Montag, 16. Februar 2015

Playa de Mujeres

der name eines gekenterten schiffes kein vogel in sicht aber der stehengebliebene stein des sisyphos in einer halboffenen schwarzen schale ein blick auf das meer zerbricht das licht im flügelschlag der wellen leises kommen und gehen in der ferne steinerne stränge gedrungene häuser dieses einzige weiß und grün und hinter deinem geschlossenen auge ein abgrund gesprochener worte im vergessen des zeigerschlags ein kommen und gehen im hochsitz die sonne die wenigen wolken einseitige rippenbögen hinter dem späten halbmond


Hermann Josef Schmitz






Samstag, 14. Februar 2015

Castillo de San Jose, Arrecife

I

einer hat steine nach seiner ordnung gefasst ohne zu fragen was der wille der steine gewesen wäre



II


wie könnte man den ursprünglichen zweck eines gebäudes schöner entweihen als hier bilder skulpturen wände böden tische selbst der atem des feuers mischen sich zu einem neuen fassbaren leben hinter dem glas ufern die wirtschaftsschiffe in einer anderen welt die schwarzen decken verraten am nachmittag nichts von den geheimnissen vergangener und kommender nächte



III


es sind die vermächtnisse die etwas anrühren ein wort die spur einer farbe ein stein eine erinnerung ein verlorenes bild es sind die vermächtnisse auch die untragbaren



Hermann Josef Schmitz 

Donnerstag, 12. Februar 2015

Timanfaya

I

alles ist im fluss wind licht schatten regen verändern und alles bleibt unberührt im fluss moose flechten risse schrunden die steine atmen ihre hitze in die demütigen hände hinter den augen bleiben die weite die aufgebrochene kruste und das schweigen das ehrfürchtig alle farben erfasst kurz vor dem horizont eine klein anmutende siedlung nicht mehr als eine schaumkrone im anstieg und abstieg vorsichtige wege ohne kanten eingefasst im dunkel wenn der regen zwischen den spalten ufert ein stern ein erster stern der dem dunklen gestein eine grosse würde verleiht



II

wohin würdest du gehen wenn alles verbliebene gegangen wäre



III

kein aufrechtes schwarz aber eine fülle eine unendliche fülle von dunklen farben zwischen verbranntem schwarz und ermattetem grau bis zum himmel und dann unvermittelt gelbe sonnenränderblüten an einer fruchtbaren kruste



Hermann Josef Schmitz

Dienstag, 10. Februar 2015

Tahiche

den farben mehr aufmerksamkeit schenken wenn sie scheinbar verschwunden ein schwarzer ton ist zwischen schatten und licht im regen ein anderes schwarz die dunklen bilder als würden sie sich einfügen in die landschaft fügen sie sich in eine vergangenheit mit einem plötzlichen ende im kreisel das komplexe spiel des windes und dort de tradition wie selbstlos verpflichtet später zurück und die vergangenheit eine frische wunde in der das streben um erhalt dieses mühen lohn blieb während die wunde sich schloss das feuer lebt weiter in den bildern das wasser bleibt kostbar nur ein unbedachter kommentar stört die andacht dieses raumes der aus feuer und luft entstand einzig die spuren ein gefügter garten palmen kakteen leise schritte auf schwarzem luftkies ein grosses werk in allem bleibt das und ein name unveränderlich kraftvoll und wirkend cesar manrique


Hermann Josef Schmitz

Sonntag, 8. Februar 2015

Sicherheit

im gehege der zeit
legte ich ein kompendium an
darin sammelte ich
die wurzeln des erloschenen feuers
den geruch der reben hinter steinernen halbmonden
das leuchten der weißen krebse
und den atem des ostwinde
legte ich als schutz
über die wunden der zeit



Hermann Josef Schmitz

Freitag, 6. Februar 2015

Eins werden

eins werden
mit wegen und verläufen
sich verirren (müssen)
um neue landschaften zeichnen zu können
untergänge berühren wie schwindende erinnerungen
einen anker werfen
auf ein meer wandernden wassers
eins werden
mit der spur die die landschaft vom himmel trennt



Hermann Josef Schmitz



Auf ein schönes Wochenende mit einem leichten und hellen Himmel.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Meine Sehnsucht wechselt in eine andere Stunde

aufgebrachte wege im dickicht der fehlenden zärtlichkeiten wirkt die sehnsucht wie eine falsche dekoration die zeit ist ein ausgesetztes tier sie kartografiert das licht und legt dunkelheit an die ufer im vergessen der unerklärlichen entscheidungen wechselt einer die meinung und legt sich wie ein verlust unter die endlichkeit wenn ich den tönen folge die der schnee gebiert wenn er an die ränder fällt dann bleibt ein leises staunen ein räuspern der seele die um einhalt gebietet und meine sehnsucht wechselt in eine andere stunde und öffnet sich dem blick auf die weite ein verbündetes wort aufgebrachte wege im dickicht der unberührten blätter wechsle ich eine seite in meinem buch und schreibe neue wörter der liebe zu dir


Hermann Josef Schmitz



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