wir im sommer
neu begegnen würden
mit all ihren geheimnissen
verwachsen und übersehen
jenseits der menschenströme
hinter einer lange
nicht begangenen zeit
im sommer würden wir
die erinnerungen
an die ausgewilderten wege
des winters
als kühle schatten
auf die haut legen


Hermann Josef Schmitz



Auf ein Wochenende mit lichternden Träumen von Sommerwegen und der Hoffnung auf umarmende Zeit.

Mittwoch, 17. Februar 2021

Müde geworden

der mächtigen eitelkeit müde geworden
vom blick ihrer posen
ihre geschickt eingefädelten vergehen
nicht mehr sehen und hören wollen
jene die komplizenhaft grinsen
im überfluss ihres wohlstandes
längst verwahrlost sind
der mächtigen gehabe
überdrüssig und müde geworden
ihrer ausgeleierten wortschleifen
und ihren gesichtern voll selbstbetrug



Hermann Josef Schmitz


Und angefixt von der Haiku-Idee zu Titeln hier eine kölsche Variante:


ahl männer aalglatt
zwesche salzjebäck un bier
für usszeschnigge




Montag, 15. Februar 2021

Über die Schwelle

wir treten über die schwelle
und lösen den lärm von uns
schnee schattiert die wege
alles wachsen scheint stillgelegt
wir beachten die schritte
staunen die kalten flüsse entlang
als hätte die kälte jeden ton gelöscht
wir treten in ein unbekanntes land
und atmen die große weite
licht stülpt sich an schatten vorbei
das schimmern weitet sich
schritte wagen sich hinauf
im blauen salon stellt sich
die verführung zu einem stillen glück



Hermann Josef Schmitz


Ein wunderbarer Ort in der Nähe von Wasen und Eriswil ... in diesem Winter haben wir das Glück, Orte und Wege zu finden, die unberührt sind, in der die Natur sich vom Lärm abgewandt hat und das Beobachten reines Glück wird.
















Samstag, 13. Februar 2021

Sanfte Dunkelheit

war diese sanfte dunkelheit
am rande einer mittagsstunde
die sich wie schimmer
über jenes weite schneetuch legte
und allen narben ihre härte nahm
verstummten müde lippen
ein herz schlug unauffällig
die schritte reihten sich
und legten flüchtig eine spur
auf jenes weite schneetuch
das diese sanfte dunkelheit ertrug



Hermann Josef Schmitz







Donnerstag, 11. Februar 2021

09022021 // S 01 S // 32:08

mittags entblößt sich die landschaft wieder die schneedecke wird dünn und verliert sich auf einem müden weg alles wächst noch von innen in eine andere zeit hinein nichts benötigt ein falsches fundament müde der beherrschenden geworden würde sich die landschaft am liebsten einmal stilllegen ausatmen das wachsen und blühen einstellen und die besinnung auf die tagesordnung stellen aber die unmöglichkeit des ankommens ist gesetz jeder verlauf hat seine eigene ordnung die längst unbedachte abzweigungen genommen hat noch vergilben die töne zeigen sich narben verwahrlosen die flüsse noch ist dein visum nicht abgelaufen das dich berechtigt einen platz einzunehmen zur miete ohne beschriebene dauer noch kannst du die fallstricke lösen jene von denen du selbst teil geworden bist


Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 9. Februar 2021

Was mir bleibt

was mir bleibt
ist dieses dein letztes lächeln
welches so selten geworden war
und unser blühen verschloss
als ich ging
und wusste ich würde nicht mehr kommen
als ich ging
und deine geschlossenen augen
sich in die weite gelegt hatten
was mir bleibt
ist dieses fremde zimmer
in dem diese letzte sichtbare zeit mit dir
unsere heimat im guten verschloss
als ich ging
risse in der endlichkeit
als ich ging
mit schwerer zunge und keinem gegenentwurf
und mich in ein letztes warten verschob



Hermann Josef Schmitz