Montag, 25. Juni 2018

24062018 // S 01 M // 49:48

zurückgezogene stunde kaum bewegt sich licht bäume stehen im eigenen schatten liebevoll schneiden die schütteren flüsse das unberührte gestein luftkrusten dort am rand der verwehten gedanken atemschlacken ein dunkles tiefes ungedachtes wort verschwindet wieder aus meinem blick immer die augen hoch und die kurve erkennen hinter der räder einen schnitt ins licht legen luftflügel fächern meiner erhitzten haut kühle und darunter ein sehnen ein erwünschen das sie berechtigungen versagen die andere als persönliche freiheit titulieren zerrissene mächte preisträger demiurgen und komische käuze die unerwartetes im schilde führen sie verschulden sich an der welt und werden nichts mehr zurückzahlen was kann noch trösten jenseits des himmels jenseits der alltäglichen verdächtigungen frieden dieses hungrige tier das meist in leeren häusern lebt ungebändigt und machtlos zurückgezogene stunde ein verlorener briefkasten leer das angeheftete licht ein aufgebrochenes siegel und das bleiben im kleinsten eine umarmung ein traum deine leuchtenden augen die liebe ein kommen und kommen im kleinsten raum dein geheimnis der garten ein paradies wenn schon sonst nichts mehr stillt


Hermann Josef Schmitz





Samstag, 23. Juni 2018

Aber sie bleiben

sie übersehen die im inneren gefallenen schon lange
sprechen sie nicht mehr mit ihnen über das leben
sie bleiben in der ihnen selbst angedienten bedeutung
sie stehen neben den scheinbar aufrechten
die sich längst selbst zum schweigen verurteilt haben
sie vermessen das leben wie eine fieberkurve und halten sich unschlagbar
umgetrieben ausgeweidet zerscherbt und seelenlos mögen sie sein
aber sie bleiben und sie übersehen die im inneren gefallenen



Hermann Josef Schmitz

Donnerstag, 21. Juni 2018

Wohin

luftmoos auf den dächern der frühe
und erinnerungen wie wellengänge
vergänglichkeit überholt den herzschlag
ein raunen ankert am ufer der bitten
wohin sollen die träume denn wandern
entlang der angeketteten verzweiflung



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 19. Juni 2018

Dort hinter der einen Stelle

von heimat träumtest du wieder und wieder
gingst über straßen die unverändert jahrzehnte durchstanden
menschen schienen nicht älter zu werden
meinungen reiften horizonte weiteten sich
bewegungen änderten sich im visier der großen flüsse
würdest du mit verspätung ankommen wollen 
mit einem blick über die unwiderstehlichen bäume
die lauten vögel hätten das orchester verlassen
und ein einziger ort würde in der bestimmung bleiben
dort hinter der einen stelle zwischen himmel und meer



Hermann Josef Schmitz