mäandernde flussreste unter den steinen liegen
die geschichten der jahrtausende ihr fließen ihr flüchten nur scheinbar
begraben heute hat die traurigkeit einen milden verlauf niemand bedroht die aufgefrischten
gefühle die im alltag nach ihrer bewährung suchen im schaufenster hat sich die
angst verkleidet aber es gibt keine ausverkaufspreise für sie einer hydra
gleich füllen sich die regale immer wieder neu heute kaufe ich nichts auch
nicht gegen meinen willen sondern traue den verwirrungen mit einer unbekannten
leichtigkeit mäandernden flussinseln zugleich eine flüchtigkeit und ein
innehalten zwischen den kieseln haben sie sich eingerichtet bis die
schneekristalle sich wandeln und von den bergen ein uferloses treiben entsteht
ein schwemmen alle furchen füllt heute hat die traurigkeit einen milden verlauf
und der himmel arbeitet sich ins blaue hinein
Hermann Josef Schmitz