diese
seelenlosen entscheider
in den hauptstädten zwischen ziffergesetzen
die den geschriebenen worten folgen
immer die eigene krone und den roten teppich im blick
diese seelenlosen menschen mit doppelleben
entscheider über das leben von fremden
die sich nichts unnötig zumuten
in ihrem abenteurerleben mit vollpension
diese seelenlosen buchhalter
auf effizienz getrimmt und mit eingewachsenem blick
denen die kälte einmal die eigenen türen verschließen wird
an einem tag der für sie schwarz und versiegelt sein wird
Hermann Josef Schmitz
Besuch im Fundstück in Lyss - ein besonderer Ort, eine besondere Inhaberin, die immer das gewisse Etwas im Angebot hat (https://fundstueck.ch/).
Ich wünsche uns ein schönes und erfülltes Wochenende mit einem nachdenklichen Blick für die Welt.
Freitag, 11. September 2020
Seelenlos
Mittwoch, 9. September 2020
Die Schönheit der schwimmenden Dunkelheit
es
bleibt dieses verwilderte gefühl
das dir die sinne betäubt
es bleibt das verschwinden der schwere
und der atem der über die schwelle stolpert
dieses entdecken grenzloser erinnerung
wenn etwas sich wieder besinnt
dieses starke gespür ohne ein wort
im ufergehäuse fließender zeit
es bleibt dieses verwegene gefühl
das mir den mund entkleidet und verstummen lässt
es bleibt das vertraute wagnis
und die schönheit der schwimmenden dunkelheit
Hermann Josef Schmitz
Neue Musik aus Zürich von der Annie Taylor Band - heute zum ersten Mal bewusst bei SRF3 gehört. Und die Inspiration zum Bandnamen kam durch die US-amerikanische Lehrerin Anna "Annie" Edson Taylor, die 1901 als erste Person die Befahrung der Niagarafälle in einem Fass überlebte.
Mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Annie_Taylor
Montag, 7. September 2020
September I
die
schlichtheit der frühe
umarmt die schönheit des spätsommers
späte violette blüten
im mächtigen staudengeäst
weiten die sicht auf die stille
schatten wachsen ins weite
aber dieser zu spürende aufstand
wider die grauherden des herbstes
wider das schwere und die müdigkeit
aber dieser zu spürende aufstand
in den bäumen und wiesen
und diese stille wachsen
in eine kommende zeit
gegen jedes verblühen
gegen jeden widerspruch
gegen die schächter der welt
stellt sich gegen die schatten ins weite
Hermann Josef Schmitz
Spaziergang um den Burgäschisee - es riecht nach Herbst.
Samstag, 5. September 2020
05092020 // S 01 M // 51:44
die
flüsse haben sich beruhigt die letzte lichtung ist das tor zur welt und die hellen
stunden entkleiden sich wieder noch füllt die schönheit des sommers den morgen
und die dysfunktionen der denker liegen im schlaf die himmel haben sich beruhigt
die späten blüten sind ausschweifend und in den städten bleiben die häuser mit
ihren unbewohnten menschen blutleere gemäuer mein atem hat sich wieder gefunden
leise schauen die augen auf die gebrochene erde früchte fallen unbemerkt ins
silber der morgendlichen wiesen ich löse mich aus den fremden umzäunungen
schwer wiegen die traditionen und die wahrheit klingt wie verrat aber mein
inneres hat sich wieder aufgerichtet die schritte lösen das schwere und hinter
dem gestein trister kennzahlen wohnt immer und immer die liebe zu den wäldern
den blüten den menschen zu dir
Hermann Josef Schmitz
Donnerstag, 3. September 2020
Eingerissen
dann
reißt was ein
ganz unbemerkt verschiebt sich etwas
verschwindet ungehört
im lärm der widersprüchlichkeiten
du hast es nicht gesehen
wie es so unbemerkt gerissen ist
du hast nicht hingehört
als eine wahrheit mehr verschwand
und hast geschwiegen
als dir offensichtlich wurde
das etwas eingerissen ist
und dich dann nicht mehr unbemerkt
von hier nach dort verschoben hat
Hermann Josef Schmitz
Dienstag, 1. September 2020
Mitten in einer verwegenen Zeit
einmal
blieb der regen tagelang
blüten standen still
manchmal rissen blätter
wolkenwasser berührte die offenen adern
einmal blieb der regen tagelang
sein orchester schluckte die fremden geräusche
und sein atem legte sich auf alles
was er erreichen konnte
einmal blieb der regen tagelang
wir schlossen uns in der stunde des nachmittags ein
zügellos flatterten lippen und hände
und haut brach aus ihrer fassung
einmal blieb der regen tagelang
dann lagen wir jenseits der stunde
wie eine fassungslosigkeit des glücks
mitten in einer verwegenen zeit
Hermann Josef Schmitz
Sonntag, 30. August 2020
Für eine Gartendame
aus
einem blütenband
wuchs dir ein leuchtender sommer
legte sich beschwingt
ins blau deiner zuversicht
ins grün deiner bestimmung
ins gelb der fernen gewitterstunden
und wuchs dir jeden tag
wie eine warme stelle nah am herz
die dich in grauen tagen nähren würde
Hermann Josef Schmitz
Freitag, 28. August 2020
Hören
früh
in der flüsternden dämmerung
wieder das hören lernen
staunen über das wispern der gräser
von den blattzeilen den klang atmen
das murmeln der wasser und steine erahnen
mehr als den gesang der vögel hören
ihren herzschlag unter dem gefieder
die hauchenden nebel vor dem gebirge
ihre sorge vor der vergänglichkeit
und dann das brechen der lichtwellen
wenn sie in den großen bäumen raunen
eine sichtachse anlegen hinter dem schattenturm
am ende der flüsternden dämmerung
Hermann Josef Schmitz
Diese stillen Momente des Hörens möge es am Wochenende geben und diese Momente mögen uns Energie schenken und gut tun.