zwischenzeit hinter den überschrittenen grenzen entscheidungen
nachspüren dem verstand folgen können wie einer verfassung und zugleich verirrt
bleiben zwischen allen gefühlen tage verlieren mit anderen einzelne sätze
wechseln im oberflächlichen bleiben weil die reserviertheit mauern zieht und
die sätze blockiert vergeblich nach dem erfüllenden suchen neuen ängsten
begegnen die ohne anzuklopfen eingetreten sind keine spuren im sich auflösenden
schnee hinterlassen während die kälte durch die zwischenzeit dringt den verlust
beweinen zwischen gefällten bäumen in einem heimatlos gewordenen wald schwermütig
werden und mich freuen wenn du die klinke drückst und die türfalle zurückweicht
zwischenräume etwas erfrierendes bleibt inmitten des winters in den
regalen bieten sie heilmittel für alles an aber die wunde in den zwischenräumen
bleibt und es gibt keine heilmittel dafür die wände sind karg selten verweilen
menschen unter den schütteren bäumen noch fühlt sich die leere nicht wie ein
gewinn an noch fühlt sich die dunkelheit nicht wie eine erfüllung an die
schritte haben sich aus dem tempo der vergangenheit geschraubt erinnerungen
lagern in gepackten kisten ab und zu schreibt jemand aus dem vorherigen leben
und gibt den zwischenräumen einen zwischenraum aus dem gefallenen schnee ragen
graszinnen zarte vogelfüsse sprechen ihre eigenen worte und verschwinden
ungehört ich seufze in den zwischenräumen auf den verwehten wegen und bleibe
der unsicherheit noch eine weile treu
zwischenzeilen zwischen den zeilen im übergang sprachen die
ungeschriebenen worte eine andere sprache aber sie rührten die traurigkeit an
legten einen grauen schleier über den verlust tagsüber vergingen die wolken
selten etwas von der leichtigkeit war abhanden gekommen allen neidern zum trotz
wäre eine fülle von anforderungen schöner gewesen wann ließe sich denn die zeit
des verlustes genießen was blieb denn vom dagewesenen außer den fehlenden
abschieden wenn sich die stunden sortierten blieben leerstellen mehr als erwünscht
später fand ich zeilen von dir aus den vergangenen jahren sie trugen die
sicherheit eines versprechens und das blau kommender himmel später schrieb ich
von einer liebe kommender jahre
zwischentöne meistens war es zu kalt für illusionen für aussichtstürme
und für dieses heilige geschenk einer freien zeit aus schwarzen und bunten
scheiben klangen töne die sich über zwischentöne legten wie ein filter immer
schwang eine zukunft mit die zu viele fragen trug selten hatte der augenblick
hochkonjunktur geliebte menschen blieben in der ferne geliebte plätze orte
wälder waren nicht kompensierbar sie trugen bereits die schleife der
verabschiedung und der gesang der vögel der leise schritt eines rehs am morgen
die melodie von grobem kies der regen auf den stark abfallenden dach fehlte an
dem schon so lange anderen vertrauten ort zwischen den tönen fiel schnee
schrieben die kristalle ihren eigenen rhythmus ab und zu schaute eine krähe
vorbei und hatte keinen blick übrig für die zwischentöne
zwischenträume die spekulanten der träume nisteten sich wie geheimnisse
ein deren schmerz größer als die freude der erinnerung war menschen schrieben
gut gemeinte etiketten des lebens selten kamen sie mit ungefragten umarmungen
in die leer gewordenen tage nachts fiel unerwartet schnee es gab traurige
abschiede platzverweise und jemand nahm die nachrichten der nacht wieder aus
dem briefkasten als der morgen früher kam als die vorhersagen schrieben verschwanden
die anforderungen routinen und abläufe noch suchte ich umsteigemöglichkeiten um
zu bleiben um dich neu zu denken neu zu spüren neu zu erträumen noch suchte ich
den rhythmus eines flüchtigen glücks
Hermann Josef Schmitz