Freitag, 17. Januar 2014

Auf alles was in uns wird


am ende der siebten laterne
habe ich mich ein letztes mal umgedreht
dann überquert schüchternes licht
den ungeglätteten horizont
legt aufgeregt rötend einen ersten schimmer
über die behütete landschaft
ich halte deine hände fest
forme dein flüstern zu einem vermächtnis
erneuere die vertrauten liebesworte
dann tragen wir das licht der sieben laternen
durch die kommenden tage und nächte
und wissen um unsere bedingungslose liebe
die uns über die neue landschaft tragen wird
am ende der siebten laterne
freuen wir uns auf alles was in uns wird


                                                                      
                                                                                      
für Annemarie


Hermann Josef Schmitz


Danke für ein weiteres wunderbares Jahr mit Dir, mein Herzglück. Danke für alles, für Deine unbedingte Liebe ganz besonders. Ich freue mich auf den gemeinsamen Weg mit Dir zur 8. Laterne.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Fernblau

schwarzer wind rüttelt
an den unbehüteten zungen
fernblau leuchtet die sehnsucht
nach einem verbundenen wort

Hermann Josef Schmitz

Montag, 13. Januar 2014

Flussnebel



















wie verschleiert und von fremder hand geführt

laufen menschen unerkannt durch eingekreiste stunden
dichte nebel hängen ohne widerstand
zwischen bäumen über diesem grauen fluss
und dein atem zieht geräuschlos seine bahnen
deinen worten lausche ich gebannt
wissend um des abschieds wehe seelen
und wie verschleiert und von unserem herz geführt
spüren wir die nähe tiefer in der eingekreisten stunde


Hermann Josef Schmitz

Samstag, 11. Januar 2014

Du gibst Grün für mein Blau

du trägst
die verschriebenen
worte
unter das fenster
leer geworden
erblassen sie
bis zur erinnerung
wir tauschen
du gibst grün
für mein blau


Hermann Josef Schmitz


… eines meiner allerersten Liebesgedichte für meine Frau. Und heute ist ein besonderer Tag.


Illustration von der fabelhaften Christiane Bäcker



Einbruch

dein selbstvergessener blick
hinter den schlafenden wimperngräsern
deine aufgebrachten hände
ohne widerspruch gegen die wortlose erfüllung
deine flackernde haut
wenn die zärtlichkeit einbricht


Hermann Josef Schmitz



Für alle aus der Region: Die liebe Freundin Petra Grupp zeigt neue Werke.





Donnerstag, 9. Januar 2014

Berührt

auf einmal kommt ein wort ein satz dann viele
die bringen leise tief in mir etwas zum schwingen
auf einmal spüre ich was hinter diesen worten steht
erkenne mich in dem was andere aufgeschrieben
was ausgesprochen und dann hinterlegt
und spüre etwas das in mir zum klingen kommt
es ist kein augenblick kein wimpernschlag
es ist kein herzensschritt kein fingerzucken
allein es ist der seele saite die mit ihrem ton berührt
und sich in worte wieder fasst wo etwas aufgeschwungen
in einem spiegelklang in einem ton in einem hellen schein



Hermann Josef Schmitz



Dienstag, 7. Januar 2014

Stiller Blick

allen gipfeln
zum trotz weite
ungehörige weite
schneematten im schatten
der nackten baumraine
windstille weite
ungewöhnliche stille
kein singender vogel
nicht einmal ein blatt
das zu boden fällt
weil kein blatt mehr fällt
in der weite
wenn wir
stehend staunen
keinen schritt mehr
aber ein stiller blick
in die weite
und dann nimmt er
deinen und meinen



Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 5. Januar 2014

Ohne Kurs

im norden
die kalten sterne
auf blauem holz
und in den
schlafenden wäldern
kein engel in sicht
weit in der
aufgebrachten ferne
das zerfranste meer
und am himmel
auf luftwellen
ein wolkenschiff ohne kurs



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 3. Januar 2014

Eine fremde Haut retten

einer der in der nähe des abgrunds lebte und sich selten hinaus zwischen die kaufhauszeilen wo die lügen noch grösser sind als die angst vor dem leben könnte er die eigene haut retten was bliebe dann von dem was nährt denn für seine angst bleibt nur die eigene kammer zur aufbewahrung der zu lange vermissten liebe wie muss das denn sein nur mit sich selbst fern der nähe wie schön es wäre eine fremde haut zu retten dort am meer hinter den kieferwäldern am ruppigen strand der mond hätte seine eigene sprache die sterne wären noten auf unliniertem papier aufgehoben in ihrem eigenen klang verliessen die hände das eigene haus

Hermann Josef Schmitz



Diese Tage bieten schönsten Raum zum Lesen, auch dieses Wellershoff-Buch kann ich nur empfehlen.



Mittwoch, 1. Januar 2014

Vorkehrungen

vorkehrungen treffen
für unerwartete
wunder geschehen lassen
den eigenen himmel putzen
farben wechseln
variantenreich und bewegt bleiben
achtsam mit anderen sein
noch mehr mit sich selbst
und aufhören verzagt zu sein
den koffer füllen mit worten
mit mut und mit zuversicht
die unbedingte liebe
unverändert im größten zimmer
wohnen lassen
sich betören an fingern auf lippenpapier
ein unbeschriebenes buch öffnen
für heute und ein ganzes jahr



Hermann Josef Schmitz


Willkommen in 2014 !!!
Wir freuen uns auf dieses Jahr und vertrauen darauf, dass uns und Euch viel Gutes geschieht. Wir wünschen ein neues Jahr, in dem es gelingt, immer wieder anzuhalten, Zeit zu haben für das, was wirklich zählt und Himmel voll unterschiedlichster Farben zu erleben.
Auf das unerwartete Wunder geschehen.