in den mutmaßungen zergehen die ungebremsten
worte ohne gespür subtile demütigen krude bildfolgen eine adoleszente zeit und
dieses bedenkliche schweben diese bedenkliche schwere albträume die die nacht
ausleuchten falsche königinnen und könige und immer auf der vergeblichen suche
nach sich selbst gewöhnen verschwimmen grenzen loten sich neu aus
konfliktlinien verschwinden in den fernsehsesseln verschläft die moral den
beginn der nacht ein fenster ins nichts gerät zum einzigen ausweg umwege sind
in den gedanken ausgeschlossen worden keine seitenblicke mehr nur noch der
herde folgen durch das fenster ins nichts irdische spielpläne von fremden im
schatten entworfen attrappendiskussionen um nichts mehr den großen gedanken
spannen sondern untergehen in den wellen der gekauften empörung
Hermann Josef Schmitz
Wortgarage
Sonntag, 17. Mai 2026
Mai II
Freitag, 15. Mai 2026
Wiederholungen
den wiederholungen der jahreszeiten folgen
die zu landschaften meines lebens werden
am scheitelpunkt der erinnerung innehalten
die sterne schauen die all die jahre aufgegangen sind
an wegweisern kreuzungen und wendepunkten
den wiederholungen der jahreszeiten folgen
und unverändert staunen über all die farben
in diesem monat der all die erinnerungen würdigt
den ersten warmen schatten vertrauen schenken
und zwischen gräsern himmeln horizonten in mir blühen
den wiederholungen der jahreszeiten folgen
die manchmal in vergessenheit geraten sind
verlorene träume aus dem verborgenen holen
sich allem ungewissen was da wartet stellen
und dankbar werden für alles was das leben mir geschenkt
Hermann Josef Schmitz
Auf ein in vielen Facetten leuchtendes Mai-Wochenende mit liebevollen Begegnungen.
Mittwoch, 13. Mai 2026
Regentag
die wälder atmen auf
in ihren adern fließt das silberlicht
während sich der fluß streckt
seine trägheit wie von selbst vergeht
stehen gräser blütenhalme zweige auf
und sind bereit sich hinzugeben
für einen tag in dessem grauen herz
ein maienfeuer lodert wie von einem stern
Hermann Josef Schmitz
Montag, 11. Mai 2026
In diesem Garten
als du mit mir durch deinen garten gingst
an einem stillen regennachmittag
und mich auf eine reise
durch alles wachsen alles blühen nahmst
verstand ich noch viel mehr
welch großes herz von dir in diesem garten wohnte
welch liebevolle freude all diesen pflanzen
durch dein spüren und berühren widerfuhr
als du mit mir durch deinen garten gingst
an einem stillen regennachmittag
da wuchs in mir ein leiser stolz auf dich
auf deine hoffnung die in diesem garten lag
für Annemarie
Hermann Josef Schmitz
Ein paar Impressionen aus diesem kleinen Paradies:

Samstag, 9. Mai 2026
Mai I
auf garteninseln blühen fliederbäume die rauen
wolken sind jetzt abgetaucht am ufer üppiger flüsse wachsen grüne städte halme
blätter weitverzweigte spuren öffnen sich für einen neuen traum kurz vor deinen
augen wird jetzt alles still und aus dieser stille öffnen wiesen lichtungen
horizonte sich legen einen neuen raum zum leben an und in dieser stille
entsteht ein schweben wird ein fließen stillt sich sehnsucht braucht kein
reisen keine ferne nur den blick ins nahe grün paradiese tage wie ein großes
fest ohne aufsehen ohne schlagzeilen jahrelang gesenkte blicke auf dem weg von
einem ort zum anderen heben sich und schauen über alle sorgen weg was verhangen
war wird zur blassen spur jetzt ins vergangene legt sich eine neue helle spur
aus blau und grün und gesichter die verloren schienen und geschichten die
verloren schienen wachen auf garteninseln blühen linden fliederbäume und
kastanien während in den beeten noch in kapseln schlafend mohn von seinem
festtag träumt
Hermann Josef Schmitz



