der
ankommende morgen
trägt die vergangene stunde in sich
ich schließe die schnellen bewegungen
und öffne die türen zur kammer
in einem anderen raum schläfst du
weich ist dein geschlossener blick
warm dein leiser atem
und wunschvoll die liebe
wie es mich einnimmt
dieses helle gefühl
mitten in diesem morgen voll regengrau
Hermann Josef Schmitz
Mittwoch, 21. Oktober 2020
Dieses helle Gefühl
Montag, 19. Oktober 2020
Immer gehen wir in die Weite
immer gehen wir in die weite
treffen entscheidungen über hier und jetzt
und können uns glücklich schätzen
wenn uns einer die hand hält
dessen augenflügel bis zum horizont reichen
immer sind wir im leben unterwegs
sind manchmal ratlos und unentschieden
aber wenn wir glauben alleine zu sein
trägt uns ein unbekanntes versprechen
wiegt uns in stiller sicherheit
immer gehen wir mit uns mit
nie sind wir wirklich alleine
jedes bekenntnis hat seinen platz
ein tag voller schwere hat auch immer eine lichtfuge
alles in uns wird ohne zutun geliebt
immer gehen wir in die weite
Hermann Josef Schmitz
Samstag, 17. Oktober 2020
17102020 // S 01 // 43:27
das letzte echo des mondes verhallt auf dem stillen kanal die
einsamkeit des ankommenden morgens bereichert meine stunde augen wandern hinaus
in den grauen himmeln wohnen die unbemerkten sterne die schritte vermessen denselben
weg wieder neu zwischendrin verliere ich mich in gedanken verliere ich die
gedanken verliere ich meinen blick und laufe ganz unbemerkt in meine verlorenen
gedanken bis dann die schütteren bäume wieder in meinen blick geraten sie die
den sommer so lange bewahrten dem gesang der zugvögel heimat bis zur abreise
waren die diesen verlust und die leer gewordenen nester hinnahmen mit stoischem
gleichmut und um ihre rückkehr wussten wie liebende auf bahnhöfen die sich auf
die geliebten freuen einen herbstwinter lang
Hermann Josef Schmitz
Die Freude an Platten auf einem wunderbaren Plattenspieler wächst mir wieder ins Herz. Nie habe ich die Platten aus den 70er und 80er Jahren weggegeben und bin mehr als froh drum. Und ich finde neue und alte Platten.
»Wir bauten uns Amerika« von Provinz aus Ravensburg ist ganz neu und eine der
besonderen Platten, weil sie farbig ist.
Hingegen ist »Shades« von J.J. Cale, diesem
großartigen Musiker, der leider 2013 zu früh verstorben ist, bereits von 1981.
Diese Platte habe ich in einem wunderbaren Brockenhaus mit Vinylshop (!!!)
erworben.
Donnerstag, 15. Oktober 2020
In eine andere Zeit
ich
schlüpfe
in eine andere zeit
dort wo die wahrheit
wieder zu etwas verlässlichem wird
ich schlüpfe
meiner sicheren intuition folgend
in eine andere zeit
voll scheinbarer leere
ich schlüpfe
wieder vertrauten wegen folgend
zwischen blüten stille musik
in eine andere zeit
Hermann Josef Schmitz
Unverändert gibt es neue Musik, die es lohnt zu hören. In diesen Zeiten sowieso; tolles Album von der Allman Betts Band, den Söhnen von Gregg Allman und Dicky Betts sowie ihrer Band - starker Southern Rock!
Dienstag, 13. Oktober 2020
Scheinbar
alles
wächst scheinbar ins leere
aber hinter den grau verwobenen regenlüften
enthoben der gelassenheit eines sommers
aber jenseits der ausverkauften landschaften
mitten im garten des einfachen lebens
wächst die fülle eines vergangenen sommers
wie ein ungezügeltes nachttier
in einer unsichtbaren kammer der wiederkehr
füllt ihre speicher aus licht und einem blütenfeld
und nichts wächst scheinbar ins leere
sondern kehrt wieder und wieder
im geduldigen verlauf einer kommenden zeit
Hermann Josef Schmitz
Sonntag, 11. Oktober 2020
Herbsterfüllungen
häuten
die sommerwächter verließen die tage gräser wurden hart und blüten verloren
anmut und leuchten die luft löste ihr blau auf den wasser schwammen die blätter
zur reuse weit hinter den wäldern ein sturm kam dann und wann auf trug die
sehnsucht mit sich die nachsager hatten schon lange ihre identität aufgegeben
und ihren freien willen an sprechfiguren verkauft in den nächten schwiegen die
sterne wie immer ein baum wurde flüchtig und das meer wirkte ferner die
durchwebten luftstoffe waren zerschlissen und nichts blieb von bestand
entblößen
die abnehmende zeit bringt die wahrheit schon lange ins licht pathogene müssen
neu beschrieben werden die wahrheit ist variabel geworden mängellisten und
prüfsteine sind die einzig verlässlichen bloßstellungen aber ich liebe die
nackten ufer wenn die geheimnisse ans licht kommen und der sommer sich
zurechtrücken muss in seiner vergangenheit die abwesenden stehen im kreuzfeuer
längst haben die wahren komplimente ausgedient und sie glauben immer noch sie
seien nicht durchschaut ich liebe die nackten felder und ich rieche an manchen
tagen die kalte entblößte luft die eine schneeherde vorantreiben wird ich liebe
den tag an dem sich der horizont unter die haut der erde begibt bedingungslos
ohne schmerz und mit allen wunden und wundern der zeit
sammeln
ich schreibe die guten worte auf wer weiß wohin sich die zeit verändert zu
viele stehen mit ihren einsamen entscheidungen hinter sich enthoben dem eigenen
gefühl ich sammle umarmungen augenlächeln eine handreichung und freue mich am
gefundenen wort ich lege wärmestellen an in meinem sprachgebrauch mitten im tag
verschenkt sich die stunde unter dem lichtschirm gräser wachsen nochmal eine
späte blüte wird zu einem unscheinbaren wunder am rand einer rastlosigkeit ich
kündige misskredite überziehungen unterstellungen und die pläne einer
unvollendeten reise ich sammle die freude auf wiedersehen auf zumutungen auf
majestätische sommer auf lichtklänge und eine reise ins ungewisse mit dir
wärmen
Hermann Josef Schmitz
Freitag, 9. Oktober 2020
Aus Glas
nächte
aus glas
in den städten aus mondlicht
wenden sich silberwege
ein fluss aus blauem schweigen
verbeugt sich an seinen ufern
träume aus glas
im spiegelnden auge der sterne
bleibt die sehnsucht
nach einer ungewissheit des glücks
und den nie vollbrachten wegen
Hermann Josef Schmitz
Meine geliebte Herzdame sitzt wieder voller Leidenschaft am Brenner und macht wunderbare Glaskunstwerke.
Es freut mich ungemein 😍
Bleibt dem Schönen gewogen an diesem Wochenende und findet die Träume im Herbst.
Mittwoch, 7. Oktober 2020
Im Herbst lieben
wir
übersahen die graue stunde
und lagen im dämmernden fluss eines herbstes
liebevoll öffneten wir ein geheimnis
aus einer vergangenen und einer kommenden zeit
wir waren wächter unseres eigenen glücks
und hüteten die sorgen des anderen
in unseren versprechen lag die zärtlichkeit
ausgewanderter wolken und umarmender ufer
Hermann Josef Schmitz
Montag, 5. Oktober 2020
Wer glaubt noch
wer
glaubt noch dem geschriebenen wort
der übertreibenden schreiber
sie setzen sich selbst so gerne ins rampenlicht
ihr übergestreiftes selbstbewusstsein
der schwebende stolz im gleichklang der tage
wer glaubt noch den antworten der lügner
im aufgedunsenen schriftverkehr
sie wollen nur gutes von sich verkünden
nie schleicht unsicherheit um ihr haus
und sie haben nichts übrig für unrecht und kümmernis
Hermann Josef Schmitz
Samstag, 3. Oktober 2020
01102020 // S 01 // 44:35
wechseltage
der bittere geschmack von luft ein regengeflecht aus müdigkeit und dem verlust
von erheblichkeit ringen um den richtigen weg und seine länge und immer wieder
diese sehnsucht nach salzluft ein jahr ohne dieses doppelte leben zwischen den
hellen wassern und dem schattengestein wechseltage die sich auflösende
sommernaht und immer die unterstellungen der verweigerer die falschen
verbeugungen und ihre eigene krone für die sie alles geben ihre
unverbindlichkeit und die lächelnde lüge am geschriebenen wort vorbei jene die
nie eine leidenschaft entwickeln die nie schwung aufnehmen aber sich in andere
leben einnisten den herzschlag beunruhigen und mit ihrer farblosigkeit ihre
unsichtbarkeit tünchen wechseltage es wird zeit einen anderen weg aufzunehmen
und dem bitteren geschmack von herbstluft zu entkommen
Hermann Josef Schmitz
Donnerstag, 1. Oktober 2020
An andere Wunder glauben
die
hinterhältigen werden
den nachlassverwaltern bis zuletzt trotzen
aber es wird nichts bleiben
im zusammenbruch einer insolventen welt
die erinnernden werden
bis zuletzt an ein wunder glauben
aber die zeiten werden sich nicht wiederholen
in einer an allen orten verhungerten welt
selbst die hoffnungsfrohen werden
irgendwann nicht mehr um die zukunft ringen
aber sie werden aufrecht bleiben
und an andere wunder glauben
Hermann Josef Schmitz
Das Emmental haben wir gestern wieder als einen besonderen und einen besonders schönen Flecken Erde erlebt. Und man kann dann kaum fassen, dass an so vielen anderen Plätzen die gewissenlose Zerstörung einfach weitergeht.








