die rosen meldeten ihre erste erschöpfung bereits
im mai an es waren scheinbar helle zeiten aber die
formeln der natur funktionierten schon lange nicht mehr wir hatten vergessen
hinzuschauen genauer hinzuschauen achtzugeben und wir hatten vergessen welche
schönheit die rosen zeigten und verbargen zwischen den sich aufdrängenden
bildschirmen verloren wir die wirkliche zeit es gab zu viele spieler ohne
gewinner es gab eine zeit in der menschen menschen deklassierten die rosen
meldeten ihre erste erschöpfung bereits im mai an sie sagten das ohne ein
einziges wort aber es lag eine traurigkeit in ihrem inneren blühen alles folgte
einem plan der menschen einer struktur und sie durften nicht mehr ins ungewisse
wachsen längst hatte sich ein unbehagen in die welt eingeschlichen war zur
alltäglichkeit geworden die aufgeregten hatten ihre seelen verkauft ihre würde
verloren und die buchhaltung der seelenlosen verwaltete die falschen gewinne die
rosen meldeten ihre erste erschöpfung bereits im mai an und entgegen allen
kalten regeln blieb der glanz ihrer blätter ihr echo der liebe zu den menschen
Hermann Josef Schmitz
Heute in 80 Tagen startet zum 4. Mal unsere Ausstellung SOMMERLEUCHTEN in der Kantonalen Gartenbauschule im Oeschberg in Koppigen. Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher und haben wieder eine große Vielfalt der ausstellenden Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker.
Wortgarage
Mittwoch, 27. Mai 2026
Mai III
Montag, 25. Mai 2026
Mitten im Leben unter hellichtem Blau
sträucher zweige lange stiele
im beet kleiden sich die pfingstrosen
mit purpurnem kragen
alles ist bereit
als gäbe es ein fest zu feiern
gibt es ein fest zu feiern
mitten im leben unter hellichtem blau
Hermann Josef Schmitz
Hier geht so vieles jetzt ins volle Blühen. Das macht uns sehr sehr froh und dankbar zugleich. Weil es ein Geschenk ist, an diesem Ort wohnen zu dürfen, zusammen wohnen zu dürfen und umhüllt zu sein von der Natur.
Die neue Keramik ist von Veronika Müller, deren Kunst hier einige Plätze innen und außen ziert. Mehr von ihr kann man noch heute am Keramik-Markt im Park von Schloss Landshut sehen oder auf ihrer Website https://www.toninton-keramik.ch/html/news.php.
Omnia Causa Fiunt = Alles geschieht aus einem Grund.

Samstag, 23. Mai 2026
Pfingsten
an den zäunen blühen lichtdurchlässig
sträucher zweige lange stiele
im beet kleiden sich die pfingstrosen
mit purpurnem kragen
alles ist bereit
als gäbe es ein fest zu feiern
gibt es ein fest zu feiern
mitten im leben
unter hellichtem blau
Hermann Josef Schmitz
Donnerstag, 21. Mai 2026
Aus dem Erinnern ins Erfüllen
auf den sommerreisen meiner seele
fand ich lupinen mohn und eine mozartrose
wenn sie verblühten entstand erinnerung
verblasste wurde dünner für ein ganzes jahr
dann ging die seele wieder auf die sommerreise
und noch bevor lupinen mohn und eine mozartrose blühten
wuchs die erinnerung aus ihrer blässe weit hinaus
zu einer großen sehnsucht die schon bald erfüllung fand
Hermann Josef Schmitz
Dienstag, 19. Mai 2026
Hungrig bleiben auf das schöne Leben
dem leben will ich unverändert hungrig folgen
rückblickend die erinnerungen liebevoll betrachten
und dann und wann das moos von ihnen entfernen
damit sie ihre klarheit ihre wahrheit halten dürfen
aber dem leben will ich unverändert hungrig folgen
an manchen tagen innehalten
wie vor einem großen stillen see
nur schauen und alles in mich wachsen lassen
was unbeschreiblich schön sein kann
nicht festgehalten werden muss wie ein erinnern
auch ohne worte bilder ohne töne
bleibt dafür platz genug in meinem staunend herz
dem leben will ich unverändert hungrig folgen
mich freuen wenn liebgewonnene menschen
ein stück von dieser strecke mit mir gehen
und du dich einhakst leise und mit diesem blick
der dieses leben immer wieder mal verklärt
will ich mit dir so unverändert hungrig
auf das schöne leben bleiben
Hermann Josef Schmitz
Sonntag, 17. Mai 2026
Mai II
in den mutmaßungen zergehen die ungebremsten
worte ohne gespür subtile demütigen krude bildfolgen eine adoleszente zeit und
dieses bedenkliche schweben diese bedenkliche schwere albträume die die nacht
ausleuchten falsche königinnen und könige und immer auf der vergeblichen suche
nach sich selbst gewöhnen verschwimmen grenzen loten sich neu aus
konfliktlinien verschwinden in den fernsehsesseln verschläft die moral den
beginn der nacht ein fenster ins nichts gerät zum einzigen ausweg umwege sind
in den gedanken ausgeschlossen worden keine seitenblicke mehr nur noch der
herde folgen durch das fenster ins nichts irdische spielpläne von fremden im
schatten entworfen attrappendiskussionen um nichts mehr den großen gedanken
spannen sondern untergehen in den wellen der gekauften empörung
Hermann Josef Schmitz




