Dienstag, 1. September 2026

Trost

es liegt ein trost an den ufern des späten sommers
wenn die stille an ihren rändern wieder zu glänzen beginnt
dein staubig gewordenes herz den blick wieder freigeben kann
weil die luft in bewegung gekommen ist
und die schweren gedanken die in der hitze kaum atmen konnten
wieder in schwung geraten sind
es liegt ein trost an den ufern des späten sommers
mit blick auf die silbernen wellen
die das meer auf die großen schatten legen wird
wenn die räume an den frühen abenden aufleuchten
ein leiser traum in den versponnenen ecken aufblüht
und die gedanken unter den bäume ihre schritte lösen



Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 30. August 2026

Eintausendvierzehn

es würde genügen deinem atem zu lauschen
dem vergehenden schwung deiner bewegungen nachzuschauen
und zu erahnen wohin deine gedanken mich führen könnten
es würde genügen dich hinter dem fenster zu wissen
mit einer leichten glut vor deinen lippen und augen
deinem entrückten blick auf die blühenden beete
fern einer dürstenden zeit um deine liebe zu wissen
würde es genügen deinem atem zu lauschen



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 28. August 2026

August II

die abende beginnen früher zu dunkeln und schlucken die bedenken die sichtbaren kränkungen aber die helden sind müde geworden von ihren überzeugungen sie tragen die belastungen am revers ihrer tage und werden im meer der ereignisse übersehen während die feuer noch brennen sind die wachstumskurven unverändert wichtig geblieben der dunkle glanz der in den dämmerungen lag ist abgestumpft die herde der bequemlichkeit zieht weiter ihre tyrannen versprechen das goldene leben und meinen nur das eigene die helden haben den aufrechten gang zwischen den zerstörungen verloren mich geht das nichts an sagen die einen und bauen schutzzonen um ihr eigentum mich geht das nichts an sagen die anderen und vermehren ihre monetären träume sie kennen die strategien für ihre alpträume würdest du sie fragen was sie glücklich macht verständen sie dich nicht suchten sie nicht nach den auf später verschobenen träumen der liebe wüssten sie aber von einer zukunft in der alles noch schöner wäre blieben sie lieblos gedankenlos verloren und mit polierten fassaden vor ihrer tür


Hermann Josef Schmitz


Herzliche Grü´ße für ein stärkendes und liebevolles Wochenende.

Mittwoch, 26. August 2026

Rückfahrt

am gleisbett schlafen die brombeerranken noch
im wilden grün der raine ufern die verlorenen träume
ein tag wächst in verlierende fahrpläne hinein
während ich die landschaft verlasse
vergeht das lächeln beim entfernen vom meer
bleibt wellengesang in mir wie ein lebendiges gemälde
wuchern wolken spiegeln am wasser in einem graublau
beginnt der tag sein gesicht zu formen
ohne die fassungen der schönheitsverordnungen
ohne den zeitgeist der vermeintlichen optimierungen
am gleisbett wuchern die brombeerranken wie einst



Hermann Josef Schmitz

Montag, 24. August 2026

Ohne mein Zutun

die tage füllten sich ohne mein zutun diese großartige landschaft wuchs mir ins herz nach stunden am meer hatten sich unter der haut sätze gebildet luftgedanken flirrten über die inneren himmel wind ließ alles innere und äußere prickeln salz legte sich zwischen die zeilen und auf die atemwege später umarmten mich menschen und mein zitterndes herz wusste kaum wohin füllten sich die tage ohne mein zutun


Hermann Josef Schmitz




 

Samstag, 22. August 2026

Frei

I

an seltenen tagen öffneten sich
dir die türen der erinnerung
dann blicktest du frei von schmerz
auf die kleinen erfüllten träume
auf die hellen stunden
ohne die geister des krieges
die schwungvollen tänze
auf den vibrierenden böden der jugend
die unbeschwertheit einer glückseligen zeit
in der ein leuchtendes wort
alle schattenwürfe auslöschte




II

ich hoffe
du bist mit einem glückseligen gedanken
von dieser welt gegangen



                                                                       für M. (22.08.1933 – 29.02.2020)

Hermann Josef Schmitz

Freitag, 21. August 2026

Verluste

sich in leerer werdenden landschaften verlieren
dem glanz von sternenwäldern folgen

durch stille stunden streifen
sich selbst uninteressanter machen
in manchen kalendereinträgen
sich in den leerer werdenden landschaften
den höhepunkten versagen bildschirme schließen
hinhören zu dem was auf einer weiten ebene hörenswert ist
lieben unabsehbar viel lieben
wenn die wahrheiten unbequem werden



Hermann Josef Schmitz



Ich wünsche Euch ein Wochenende, an dem die Liebe leise durch Eure Stunden streift.

Mittwoch, 19. August 2026

Sommerregen

luftrosen hängen schwer
im tagelangen wolkenbruch
wenn daraufhin ein lang ersehnter
regen seine bahnen bricht
dann werden sie ganz leicht
und lösen sich
wenn später lang ersehnt
sich regen auf die atemwege legt
dann werden sie luzide
wie ein sommerregentraum



Hermann Josef Schmitz