Donnerstag, 30. März 2023

Entwicklung

gib deinen gedanken
eine leuchtende stimme
lass dich nicht unterbieten
im wettstreit der geifernden
trau deiner eigenen unsicherheit
aber bleibe nicht der mensch
der du heute bist
wechsle die grauen farben aus
wandere immer gegen den abstieg
leg einen horizont aus neugier an
weite ihn beständig
sei mit jedem tag
der mensch der du werden kannst
gib deiner freude eine große unterkunft
liebe unvernünftig und maßlos
sei großzügiger als andere zu dir sind
leg dich an wenn unrecht geschieht
bewahre den glauben ans leben



Hermann Josef Schmitz


Zwei wunderbare Männer haben heute Geburtstag: Wolfgang Niedecken wird 72 und noch schöner und berührender: Mein Enkel feiert heute seinen 1. Geburtstag. Eben zwei wunderbare Männer.


4 Bücher stelle ich heute auch noch vor, die ich in den letzten Wochen gelesen habe:


«Gute Nachbarn»
von Therese Anne Fowler

Wenn man den Titel liest, versteht man im Laufe des Buches, was dahinter wirklich steckt. Nämlich die Konfrontation zwischen den unterschiedlichen Hautfarben, erschreckenden Vorverurteilungen und Sexismus der schlimmeren Art in einem Vorort in den USA. Ein Buch, nah an der Realität, das deutlich macht, wieviel noch im Argen liegt und das nicht nur in den USA. Hat mich sehr angesprochen, auch wenn der Verlauf irgendwann ersichtlich wird.


«Zugersee» von Monika Mansour

Der Krimi beginnt direkt mit der Tat: eine Reinigungskraft ersticht einen Bankangestellten am Bahnhof Zug und gesteht die Tat sofort. Ihr Ehemann beauftragt eine Detektei mit 2 Frauen und 1 Mann, die sich dem Fall annehmen und tief in die Vergangenheit eintauchen. Am Ende gibt es Gerechtigkeit, aber bis dahin ist es ein spannender Krimi, der aus der Sicht von Detektiv:innen geschrieben ist und damit eine andere unkonfessionelle Ermittlung aufzeigt.
Monika Mansour hat da was Gutes hinterlassen.


«Agathe»
von Anne Cathrine Bomann

Ein kleines stilles Buch um einen Psychiater kurz vor dem Ruhestand. Eine letzte neue Patientin will er nicht mehr übernehmen, aber sie ist beharrlich. Was dazu führt, dass sich auch für ihn – der so ohne Pläne ist und auch einen sehr ungeliebten Eindruck vermittelt – neue Wege auftun und etwas in Bewegung kommt. Von da an nimmt der Roman Fahrt auf, aber in kleinen stillen Schritten. Beinahe zärtlich, sehr liebevoll und mit einer gewissen Eleganz.


«Geheimnisvolle Garrigue» von Cay Rademacher

Cay Rademacher schreibt seinen jüngsten Krimi in der Zeit des Ausbruchs der Corona-Pandemie im März 2020 und weckt damit jede Menge Erinnerungen. Parallel dazu entwickelt sich ein subtiler Kriminalfall, der Parallelen zu 4 Morden gleicher Art 23 Jahre zuvor hat. Toll geschrieben, ein großer Spannungsbogen und ein Ende, das man phasenweise ahnt, zwischendrin aber wieder verwirft. Der nächste Rademacher liegt schon bereit.


Und last but not least - meine absoluten Lieblingsblumen, die jetzt großflächig in den Wäldern leuchten 😍