Sonntag, 26. Juli 2026

Juli III

die benutzten helden säumen die spuren des erfolges aber sie leben nur im geliehenen licht längst sind sie den herrschenden und ihren zahlungen verfallen sie feiern die despoten feiern die hochzeiten der dilettanten weil man es ihnen gegen sonderzahlungen befiehlt aber die blicke bleiben abgrundtief das lächeln ist ihnen längst vergangen die benutzten helden finden keine auswege mehr sie tragen ihre haut und ihre bewegungen zu markte sie folgen einem strengen reglement und geben an den toren der arenen ihre autonomie ab ihre bekenntnisse klingen wie ferien von der wahrheit sie sonnen sich in einem erfolg der lügen sie übersehen kipppunkte und verfallen dem untergang in den seltenen stunden ohne vorgaben ohne vorgezeichnete abfolgen klopfen unerfüllte träume an ihre inneren türen und etwas in ihnen wird unangenehm wird pochend fragend und seufzend im leben der benutzten helden im geliehenen licht


Hermann Josef Schmitz

Freitag, 24. Juli 2026

Gesichert

wir heften uns an alle anforderungen
leben wir in warteschleifen staus verspätungen
für alles haben wir aus gekauften systemen
tabellen geschaffen schubladen geschlossen
unsere vorurteile sind gesicherte erkenntnisse
aus schlagzeilen und fremden wortgefechten
wir kennen die guten und bösen nebenwirkungen
im abfluss der zeit bleiben unsere einschätzungen
ohne flexibilität lieben wir in allem nicht mehr



Hermann Josef Schmitz



Umso liebevoller möge Euer Wochenende Euch die Türen öffnen.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Juli II

viel zu früh ist der sommer müde geworden die wolken haben schon lange ihren letzten tanz geregnet wälder ertrinken im licht und du gehst seufzend ohne unterlass seufzend in den frühen morgen an den rainen schweigen die brombeersträucher und tragen zuversichtlich schwarze früchte noch ist die seele unterwegs hängt in der ferne dem klang der heimat nach viel zu oft hast du geglaubt loslassen ginge so einfach aber als du wieder ankamst pochte dein herz vor freude spürtest du die sommerwarme stadt am großen fluss und eine scheinbar verlorene sehnsucht bahnte sich durch lieder und zeilen ihren weg mitten in dein herz viel zu früh ist der sommer müde geworden die abschiede rücken näher seufzend stehst du vor den verlorenen träumen den schwüngen traust du weniger als zu einer anderen zeit seufzend löst du dich von der sehnsucht die sich nicht mehr erfüllen wird die wolken haben sich aufgelöst gras hat seine farbe verloren und wächst nicht mehr aber es muss etwas geben einen traum eine sehnsucht die keinen abschied duldet viel zu früh ist der sommer müde geworden und hat sich hinten an deine herzwand gelehnt


Hermann Josef Schmitz