wir
leben in verhältnissen
die unfassbar geworden sind
mitten in einem meer
von optimierern und falschen optimisten
sehen wir nicht die brüche
wollen uns die mahnungen nicht zueigen machen
die abfahrtszeiten sind untergegangen
wir halten uns an dem fest
was wir nicht halten können
während die verhältnisse in denen wir leben
längst unverhältnismäßig geworden sind
mitten in einem meer
der zahlensammler und verwalter
bleiben die tränenflüsse trocken
der eigene wille zählt
und die verantwortung wartet
auf den abschiebebahnhöfen
längst sind wir verschwunden und verloren
sind uns selbst fremd geworden
statisten der schuld
ohne ein einziges verhältnis zur welt
Hermann Josef Schmitz
Auf ein liebevolles, der Welt zugewandtes Wochenende.
Freitag, 23. Juli 2021
Verhältnisse
Mittwoch, 21. Juli 2021
Gelübde
juligrau
trauern die tage
geduckt zwischen den versprechungen
und dem verlorenen schlaf
mäandern tränen
die erschöpfungen wuchern unter der haut
es gibt keine rückfahrkarten
aber der spalt aus blauem himmel
bleibt ein gelübde
jenseits der zerbrochenen zeit
Hermann Josef Schmitz
Montag, 19. Juli 2021
19072021 // S 01 // 43:55
flackernder
wind umarmt die luft ein einziges blau unschuldig begeisternd und ablenkung
zugleich von den wundstellen der fluss treibt unverändert über seine schwellen
bäume erzählen aus büchern fehlgeschlagene schneisen begegnen mir unter dem
wasser atmen die seerosen in ihrem eigenen leben die größte verbindung zu
dir bleibt die liebe sie trägt alles und ist unaufdringlich in meiner
schrittfolge mischt sich ein stolpern als wäre ein gedanke im weg und bewegt
eine stelle in mir als wäre mein unterbewusstsein leck geschlagen die
schönste verbindung zu dir bleibt die liebe sie nimmt alles bewertet nichts
bleibt sich und uns treu während brüchige fundamente den ort unsicher machen
die fugen nicht mehr verschließen ein einziges trösten und sorgen und ein
einziges hoffen und bangen zugleich flackerndes licht umarmt das einzige blau die
innigste verbindung zum leben bist du
Hermann Josef Schmitz
Samstag, 17. Juli 2021
Heimat juligrau
I
den angeborenen stunden der frühe begegnen sich zu ihnen hindenken sie nachdenken
bis an den rand der erinnerung denken worte aufspüren dialoge auffinden in
kleinen räumen die groß erschienen abenteuer aufwecken die immer nur erdacht
waren sie jetzt mit anderen augen entdecken und bis zu jenen rändern gelangen
die eine enge schnürten die zu lange blieb wegen nachgehen ihre spuren ihren
tage ihren bewegungen ihre gesichter fassen können und den wurzeln ein
innehalten ein schweigen schenken wieder und wieder dem fluss folgen der das
licht des grauen tages trägt im luftzug seines strömens den basaltturm in der
ferne sehen einen sommerabend erinnern brennend die luft und jetzt auf jene
fragen keine antworten mehr bekommen können
II
III
es gibt diese grauen sommertage in denen ich mir in meinen kinderjahren begegne verschlossen die träume aufblühend der kleine garten am rande des schuppens es gibt diese grauen sommertage an denen ich mit dir schweige vor glück
Hermann Josef Schmitz