Donnerstag, 1. Januar 2026

Blühe unaufhaltsam

noch ist dieser erste morgen blass
in den gärten blühen eisig blumen
doch es werden leuchtend große tage kommen
träume deinen weg begleiten
und im herzen werden menschen wohnen
die nur liebe in der jahreszeit erkennen
trau dem ersten morgenaufgang
seinem blassen leuchten und der stille
die sich über diesem licht verbeugt
nimm die liebe und den frohen ton
mach dich auf und blühe unaufhaltsam



Hermann Josef Schmitz


Herzlich willkommen 2026


Wir wollen dem ersten Tag vertrauen, seinem Licht, das sich hier ausgebreitet hat und diesen ersten Tag aufhellt. Es möge ein besseres Jahr werden als die Pessimisten vermuten, es möge uns bereichern, an vielen Tagen mit Schönem aufwarten und nicht müde werden, das Gute sichtbar zu machen. Wir haben in uns alle Instrumente und Werkzeuge, Gutes in diesem Jahr anzulegen, Gutes zu tun und zu verschenken.

Wir freuen uns auch 2026 auf Worte und Glas, auf innige und erfüllte Zeiten zu zweit, auf vertraute und neue Orte und Plätze und dann und wann auf sichtbare oder spürbare Wunder.

Bleibt gesund, habt viel Unterstützung und Zuneigung, auch wenn es Euch nicht gut geht, habt eine behütete Wegstrecke und lasst Euch vom Leben und von der Liebe verführen.

Auf ein neues Jahr der Möglichkeiten und Perspektiven – auf 2026.


Mittwoch, 31. Dezember 2025

Fassungsloses Glück III

sie füllt den raum mit ihrer großen menschenliebe
trägt worte flügelleicht zu einem mittelpunkt
und in der stille die entsteht im klingen ihrer sätze
berührt und nimmt der augenblick der fremdheit die verschlossenheit


sie legt ein schwingen in die warmen innenräume
entzündet hie und da ein später erst bemerktes feuer
und bleibt nach tagen unverändert im erinnern
bei jenen menschen die sie vorher nie gesprochen hat



                                                                       für Annemarie


Hermann Josef Schmitz 



Mit dem dritten Teil von «Fassungsloses Glück», an meine Herzdame gewandt, starte ich hier meinen kleinen Jahresrückblick 2025. Zwischen den Jahren ist für mich eine Zeit zwischen den Lebensphasen, zwischen den Räumen und inmitten der Veränderungen. Meine Herzdame ist mein Fundament und wenn’s ringsum gerade stürmt, ruckelt und bebt, hält sie, trägt sie und schaut. Damit ist diese Herzensheimat in ihr für mich ein Ort der Geborgenheit. Eine ihrer neuen Glasperlen symbolisiert das auf eine gewisse Art und Weise – aus einer Unruhe heraus gibt es immer die Möglichkeit, ins Helle zu schauen und der Kraft des Lichten zu trauen.

Meine persönliche Bilanz des Jahres 2025 ist eine durchzogene. Das Jahr begann mit einem Abschied und das letzte Quartal war sehr von Abschieden geprägt. In die Abschiede leben ist ins Ungewisse leben. Gleichzeitig habe ich in den beruflichen Abschieden unfassbar viel an Schönem erlebt, viel Wertschätzung, viele Umarmungen und die Hoffnung, dass nicht alle Kontakte verloren gehen. Gleichzeitig hoffe ich sehr, dass ich in dem Neuen, was mir ja teilweise vertraut ist, ankommen werde. Es sind die Menschen, die mir aus der Vergangenheit fehlen werden, das Arbeiten mit ihnen und die Freude an der Entwicklung. Das hat mich oft bereichert und auch stolz gemacht. Ich glaube daran, dass mit guter Begleitung dauerhafte Entwicklung möglich ist.

Das Jahr 2025 ist vor allem in einer großen Mitte von Frühling bis Frühherbst wieder sehr erlebnisreich gewesen, es gab viel Schönes, das 3. «SOMMERLEUCHTEN» im Oeschberg gehört ebenso dazu wie Tage im Sommer in Dänemark (was für eine wunderbare Reise) und im Herbst auf Korsika. Wanderungen, Schlossrunden und Ausstellungen gehören ebenso dazu. Und dann gab’s tolle Konzerte, die im Blogpost vom 30. Dezember erwähnt sind. 2026 wird das weitergehen, wir haben bereits Karten für 6 Konzerte und es werden nicht die letzten sein. Im nächsten Jahr wird es das 4. «SOMMERLEUCHTEN» geben, am 15. und 16. August 2026.

Wir stehen vor dem Beginn von 2026 – und in allen Wirrnissen bleibt es bei unserer persönlichen Entscheidung, wieviel Stabilität wir immer wieder in uns schaffen, wieviel Energie wir für Gutes und Schlechtes verwenden, welchen Menschen wir Zutritt gewähren, wieviel wir auch aus der Medienfülle an uns heranlassen und mit welcher Haltung wir jeden neuen Tag beginnen. Wir entscheiden über das Gute. Und wenn es nicht im Großen gelingt, haben wir die Gelegenheit im Kleinen, in unserem Umfeld Position zu ergreifen, Blickwechsel zu schaffen und darüber hinaus immer großzügig zu sein: in den Gaben, in den Umarmungen, in den Handreichungen, in der Liebe.  

Allen, die hier lesen danke ich auch dieses Jahr wieder von Herzen dafür. Ich danke Euch für Eure Treue und das Einlassen auf die Worte. Ich wünsche Euch einen guten und hoffentlich gesunden Jahresabschluss, eine wagende, zuversichtliche, behütete, mutige und auch verführerische Reise ins neue Jahr. Vertraut dem, was das neue Jahr an Gutem bereithält, lasst Euch auf neue Räume ein, bleibt Euch selbst treu und feiert das Leben. Und für die, die es gerade nicht guthaben, zündet Laternen an. Bleibt gesund und behütet und vor allem: bleibt in der Liebe.

Ganz herzliche Grüße von

Hermann Josef 



Dienstag, 30. Dezember 2025

Von Worten und Tönen

Auch wenn erst morgen das Jahr seine Reise beschließt, möchte ich schon traditionell heute eine kleine Aufzählung und einen Jahresrückblick 2025 meiner persönlichen Highlights aus Literatur und Musik machen.

Die 20 Bücher, von denen ich 2025 besonders angetan war:


«Mein Mann» von Maud Ventura
«Roxy» von Johann von Bülow
«Spiegelberg» von Christof Gasser
«Munk» von Jan Weiler
«Die Sterne von St. Pauli» von Kerstin Sgonina
«Jenseits der Sprechstunde» von Esther Pauchard
«Jenseits der Couch» von Esther Pauchard
«Hier. Dort. Fort» von Angelika Waldis

«Man sieht sich» von Julia Karnick
«Tod an der Goldküste» von Silvia Götschi
«In einem Zug» von Daniel Glattauer
«Freunde treffen sich - Revisited» von Manfred Boecker, Rainer Gross, Wolfgang Niedecken 
«Bis wieder einer weint» von Eva Sichelschmidt
«Das Fest» von Lucy Fricke
«Sommerschatten» von Urs Faes
«Ostseedämmerung» von Eva Almstädt
«Unheilvolles Lançon» von Cay Rademacher
«Das Licht in den Birken» von Romy Fölck
«Mitternachtsschwimmer» von Roisin Maguire
«Der Einfluss der Fasane» von Antje Rávik Strubel



Die 20 Platten, die ich 2025 erworben habe und die mich begeistern:

«Tag & Nacht» von Patent Ochsner
«Morph» von Ellis Mano Band
«New Dawn» von Marshall Allen
«Fireball» von Deep Purple
«Da Capo» von BAP (Vinyl-Print)
«A momentary lapse of reason» von Pink Floyd
«Paper doll» von Samantha Fish
«Autobahn» von Kraftwerk
«Life Rhythm» von Wolfgang Haffner (Live)
«Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen» von Kettcar
«Dalla» von Lucio Dalla
«About time» von Ten Years After
«Alles im Lot» von BAP (EP)
«Scandalo» von Gianna Nannini
«Quiet ist he new loud» von Kings of Convenience
«Lost in Paris» von Ford Thal Personne
«Italia» von Till Brönner
«Von allem anders» von Herbert Grönemeyer (Unplugged)
«Blues fort he modern daze» von Walter Trout
«
St. Paul & The broken Bones» (self titled)


Die 5 Konzerte, die ich oder wir 2025 besuchten und die sehr stark waren:

w JJ Grey & Mofro in der Mühle Hunziken
Das war das Beste der 3 Konzerte, die ich von JJ Grey gesehen habe. Sehr nah an der Bühne, satter Sound und bestens eingestimmte Band.
w Pippo Pollina & das Jugendsinfonieorchester der Schweiz in Luzern
Pippo Pollina im KKL mit diesem Sinfonieorchester – einfach ein Genuss!
w Kettcar auf der Bühne am Teich in Rubigen
Wie lange habe nach einer Möglichkeit gesucht, Kettcar zu sehen. Und dann spielen sie im Sommer beinahe vor der Tür. Unverändert viel zu sagen, unverändert toller Sound und unverändert machen sie in allem gute Stimmung.
w Gianna Nannini am Seaside Festival in Spiez
Eigentlich waren wir wegen Patent Ochsner gekommen. Aber Gianna Nannini war großartig, während Patent Ochsner eher gewohnt souverän spielten. Gianna Nannini hat nichts von ihrem Feuer eingebüßt, sie ist energievoll und hat unverändert diesen rauen Charme, der sie ausmacht.
w Inga Rumpf in der Fabrik in Hamburg-Altona
Jetzt ist sie 79 und altert schon lange nicht mehr. Kraftvoll und mit bester Laune bringt sie viele bekannte Songs aus 50 Jahren und auch einige neue. Sie zeigt einmal mehr - Blues geht immer!

Anmerkung: 2026 werden das wieder deutlich mehr werden, sechs Termine stehen bereits schon fest
😊

Montag, 29. Dezember 2025

In eines Himmels winterblau

in den warmen ställen fandest du deinen frieden
und an manchen tagen eine zuversicht
die sich zwischen den verlorenen überblick stellte
längst hattest du dich in die dinge gefügt
bliebst immer wieder hängen an dem schmerz
des ungesagten ungelebten und den niederlagen
vieler jahre und jahrzehnte den kränkungen
über die du schwiegst bis über einen horizont hinaus


auf den leicht verschneiten wegen zu den wäldern
blieb dir an manchen tagen eine stille freude
wenn das insichgekehrtsein der landschaft
all die lauten worte und selbstvorwürfe löschte
und der traum des kommenden grüns anklopfte
noch ein wenig verirrt wie ein neugeborener vogel
dann bekamen deine schritte einen unbeschwerten schwung
und die sehnsucht wuchs feierlich in eines himmels winterblau


                                                                       für P. († 29.12.2008)


Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 28. Dezember 2025

Dezember II

die kursverläufe haben keine pausen im verhärteten tagesgeschrei lohnt sich der abstand von der ausgelaugten welt nichts nährt dich mehr als die stille abseits der bildschirme der ungezählten stimmungsaufheller aus überflüssigkeit nichts nährt dich mehr als der blick in die schütteren kronen der bäume in ihr flüsterndes umarmen die analysen haben längst die feierlichen tage versklavt und daneben grundwerte wegschweigen straßenseiten wechseln verdunklungstaktiken entwickeln haltung und anstand vergessen und die vorurteile in wohlklingende worte hüllen die ihnen die schärfe aber nicht nehmen die performancekurven bestimmen den schlaf dabei wäre etwas ganz anderes zu gestalten für frieden im kleinen einzustehen großzügig zu werden und den eigenen verlust für ein geschenk in kauf zu nehmen zärtlichkeit in die welt zu tragen ein offenes herz wagen das richtige sagen und lieben aufrichtig lieben in allem


Hermann Josef Schmitz



Im letzten Quartal kam mein Lesen leider etwas zu kurz. Das ändert sich im neuen Jahr auf jeden Fall. Aber kurz vor Jahresende stelle ich nochmal 5 gelesene Bücher vor:

«Krummes Holz» von Julja Linhof

Jirka und Malene – zwei Geschwister in all ihrer verwundeten Vergangenheit begegnen sich nach 5 Jahren wieder. Jirka kehrt vom Internat zurück auf den heruntergekommenen Hof der Familie. Vieles hat sich verändert, vieles ist gleich geblieben. Und in all der Vergangenheit aus Düsternis, Verletzungen, Misshandlungen und dunklen Geheimnissen suchen beide nach Liebe und glücklichen Tagen. Jeder aus seiner Perspektive, jeder mit seinem Trauma.
Anspruchsvoll, bedrückend, flirrend vor Sommer und kaum am Stück zu lesen.


«Unheilvolles Lançon» von Cay Rademacher

Zwischendrin mag ich die Krimis aus der Provence von Cay Rademacher. Jeder ist für sich gut lesbar, ich wollte nicht alle 13 Bände lesen. Roger Blanc, der Capitaine, ermittelt hier wieder auf seine Art und Weise. Der Krimi spielt in einem Weingut. Eine Drohne filmt eher zufällig eine Frau, die leblos in den Reben liegt. Als der Capitaine das Weingut erreicht, ist die Unbekannte spurlos verschwunden. Daraus entwickelt sich dann um die Winzerfamilie ein sehr spannender Plot.


«Das Licht in den Birken» von Romy Fölck

Zwischendrin benötigt es Romane für das gute Gefühl. Gerade in Zeiten, die mehr fordern als schenken. Deswegen mochte ich «Das Licht in den Birken» im November auch. Es geht um eine Gemeinschaft von 3 Menschen (dem Inhaber eines Gnadenhofes und zwei Gästen seiner Ferienwohnungen), die jeder ein Päckchen zu tragen haben. Nicht immer eindeutig, aber der Roman erfreut einen daran, dass die Haltung von Menschen viel Kraft haben kann, etwas voranzubringen.


«Mitternachtsschwimmer» von Roisin Maguire

Eines der Bücher in diesem Jahr, die für mich herausragen. In einem irischen Küstendorf treffen verschiedene Menschen mit ihren Geschichten aufeinander und müssen sich – am Beginn der Pandemie – neu finden und entdecken. Das gelingt mitunter gar nicht so gut, weil jeder von ihnen in seiner Geschichte gefangen ist. Aber über 350 Seiten entwickelt sich vor allem die Beziehung zwischen Grace, einer nach außen ruppigen und wortbitteren Frau, und Evan, einem Städter mit einer sehr traurigen Gegenwart.


«Der Einfluss der Fasane» von Antje Rávik Strubel

Als sich der Ehemann einer berühmten deutschen Opernsängerin vor der herrlichen Kulisse der Sydney Opera das Leben nimmt, gerät eine Journalistin ins Visier der Medien. Ihr kurz vorher erschienener sehr kritischer Artikel über den jetzt Verstorbenen soll der Auslöser gewesen sein. Sie wird freigestellt, verliert ihre kollegialen Beziehungen und insgesamt ihren Halt. Und die Wahrheit ist aber eine andere, dass weiß sie und kämpft bis zum Schluss um ihre Reputation.
Starker Roman mit unerwartetem Ende.