Donnerstag, 12. März 2026

Traurig

an den bahnhöfen der menschlichkeit
fahren erloschene züge vorbei



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 10. März 2026

Zärtliches Mantra

in der entblößung fandest du
meine unverheilten narben
sie lagen hinter dem wortgeflecht
aber du überwandest
die großen sicherheitsvorkehrungen
und trugst die unbeschwertheit
wie ein zärtliches mantra
in jeden für uns ankommenden tag



                                               für Annemarie

Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 8. März 2026

März I

vorboten dämmernde träume von anemonensiedlungen ein sanfter schwung in den wegen und der frühling der in den wehen liegt zwischen den wirrnissen der kleinen und großen welten dem chor der skeptiker die zutrittssäle verschließen auf gute gelegenheiten lauern glücklich zu sein fragen stellen vernichtende haltungen nicht akzeptieren und von anemonensiedlungen träumen während sie in ihren alltagen fleißig in der gerüchteküche ihre schlechten menüs anrichten längst haben sie die eleganz der diskretion verlernt das liebevolle und klare wort verbunden mit einem verzeihen wenn die pläne aus dem ufer gelaufen sind und das schweigen auch wenn die verführer um aussagen betteln von anemonensiedlungen träumen sich nicht beteiligen wo beteiligung unerwünscht und unmoralisch ist schlupflöcher verschließen für die hetzenden die sabbernd das leid anderer anfachen später will es niemand gewesen sein



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 6. März 2026

Lieben wo es unmöglich erscheint

jeden morgen und jeden abend
die hoffnung aufs neue entfachen
wenigstens einmal täglich
einen menschen umarmen
dem alltäglichen einen schimmer anheften
gedichte schreiben wenn der himmel brennt
besonders die kritischen worte sorgfältig wählen
und die wertschätzenden noch viel mehr
das bitten um das gute vor allem
an den dunklen tagen nicht unterlassen
den frieden nie aufgeben
lieben wo es unmöglich erscheint



Hermann Josef Schmitz


Ich wünsche Euch inmitten der Wirrnisse dieser Welt ein liebevolles und sorgsames Wochenende.