Freitag, 9. Juli 2021

Ein Sommertag in leichtem Grau

es war ein sommertag
in einem leichten grau
so schweigsam unbeschwert
und mit dem blick aufs meer
du schrittst zum letzten mal
der träume grenzen ab
gabst den verbliebenen ängste
einen freien unbegrenzten flug
und nahmst dich ganz
in dein vergessen auf
ein unbeugsamer himmel brach
wie eine lang gehegte grenze
dahinter wuchs ein weiter raum
in eine unbekannte ferne
war dort ein sommertag
in einem leichten grau


Hermann Josef Schmitz



Auf ein Wochenende in leichtem Blau.

Mittwoch, 7. Juli 2021

Überlassen

du fielst aus einer eng gewordenen zeit
und wurdest wie ein fließend dunkles licht
zum bündnis meiner warmen hände



Hermann Josef Schmitz

Montag, 5. Juli 2021

Mirabellenbaum

einmal nach jahrzehnten
erinnerte ich mich wieder
an den mirabellenbaum
hinter der baufälligen scheune
die sich so gut zum verstecken eignete
es war ein unauffälliger baum
aber er trug zuverlässig seine früchte
und ich frage mich nach jahrzehnten
warum ich nie mehr mirabellen gegessen habe
und diese zeit mit ihren verspielten tagen
diese zeit mit ihrer unbesorgtheit
einer kleinen bescheidenen welt
so lange in mir schlief
war doch die hochzeit des mirabellenbaumes
die zwischenzeit in meinem leben
in der vieles schlief und schlafen durfte
die gedanken furchtlos und treu zugleich waren
wie nie mehr danach
als die die falschen verführungen des lebens
fahrt aufnahmen und nie mehr anhielten



Hermann Josef Schmitz

Samstag, 3. Juli 2021

03072021 // S 12 // 38:05

die bäume atmen noch wann verstehen die menschen ihre und ihre not die angst lässt die wurzeln fahrlässiger werden noch singen die vögel in den ästen erzählen sie von den losgelassenen stürmen und den gefallenen nestern zwischen den schritten wage ich hoffnung richte den blick stelle den gang draußen atmen die bäume noch und ihr atem bewässert die flügel heute trösten sie sich vergessen den gewohnten gruß im vorbeilaufen ich sehe es ihnen nach sie brauchen die menschen nicht so sehr ich sie liebe sind sie sich selbst genug tragen sie die heimat von jahrhunderten in sich trauern sie um die gefallenen im gewirr der stürme die die kontrolle verloren haben die bäume atmen noch auch die gefallenen die in einer schneise aus letztem licht liegen


Hermann Josef Schmitz



Donnerstag, 1. Juli 2021

Die Chronisten

die chronisten haben keinen platz
für die schönheit der langeweile
sie bleiben sich treu in der geschichte
und halten die phantasie unter deck
für die chronisten der liebe hat es keinen platz
denn die liebe schreibt ihre geschichte immer neu
sie kennt die langeweile als glück
und ihre phantasie hat längst die grenzen entweiht
die chronisten brauchen keinen herzplatz
nichts zählt mehr als die gegenwart
auf dem boden gelebter zeit
bleiben sich die fremden träume auch morgen treu



Hermann Josef Schmitz


Und auf eine besondere Ausstellung in Heilbronn bei meinem Arbeitgeber möchte ich am Starttag gerne hinweisen: Bob Dylan in Heilbronn