Sonntag, 14. Juni 2026

Juni II

kilometerweite eindrücke unstete wege keine gewissheiten und die offene tür des herzens fremde länder der klang nie gehörter worte und keine übersetzungen in sicht aber für die liebe und für die freiheit bedarf es keiner vorratskammern immer bist du der schlüssel zu dir selbst bewegungen änderungen verwerfungen und diese unbegrenztheit im leben an die du glaubst wenn du vor zollwächtern stehst zu brückenlosen verbindungen keinen zugang mehr findest und deine bestrebungen ins ziellose führen abgenutzte worte kreierte stimmungen zufälle und sich nicht gewöhnen wollen wenn die smaragdgrünen tage ins helle grau gleiten noch einmal fahrt aufnehmen die sehnsuchtskoffer öffnen kilometerweite stille einatmen aufatmen ankommen spät in der zeit bei dir sein sich gewöhnen dem gegenwärtigen gewahr werden und lieben alles das lieben was schon immer da war


Hermann Josef Schmitz

Freitag, 12. Juni 2026

Wo sich ein anderer Horizont öffnet

dem schwung deiner augen nachblicken
bis sich alle luft ins leuchten bringt
die zärtlichkeit deiner hände ersehnen
bis alle haut ins zittern kommt
im dickicht deiner zärtlichkeiten
eine flüchtige heimat finden
hinter deiner herzwand wohnen
dort wo sich einer anderer horizont öffnet


                                                           für Annemarie

Hermann Josef Schmitz


Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende mit vielen leichten Momenten.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Vergeblich

wenn die menschen uninteressierter werden
weil sie sich alle auf einem weg angleichen
wenn sich das beliebige dem tiefgang versperrt
und jede meinung vermeintliche wahrheit verspricht
wenn sich das genaue verflüchtigt
gleich einer wolke die eben noch ein segen war
wenn das barometer des misstrauens ausschlägt
wie eine fieberkurve die heilige stunde stört
wenn sich in allem der hafen der heimat nicht mehr verorten lässt
bündelt sich das vergebliche suchen nach etwas
um das du längst nicht mehr weißt



Hermann Josef Schmitz
 

Montag, 8. Juni 2026

Veränderung

auf jungen rosenblättern
liegen regentropfen aufgereiht
bis sie des dunklen vogels flügelschlag
im inneren erzittern lässt



Hermann Josef Schmitz