Mittwoch, 22. Juli 2026

Juli II

viel zu früh ist der sommer müde geworden die wolken haben schon lange ihren letzten tanz geregnet wälder ertrinken im licht und du gehst seufzend ohne unterlass seufzend in den frühen morgen an den rainen schweigen die brombeersträucher und tragen zuversichtlich schwarze früchte noch ist die seele unterwegs hängt in der ferne dem klang der heimat nach viel zu oft hast du geglaubt loslassen ginge so einfach aber als du wieder ankamst pochte dein herz vor freude spürtest du die sommerwarme stadt am großen fluss und eine scheinbar verlorene sehnsucht bahnte sich durch lieder und zeilen ihren weg mitten in dein herz viel zu früh ist der sommer müde geworden die abschiede rücken näher seufzend stehst du vor den verlorenen träumen den schwüngen traust du weniger als zu einer anderen zeit seufzend löst du dich von der sehnsucht die sich nicht mehr erfüllen wird die wolken haben sich aufgelöst gras hat seine farbe verloren und wächst nicht mehr aber es muss etwas geben einen traum eine sehnsucht die keinen abschied duldet viel zu früh ist der sommer müde geworden und hat sich hinten an deine herzwand gelehnt


Hermann Josef Schmitz