stiller wurden die kleinen kammern
im müden licht der schwachen lampen
ruhten die angestrengten körper
aber deine gedanken blieben rastlos
der verlauf der gewohnheiten geriet
dir zu keiner zeit in vergessenheit
selig war der warme atem der tiere
in den geschützten ställen
sie waren deine zweite heimat im winter
jenseits der flanierenden lebemänner
hattest du keine zeit für die fußnoten
der modernen verführungen
und doch waren die vorgefertigten meinungen
an den stammtischen begleiterscheinungen
wie sehr wünschte ich dir heute
fremdenführer für die weite des meeres
wie sehr wünschte ich uns
nochmal einen platz für das ungesprochene
wie sehr bleibt immer noch die fassungslosigkeit
über diese abgebrochene zeit
für
P. († 29.12.2008)
Hermann Josef Schmitz
Dienstag, 29. Dezember 2020
Diese abgebrochene Zeit
Sonntag, 27. Dezember 2020
Bleiben
in die
gegenwart ausbrechen zahlen verlassen die die welt erklären den tagen und nächten
nicht alles abringen träume träumen eine schale lösen wie eine hülle aus eis
die räume ausloten vor allem die herzkammer nähe erspüren und heimat
beschreiben die worte neu berühren geduckte sätze aufrichten immer etwas im
unerkannten lassen aber sich dem schlaf ohne argwohn überlassen landschaften
anlegen orte erahnen und von stillen sehnsüchten flüstern atemberaubend blühen im
gewirr der ängste und ausbleiben im vermissen neue worte erfinden
schrittfrequenzen einem fluss mehr trauen als einer fremden nachricht linien
anlegen ohne ein bekanntes system im gehen bleiben und schon lange nicht mehr
suchen nach dem leben nicht mehr zu fragen nach dem beginn und dem ende
jenseits von heimat diesseits der liebe
Hermann Josef Schmitz
Samstag, 26. Dezember 2020
Ersatz
eine prüfung
kann man nachholen
eine zahlenreihe später erstellen
das fundament eines hauses ebenso
wie den einkauf eines buches
aber eine begegnung kann man nicht nachholen
es gibt nie mehr diese zeit
dieses licht in der stunde
und den ungetrübten blick
aber eine berührung kann man nicht nachholen
es gibt nie mehr diese bewegung
diesen fluss unter der haut
und die stille des atems
aber ein begehren kann man nicht nachholen
es gibt nie mehr genau dieses verlangen
diesen herzschlag im tag
und diese ungebremste zärtlichkeit
eine prüfung kann man nachholen
die strecke von hier nach dort später fahren
ebenso eine arbeit erledigen
und blumen kaufen
aber für eine begegnung
für eine berührung
für ein begehren
gibt es nur einen ersatz
zu einer anderen zeit
Hermann Josef Schmitz
Unser schöner Weihnachtsbaum, den meine Herzdekorateurin immer wieder mit Schmuck verzaubert.
Donnerstag, 24. Dezember 2020
Die Unversehrtheit eines großen Wunders
Von ganzem
Herzen wünschen wir Euch segensreiche und frohe Weihnachtstage. Habt eine gute Zeit zum Genießen und Freuen, auch wenn vieles dieses Mal anders ist.
Dennoch mögen die Tage liebevolle Zeit in kleinem Kreis mit den Liebsten enthalten
und auch eine Zeit zum Innehalten, Ausruhen und Besinnen sein.
Und vor allem lohnt sich immer wieder der Gedanke „Was ist Weihnachten?“ und „Was
ist Weihnachten für mich und für uns?“.Es möge den Moment geben, wo das Wunder
von Weihnachten ankommen darf, Platz und Heimat findet und tief innen berührt.
Alles Liebe und Gute und die besten Grüße aus dem Blauen
Haus. Frohe Weihnachten!

