die löwen brüllen ohne unterlass
sind wütend und aus den adern trieft adrenalin
und während du im stillen staunst
zieht eines lächelns milde an ihrem herz entlang
die löwen dröhnen ohne unterlass
sind standhaft in den einkaufszeilen
und während sie den raum befüllen
wächst ungesehen ein gedicht auf ein papier
die löwen bluten ohne unterlass
sind helden sich in ihren eigenen welten
und während sie den schmerz verdrängen
löst zärtlich sich der schatten einer wolke
Hermann Josef Schmitz
Auf ein entspanntes Wochenende mit viel Energie und freien Straßen, wo sie vonnöten sind.
Dazu gibt es schon wieder 5 gelesene Bücher in der Vorstellung:
«Der stille Freund» von Ferdinand von
Schirach
Bisher habe ich Bücher
Ferdinand von Schirach vor allem mit dem Schwerpunkt von Verbrechen mit Blick
auf die strafrechtlichen Perspektiven und die damit oftmals verbundenen
Dillemata gelesen. Die waren stark und auch in der Verfilmung z.B. von «Sie
sagt. Er sagt.» sehr spannend.
«Der stille Freund» neben dem Titel auch die erste von
14 Erzählungen, Texten, Portraits dieses Buches. Schwerpunkt ist die Verletzlichkeit
von Menschen, in den ganz schönen und auch den scheiternden Erfahrungen. In dem
entsteht ein berührender Bogen von Leben und Tod, an verschiedenen Orten dieser
Welt und mit Menschen, zu denen von Schirach eine Verbindung hatte und hat.
«Lückenbüßer» von Volker
Klüpfel/Michael Kobr
Der 13. Band um Adalbert Kluftinger ist seit Langem
mal wieder ein Buch des Duos Klüpfel & Kobr, dass mir geschenkt wurde und
ein wunderbarer Mix von Krimi und humorvollem Roman ist. Die Romane wurden teilweise
auch verfilmt (mit Herbert Knaup in der Rolle des Kluftingers 😊).
Der Titel steht für die neue Herausforderung, in die man Kluftinger quasi
gedrängt hat: Lückenbüßer, um die Liste der Gemeinderatskandidaten zu füllen.
Als er von der Kandidatur seines Intimfeindes erfährt, entwickelt sich ein
ungeahnter Ehrgeiz. Aber: er hat einen Fall als Interims-Polizeipräsident zu
lösen: Ein Einsatz in den Bergen läuft aus dem Ruder, ein Polizist kommt ums
Leben.
«Unten im Tal» von Paolo Cognetti
Die
Geschichte zweier ungleicher Brüder in der abgeschiedenen Bergwelt der
Piemontesischen Alpen. Beide haben sich viele Jahre nicht gesehen und treffen
nach dem Tod des Vaters wieder aufeinander. Des Vaters, der zwei Bäume für
seine beiden Söhne vor seinem Haus pflanzte. Eine Lärche für Luigi, den
bodenständigen, in der Region verwurzelten Sohn. Und eine Fichte für Alfredo,
den rauen, streitsüchtigen Sohn, der lange Zeit seine Heimat verlassen hatte.
Es gibt kein richtiges und kein aufrichtiges Begegnen, weil jeder in seiner
Persönlichkeit, in seinen Haltungen und Standpunkten verankert bleibt.
«Blaues Wunder» von Anne Freytag
Großartig,
ein großartiges Kammerspiel auf einer Luxusyacht im Meer bei den Philippinen.
Ein Urlaub zu siebt, ein Chef einer Münchner Privatbank, der die beiden größten
Kontrahenten um eine entscheidende Position mit seiner Frau, seinem Sohn und den
beiden Ehefrauen zusammenbringt. Was zunächst nach einem luxuriösen Urlaub mit
Hochglanzflair aussieht, bekommt eine ungeahnte Dynamik. Das was großes Glück
zu sein scheint, ist Rolle, ist Inszenierung und es bleibt lange unklar, wohin
diese Reise wirklich führt. Geschrieben ist es immer aus der Sicht der drei
Frauen, die keine Karriere gemacht haben, sondern sich in den Dienst der
Karriere ihrer Männer gestellt haben und doch viel mehr Macht haben, als es auf
den ersten Blick scheint.
Kommt auf jeden Fall in meine Top20-Liste.
«Der ehrliche
Finder» von Lize
Spit
«Der ehrliche Finder» war mein 10. Buch,
das ich im Januar gelesen habe und es berührte mich vor allem (Achtung: Spoiler)
durch seinen tragischen Schluss. Die Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen
dem klugen, aber so einsamen Jimmy und Tristan, dem kosovarischen
Flüchtlingsjungen. Als der Familie von Tristan die Abschiebung droht, entsteht
eine besondere Dynamik und Spannung zwischen den beiden Jungen, die einen
klaren, ihnen aber alles abverlangenden Plan haben, der am Ende hätte aufgehen
können.