Samstag, 31. Mai 2014

In die Dämmernis

sie hütet und hortet den schmerz
es ist ihr letztes funktionierendes werkzeug
mit dem sie an ihrem leben feilt
an manchen tagen legt die finsternis
einen nagenden schatten über die herzwand
an manchen anderen tagen leuchten erinnerungen
verdrängen die flecken der gegenwart
sie folgt den diagnosen wenn es ihr hilft
und erfindet ihren schmerz neu
sät ihn in den härter werdenden boden
er bleibt wie ein echo das klingt
obwohl es niemand in gang gesetzt hat
dann verschattet der blick
die lider flackern in einer anderen zeit
und die spuren gehen in die dämmernis



Hermann Josef Schmitz


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