Sonntag, 25. Januar 2015

Beginn

nachtregen fällt
als vermächtnis in den tag
der in der ferne beginnt hinterrücks
kentert der sternenhimmel
am offenen fenster



Hermann Josef Schmitz


Heute wird mein lieber Sohn Christian 25. Ein ereignisreiches und engagiertes Jahr liegt hinter Dir und jetzt auf der Zielgeraden zu Deinem Betriebswirt soll auch alles gelingen. Ich wünsche Dir ein gutes Gelingen beim Umsetzen all Deiner Pläne, viel Erfolg und in gleichem Maße aber auch Gesundheit, Freude bei allem, was Deine Freizeit füllt,liebe Menschen, die Dich begleiten, immer gute Laufstrecken, Musik, die Dich begeistert und Wegstrecken, auf denen Du beschützt bleibst.
Schön, dass es Dich gibt - von Herzen alles Liebe und Gute.





Freitag, 23. Januar 2015

Ein heller Nachmittag im Januar

ein heller nachmittag im januar
und keines menschen seele die die wege streift
im weichen licht durch das sich nebelschlieren ziehen
weht leise sehnsucht wie ein unsichtbares gleiten
ein heller nachmittag im januar
und keiner stimme klang fällt aus den blauen lippen
nur in dem stillen zimmer deines herzens
wärmt sich ein vogel an dem lieb gewordenen schweigen



Hermann Josef Schmitz



Auf ein Wochenende voller Licht, Berührung, Musik und schöner Dinge, auf ein Wochenende voller Leben.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Abgerichtet

in den fiebrigen nächten
wenn der schlaf zu einer bleiernen atemfolge geworden war
schlugen sie mit ihrem eingeschliffenen leben an die kalten wände
in ihren träumen schrieben sie litaneien des unrechts
aus blutleeren gedanken nährten sie brandzeichen
die ihnen vorgelebten wahrheiten und werte hatten sie in die flucht geschlagen
ihre neuen wörter waren abgerichtete tiere des zorns
(hätte man sie nach ihrem ursprung gefragt, sie hätten es nicht mehr gewusst)
längst hatten sie die welt ihrer geburt verlassen
bestellten drohungen und konsequenzen wie waren
ihre brandzeichen schlugen tötend in den städten ein
in den fiebrigen nächten
brannten ihre seelen wie trockenes zerknittertes papier



Hermann Josef Schmitz

Montag, 19. Januar 2015

Reise

mit dir will ich reisen
am langen fluss entlang
will ich mit dir unterwegs sein
deinen bewegungen und worten folgen
im flügelschlag deiner arme treiben
will ich dich zu ufern führen
an deren molen lichtschiffe ankern
will ich dich halten
wenn aus der tiefe wellen wachsen
mit dir will ich reisen
am langen fluss entlang
bis zum offenen meer


                                                           für Annemarie


Hermann Josef Schmitz

Samstag, 17. Januar 2015

Im achten Haus

im achten haus
zündete nachts jemand ein licht an
die flamme nagte an den schattenrändern
die leeren wände waren noch unbeschrieben
doch im fluidum der stillen stunde
lag die erinnerung an die erste zeile
im achten haus
glättete nachts jemand die ungewissheit
die vorfreude auf die kommende zeit
schwebte wie ein helles tuch zwischen den türen
trotz allem vertrauten schien nichts
sich so zu wiederholen wie es gewesen war
im achten haus
legte sich die nacht wie eine behütung
über das atemmuster des schlafs
später würden die worte zu einem bekenntnis werden
eingerissen ins blau der verheißung
wie ein verirrter lichtfleck auf einer januarwiese
nahe dem achten haus



Hermann Josef Schmitz



Ich danke Dir für ein weiteres wunderbares gemeinsames Jahr, mein geliebtes Herzglück. Danke für alles und ganz besonders für Deine unbedingte Liebe. Ich bin schon gespannt, wie wir im achten Haus wohnen werden und freue mich sehr auf diese gemeinsame Zeit.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Durch Wälder gehen

durch die dunklen wäldern ging mitten im winter ein kind
leicht ging es mit ruhigem gewissen über die verschneiten wege
war in sich und ging ohne angst
nichts fürchtete es in der dunkelheit
kein schatten und kein wind der durch die kahlen bäume spazierte
sie waren seine wächter hielten die zeit
wie ein ruhiges wachsen und vergehen
unter ihrer rauhen haut behüteten sie die geheimnisse
und versiegelten sie in lebenslanger stille
nur manchmal wenn jemand die haut schürfte
schaute ein laut hinaus ein seufzen ein verlangen
bekamen die geheimnisse ein kleines gesicht
in den dunklen wäldern stand mitten im winter ein kind
morsches licht brach über die straßen hinein
wie ein gebrochener spiegel fand sich ein kind
zu anderer zeit ein grau gewordener mann
ging leicht mit ruhigem gewissen über die verschneiten wege
war in sich und ging ohne angst durch die dunklen wälder



Hermann Josef Schmitz



Dienstag, 13. Januar 2015

Angst

als wäre
die angst
beständig verreist
ist die angst
ständig vor ort
sie kauert
in einer windung
aber du
sollst sie nicht füttern



Hermann Josef Schmitz




Das obige Gedicht ist schon etwas älter und in "Pfingstrosenschnee" veröffentlicht.
Im neuen Krimi von Martin Aßmuth eröffnet es das Buch. Und weil ich Martin Aßmuth kenne, ist es mir eine besondere Freude.