Sonntag, 12. Juli 2026

Juli I

im unendlichen blau schaukeln die weißen schatten aber sie die sie die zeit nur noch im zersprungenen spiegel sehen haben aufgehört sich im staunenden schweigen zu üben sie leben in dem was sie leben nennen eingehüllt in fremde systeme verknüpft mit bildmaschinen denen sie die bestimmung übereignet haben im unendlichen blau schaukeln die weißen schatten aber sie die sie längst den übermut und die spontaneität verloren haben neue abgründe aufgetan zerreden die letzte ungetrübte ungefilterte schönheit schon versiegen die quellen die antagonisten finden schon lange keinen platz mehr in den gedanken wenn es ungemütlich wird wuchert die wut aus den gesichtslosen gesichtern finden sie gründe genug für das vermeintliche unrecht immer nur schön die komfortzonen polstern immer nur schön den eigennutz füttern im unendlichen blau schaukeln die weißen wolken die worte sind lau und leblos geworden die raststätten des lebens sehen sie nur im vorbeifahren es gilt die zeit im zersprungenen spiegel auszunutzen dort wo sich schon lange die wahrheit verfälscht dort wo die maßlosigkeit sich selbst denkmäler baut inmitten einer unberechenbar gewordenen zeit


Hermann Josef Schmitz