auf dem höhepunkt des tages verblasst der himmel
das wilde herz beruhigt sich die gerade verklungenen tonfolgen berühren auch in
der rückblende tief aus der seele unter einer endlich aufgebrochenen kruste bekommen
die vielen gefühle stimmen voller kraft liebe und schmerz werden die wunden
vieler jahrhunderte gegenwärtig salzlinien wie eine zufälligkeit auf dunklen
stoffen ein milchiger sonnenuntergang wandert den grat hinunter atemnöte blättern
ab eine weiche routinierte zufriedenheit legt sich auf die kleinen entfernungen
von weit her tönen die erntemaschinen aber sie stören nicht auf dem weg unter
dem verblassenden himmel dort wo sich im restlicht noch einmal die geschehnisse
sammeln während ein luftzug über die aufrechten weizenreihen zieht der blick
liebevoll auf den tag zurückschaut sich das wilde herz beruhigt genährt von
allem was ihm die stunden geschenkt haben genährt von aller liebe die ihm vorbehaltlos
begegnet ist auf dem höhepunkt des tages verlässt in leiser erhabenheit die
letzte stunde das lichtgeflecht
Hermann Josef Schmitz