bleiben
in den ungenauigkeiten des lebens
bleiben
und nicht nach abenteuern suchen
weil das suchen nach abenteuern im
bleiben
möglich ist zwischen tagträumen
sonnenblenden und filterlosen gedanken
bleiben
unter den himmeln der gefahren
bleiben
weil das lieben
nur im lichtflüchtigen bestand hat
Hermann Josef Schmitz
Eine weitere 5-er-Serie meiner gelesenen Bücher kommt hier:
«Strandopfer» von Frank Goldammer
Zwischendrin
immer mal wieder ein Krimi auf meiner Lesereise 😉. Frank Goldammer kannte ich noch nicht, aber die
Handlung ist gut und bleibt spannend. Ein deutscher Tourist liegt tot am Strand
von Swinemünde und in seinem Mund steckt ein großer Bernstein. Die Ermittlungen
laufen grenzüberschreitend, das erzeugt zusätzliche Spannungen, unterfüttert mit
den persönlichen Themen, die die beiden Ermittler:innen mit sich tragen. So wie
sie diese Themen unbeantwortet mit sich tragen, tragen es auch die Freunde, mit
denen der Tote sich eine Villa im Urlaub teilte, mit sich. Dass macht es spannend.
Was mir nicht gefallen hat, waren die manchmal grenzgängigen Gedanken der
deutschen Ermittlerin zu den polnischen Landsleuten, das hat der Krimi nicht
nötig.
«Das Trio» von Johanna Hedman
Sind drei einer oder eine zu viel? Der Roman dreier Beziehungen zwischen
Thora, August und Hugo – alle um die 20 Jahre alt. Der Beziehung von Thora und
August, in die Hugo als Untermieter von Thoras Eltern, gelangt. Sie verbringen
viel Zeit miteinander und immer bewegt es sich zwischen Hingezogensein und wieder
entstehender Distanz. Immer geht es auch um die Frage des Genügens und des
Anerkanntseins, des Richtigmachens inmitten aller Freundschaft und Liebe.
Ein starker Roman, dessen Fragilität und dessen beschriebene unsichere
Lebensentwürfe einen Zeitgeist beschreiben, in den ich mich hineinfinden musste.
«Die Riesinnen» von Hannah Häffner
Der Roman über drei Frauengenerationen in einem kleinen Schwarzwaldort.
Drei Frauen, die nicht in die Dorfgemeinschaft passen, von Beginn an (da leben
noch nicht alle drei – Mutter, Tochter und deren Tochter) und weitgehend ihr
Leben ohne Männer leben.
Sie sind sehr groß, dünn und werden Riesinnen genannt, ergänzt durch den Nachnamen
Riessberger.
Wenn sie irgendwie auch nicht in die Dorfgemeinschaft passen, so gehören sie
dennoch dazu, denn Heimat ist nichts, was man an der Bahnsteigkante abgibt.
Über etwa 400 Seiten ist das ein Suchen, ein Lernen, ein Ausbrechen und Zurückkehren.
Nicht nur in der Dorfgemeinschaft, sondern auch in den Grenzen der eigenen
Verbindungen von Mutter, Tochter und Enkelin.
Für mich auf jeden Fall jetzt schon eines meiner Top10-Bücher 2026.
«Graubündner Schatten» von Philipp Gurt
Polizeiarbeit in den 50er Jahren mit dem Landjäger Caminada und seinem besten Freund,
dem klugen Leutnant Marugg. Während zu Beginn mehrere junge Frauen ermordet
werden und mit einer roten Schleife gekennzeichnet werden, kommt es in der
Folge zu einem weiteren Mord an einer betagteren Frau auf einer Almhütte, der
auf den ersten Blick nicht den gleichen Hintergrund zu haben scheint. Was mir
besonders bei Philipp Gurt in dieser Reihe gefällt, ist der Rückblick in die
vergangene Zeit, die begrenzten Möglichkeiten in der Ermittlung und die geringe
technische Ausstattung, die es seinerzeit gab. Hat mir gut gefallen.
«Restsommer» von Kea von Garnier
Nach den ersten 30 Seiten habe ich das Buch zunächst mal für einige Tage
weggelegt. Die Geschichte des 16-jährigen, Dominik der allein mit seinem Vater lebt.
Der Vater hat ein Bestattungsinstitut, der Sohn ist bereits unterstützend
involviert – das passte nicht in meinen Sommer.
Und dann habe ich einen Restart gemacht und dann festgestellt, wie großartig
dieses Buch ist. Wie sich dieser Sommer für den 16-jährigen zu einem Sommer des
Aufbruchs entwickelt, zu einem Sommer des Sichfindens und zu einem Sommer, in
dem er seine Träume entdeckt und wiederentdeckt.
Ein wunderbares Buch über die Herausforderungen, die in dieser Lebensphase so
unterschiedlich sein dürfen und über die Liebe, die ihren Weg finden muss.
Ein weiteres Buch für meine Top-10 2026.