Donnerstag, 21. Januar 2021

Jenseits

ich nahm deinen traum
und er blieb unhaltbar in mir
die nacht zerfranste das fremde licht
heimatlos waren die stunden
jene ohne schlaf und ohne einen ausgang
ich nahm deine müde stunde
sie kletterte aus dem spalt des dunklen
schnee leerte die farben
aber die stimmen jenseits der träume
wurden ein vermächtnis eine gewundene schrift



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 19. Januar 2021

Dort wo die stillen Sterne ankern

so viele jahre später entsteht
an einer hell gewordenen stelle
ein augenblick so schweigend groß
der mich an deine lebenslust erinnert
dort auf den großen schneealtären
schreibt sich ein wagendes vermächtnis
versiegelt lebenslang ein letztes wort
und aus der fuge einer schweren stunde
wächst mir ein unbekannter horizont
und wird zu einer hell gewordenen stelle
die keine zahl und keinen namen nennt
dort wo die stillen sterne ankern
bleibt mir die aussicht und auch zuversicht
das alle fragen die geblieben sind
dann nicht mehr eine antwort suchen werden




                                                                       für M.


Hermann Josef Schmitz




Sonntag, 17. Januar 2021

Quattuordecim

dort wo sich die spuren verlieren
will ich mit dir einen neuen weg gehen
aber mitten in unserem leben bleiben
wie ein beständiger horizont
der uns weite und nähe verspricht
auf den lichtungen innehalten
vor staunen stolz und demut zugleich


dort wo sich landschaften erfinden
in unseren gärten aus worten und glas
will ich im unsicheren bleiben
den verordneten zwängen entkommen
und den stunden trauen in ihrem zeitgerüst
welches licht aus ungeträumten nächten
in große schneisen unseres lebens trägt


dort wo deine liebe leicht bleibt
keiner architektur und keinen zahlen vertraut
will ich mich leise bewegen zu dir
schneefall und wellengang im gepäck
einen ersten schritt wagen auf diesen neuen weg
der sich uns hingibt und den wir nicht kennen
absichtslos und schutzlos vor glück




                                                                           für Annemarie



Hermann Josef Schmitz

Wieder ein Jahr gemeinsam durch die Gärten gegangen, an den Beeten aus Liebe und blühender Zärtlichkeit angehalten, dem Leben Raum gegeben um uns seinen Weg und seine Bestimmung zu zeigen. Unter Himmeln gegangen und Himmeln nachgeschaut, den besonderen Zeiten meistens gelassen begegnet, uns neu entdeckt und unser Miteinander sorgsam berührt. Hie und da Neues erobert, von Meeren geträumt und uns immer gehalten gefühlt.

Danke meine geliebte Herzdame für alles, für 14 gemeinsame Jahre und für jeden neuen Tag. Danke für den Garten, den Du in jeder Hinsicht immer wieder neu zum Blühen bringst.

Immer bist Du die, die ich meine, die ich liebe ohne Wenn und Aber, bist Du mir immer wieder Verführung zum Leben ...




Freitag, 15. Januar 2021

Anlegen

einmal den maßstab der natur übernehmen
in der liebe wachsen wie auf einem sommerfeld
den worten die überhitzung entziehen
gegenentwürfe für ein eiliges leben zeichnen
wächter werden für überfahrten der zärtlichkeit
einen traum anlegen von einer anderen zeit
und in mir selbst tage des wankens und fragens


Hermann Josef Schmitz


In diesen eng gewordenen Tagen wünsche ich ein Wochenende voller Weite in Gedanken, in den Träumen und in der Liebe sowieso.