Donnerstag, 23. September 2021

Am Ende des Sommers

in den vorhöfen der wälder
blühen herbstzeitlosen
aber eine große müdigkeit
hat sich nach den langen wochen eingenistet
gebeugte augen lesen widerworte
entgegen der verordneten oberflächlichkeit
aber die alltäglichen wunder
haben die lichtungen verlassen



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 21. September 2021

Entgleiten

auf den großen terrassen
weitet sich der späte sommer
in seinen letzten tagen grenzenlos
fallen schatten warm in ein umarmen
noch einmal gehen wir
in die weite der verblühten stunden
werden wundersam getragen
von sternen und unsagbaren worten
auf den großen flüssen
treiben wir durch das blau
der reifenden und übervollen stunden
und bleiben weit entfernt der abschiede
noch einmal werden wir neu
im aufgang und im erblühen
bevor wir in das erblassen umsteigen
und entgleiten in das ungenaue



Hermann Josef Schmitz



Am letzten kalendarischen Sommersonntag habe ich die Eröffnung einer tollen Ausstellung hier vor Ort in Deutschland gesehen. Petra Grupp kenne ich seit ca. 15 Jahren (in einem Objekt gibt es auch eine schöne Verbindung zu mir) und es ist toll ihre Entwicklung und Vielfalt zu sehen, mit der sie Farbe, Papier und anderen Materialien Raum gibt. Und die Symbiose mit Sarah Lehnert ist sehr gelungen. Die Bilder darf ich mit ihrer Genehmigung zeigen und hoffe, sie verführen den einen und anderen hier in der Umgebung zum Besuch. Last but not least: die Räumlichkeiten in ihrer Fülle und Vielfalt geben den Exponaten eine sehr stimmungsvolle Umgebung und den Besuchern eine sehr schöne Atmosphäre.













Sonntag, 19. September 2021

18092021 // S 02 // 39:01

bäume wie spanten im schiff einer kathedrale und ihre kreuzgänge die stillen gebete kühler luft umarmen mich nach einer langen zeit ich laufe in die unberührte stunde keine stimme kreuzt die luft in der ferne bleibt die sehnsucht zurück nichts anderes zählt als die folge der schritte der rhythmus der atemzüge und die freude über die wunder der normalität später entdecke ich in den hinterzimmern vergessene blüten ein zaun fällt unter der haut heller schein drängt sich in die keller die räume zur angst öffnen sich dann bleibt ein treibender mund wortlos verlangend und scheu während sich die wärme des sommers unter den bäumen sammelt die schürfungen verschwinden und alles gelingt ich denke jetzt nicht an die nächste stunde an den bitteren schlaf ich bleibe unter der warmen achsel der luft und höre den zugvögeln zu sie löschen die fracht des sommers ein letztes mal dann lichten sie die anker


Hermann Josef Schmitz

Freitag, 17. September 2021

Paradies

das paradies ist jetzt
es steht auf wörtern
die mich eine andere welt erblicken lassen
dort wohnen vögel
deren flattern die kühle morgenluft zerfächert
und in den augen deinen tiefen grünen seen
verweilt der liebe blick mehr
als das wort jemals verführt
mein paradies ist jetzt
es kann schon auch im morgen sein
dort aber ist es blass
ich will es jetzt beleben
will fragen stellen
bis ins blau des horizonts
und aufgeworfen sein
von deinem keuschen atemwort



Hermann Josef Schmitz


Auf ein schönes und lichterfülltes letztes Wochenende des Sommers, der sich auf der Zielgeraden so sehr angestrengt hat.