Samstag, 6. März 2021

Donnerstag, 4. März 2021

Erinnernd

I

deine unbeschwerten augenblicke
waren flüchtige blüten
inmitten der tage ohne rückfahrkarte
häufig reiste die sorge
in deinem schweren gepäck
die vergangenheit blieb unbesprochen
dann gab es die wortreihen
die dír ein stilles leuchten
auf die augen legten
diese wortreihen aus unbeschwerter zeit



II

so gerne hättest du deiner ungewissheit

einen fahrplan mit klarer ankunft geschenkt
aus vollem herzen deinen lichten traum
ohne zügel in die welt gelassen
so gerne hättest du dich gesehnt
nach einem unbeschwerten himmel
in dem es keine register mehr gab
für das gepäck der geschichte
für das gepäck deiner eigenen geschichte
so gerne hättest du dich
von deiner schutzschicht aus sorge gelöst
wenn dir jemand bedingungslos
befreiung geschenkt hätte



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 2. März 2021

27022021 // S 02 // 37:05

I

ein lichter traum fließt ohne zügel durch die wälder der schritt reihenfolge liegt in einem schattenwurf ein letztes mal bereist ein kalter luftzug dünne äste legt einen seidenanker über jedes graue rindenvlies noch hält der winter seiner letzten tage festgeschriebenes gelübde noch liegen knospen unter einem weichen gleis doch hat das blau der weiten himmel längst sein kühles zittern aufgegeben die lungenflügel stehen fest im weiten rund jetzt legen sich die schritte wieder einen eigenen verlauf keinen zähler braucht es keine spur die eingelagert wird nur unnotierte atemzüge luftgedanken eines herzschlags zwischennote und diese sehnsucht nach der hellen zeit



II

ein lichter traum fließt durch die wälder ich trage meine liebe auch im fernen wie ein versprechen ein begehren ich trage sie wie einen lichten traum


Hermann Josef Schmitz


Die wunderschöne Krokuswiese im Areal von Schloss Massenbach.