du trägst
die verschriebenen
worte
unter das fenster
leer geworden
erblassen sie
bis zur erinnerung
wir tauschen
du gibst grün
für mein blau
Hermann Josef Schmitz
18 Jahre – die Wortgarage wird volljährig 😊. Sie bleibt auch nach dem weitgehenden Ausstieg aus dem Beruf unverändert ein
wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Die Reise der Wortgarage geht
unverändert weiter, an Worten, Gedanken, Ideen, Sätzen mangelt es mir nicht.
Vor allem aber macht es mir Freude, hier einen Platz für meine Poesie zu haben.
Jedes Jahr blogge ich am 9. April das obige Gedicht. Längst hat sich die
Textfarbe und die Schriftart geändert, aber in seinem Ursprung bleibt es eben
das erste Gedicht, mit dem sich die Wortgarage (damals noch unter einem anderen
Anbieter) auf die Reise gemacht hat. Längst gibt es den ersten Gedichtband
nicht mehr zu kaufen, aber über die Jahre hinweg sind viele neue Bücher und
Karten entstanden. Gegen Ende dieses Quartals wird es neue Bücher geben,
geplant ist ein Gedichtband und ein Buch mit ungeschliffener Kurzprosa.
Ich erinnere mich immer sehr gerne an das Entstehen der Wortgarage am
Nachmittag des 9. April 2008. Meine wunderbare Frau war die Impulsgeberin. Wie
sie überhaupt die Motivation dafür schuf, meinen Gedichten und Prosatexten
einen größeren Raum zu geben und ihnen mehr Begegnung in Büchern und Postkarten
zu verleihen.
Damals war das mein Beginn in der digitalen Welt meine Poesie zu platzieren.
Inzwischen ist das zu einem viel größeren Ort der Begegnung geworden und ich
freue mich über die Vielfalt der Gelegenheiten, über Poesie ins Gespräch zu
kommen. Immer wieder erreiche ich bekannte und unbekannte Menschen – in der
digitalen wie auch unmittelbaren Begegnung. Letztere geben sich manchmal nach
Jahren zu erkennen – durch eine Mail, einen Kauf eines meiner Bücher oder auch
durch eine persönliche Begegnung.
Viel Unfrieden und Zerstörung liegt in der jetzigen Zeit, viel Unsicherheit und
Sorge – und gerade deswegen muss Poesie immer einen Platz haben dürfen, den
Blick verändern für einen Augenblick genauso wie für eine lange Zeit. Raum
geben für das Schöne und Zeitlose, Gedanken und Träume anlegen wie einen
Horizont, der einmal nah und einmal weit erscheint und nichts beweisen muss. In
allem auch immer begleitet von der Liebe, meiner Liebe zu den Menschen, der
Natur, den Worten.
All den treuen Wortgarage-Leser*innen danke ich auch heute wieder sehr herzlich
für 18 Jahre des Begegnens und Lesens.
Ich schreibe weiter, es gibt so vieles, für das die Worte einen Platz
haben und dem Leben Wunder und Berührung schenken.
Meiner geliebten Herzdame – der großartigen Glaskünstlerin – danke ich
unverändert für den damaligen Impuls zu bloggen, für dieses Begegnen und für
die Reise, die uns gemeinsam inspiriert. Sie ist (m)eine wunderbare Frau und
bereichert mich unverändert und unvermindert in meinem Denken, Wahrnehmen, Feiern
und Lieben des Lebens.
Alles Gute,
herzliche Grüße und auf ein weiteres poetisches Jahr.
Hermann Josef Schmitz
